Laufendes Projekt

Still aus "Le torchon brûle", F 1911. Aus: Cento anni fa. Attrici comiche e suffragette 1910–1914, hrsg. v. Mariann Lewinsky, Cinetteca Bologna, 2010.
| Projektname | Gender und Medien - Eine Einführung |
| Projektleitung | Dr. Kathrin Peters |
| Kooperationspartner | Dr. Andrea Seier (Universität Wien) |
| Wissenschaftliche Hilfskraft | Michaela Richter |
| Förderer | HBK Forschungsförderung |
Publikation
Frau Dr. Kathrin Peters bereitet eine Publikation vor, die die maßgeblichen Texte zum Thema Gender und Medien erstmals in deutscher Sprache zusammenführt.
Inhalt und Anliegen
Gibt es Männer- und Frauenfilme? Welches Geschlecht haben Zombies? Welches Cyborgs? Wen rahmen Filmkader und wie tun sie es? Ist das Fernsehen weiblich? Und das Telefon? Was sind eigentlich Tipsen?
Solche und andere Fragen nach dem Zusammenhang von Medien,
Technologie und Geschlecht sind seit nunmehr mindestens 50 Jahren
umkreist und aufgeworfen worden. Waren die frühen Debatten um die – problematische – Repräsentation von Frauen im Film zentriert, differenzierten sich diese Debatten bald auf Fragestellungen aus, die sowohl unterschiedliche Medien (Fotografie, Video, Schrift und Stimme) und Medienverbünde in Betracht zogen als auch die Frage nach dem Geschlecht auffächerten (Männlichkeit, Homosexualität und Transgender). Überlegungen nach der geschlechtlichen Kodierung von Apparaten und Blickanordnungen wurden gestellt, nach der Sichtbarkeit des Anderen und geschlechterspezifischen Rezeptionssituationen. Begriffe wie Performativität, Agency und Queer Visibility prägen die gegenwärtigen Forschungen.
Eine einführende Publikation mit zentralen Texten ist auch deswegen angezeigt, weil die medienwissenschaftlichen Studienhandbücher gendertheoretische Ansätze kaum mehr berücksichtigen, was zu einer unangemessenen Ausblendung dieses Theoriestranges führt, der für die Konstituierung des Fachs aber eine bedeutende Rolle spielte. Zeitschriften wie „Frauen und Film“ und „Screen“ seit den 1970er und die Aktivitäten der Cyberfeminstinnen in den 1980er Jahren haben beispielsweise die Auseinandersetzung mit Medien und Medialität entscheidend vorangetrieben. Umgekehrt fehlen in den Handbüchern zur Geschlechterforschung dezidiert medienwissenschaftlich argumentierende Texte, obgleich auch hier Forschungen zum Kino, zur Schrift und zum Schreiben sowie zur frühen Mechanisierung – also zu Medien – diskursbegründend waren.
Durchführung
Mit Hilfe der Forschungsförderung besteht die Möglichkeit, Literaturrecherchen durchzuführen und fachwissenschaftlich relevante Literatur in größerem Umfang anzuschaffen. Die HBK kann in dieser Weise ihren Schwerpunkt in interdisziplinärer Genderforschung verfestigen und ausbauen. Darüber hinaus können Übersetzungen von englischen und französischen Texten realisiert und zusätzlich zu der umfangreichen Publikation ein Workshop erarbeitet werden.
Vorarbeiten zur Publikation (Auswahl)
- Kathrin Peters: Medien/Media Studies. In: Gender@Wissen. Ein Handbuch der Gender-Theorien, hrsg. v. Christina von Braun u. Inge Stephan, Köln: UTB, 2005 (aktualisierte Fassung in 2. Aufl. 2009).
- Dies.: Rätselbilder des Geschlechts. Körperwissen und Medialität um 1900, Zürich/Berlin: diaphanes, 2010.
- Andrea Seier (mit Eva Warth): Perspektivverschiebungen: Zur Geschlechterdifferenz in Film- und Medienwissenschaft. In: Genus. Geschlechterforschung/ Gender Studies Sozialwissenschaften, hrsg. v. Hadumod Bußmann u. Renate Hof, Stuttgart: Kröner, 2005.
- Dies.: Remediatisierung. Die performative Konstitution von Gender und Medien, Münster: LIT, 2007.
Zuletzt bearbeitet von Sarah Krecker am 23.02.2011
