Grenzraum von Kunst und Naturwissenschaft. Seit 2001.

© Well...come 21
| Projektname | Well...come 21 |
| Projektleitung | Martin Schöne |
| Kooperationspartner | Institut für angewandte Mechanik (INFAM, TU Braunschweig), Prof. Angelika Kubanek (TU Braunschweig), Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB, Braunschweig), Dr. Gitta Schneider-Sickert (Stiftung für Legasthenie und Dyskalkulie, Braunschweig) und viele andere |
| Förderer | Stiftung Nord/LB - Öffentliche |
Das Forschungsprojekt "Well...come 21"
Das Forschungsprojekt Well...come 21 hatte seinen Start 2001 in der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und besteht bis heute. Es siedelt sich in einem Grenzraum von Kunst und Naturwissenschaft an, wobei das künstlerische Verfahren ausgehend von naturwissenschaftlichen Phänomenen Prozessen und Veränderungen unterlegen ist. Die am Projekt beteiligten Künstler und andere kreative Köpfe beschäftigen sich mit der Visualisierung von messbaren Körper- und Gehirnaktivitäten. Ziel ist es, in ihnen neue Formen zu finden, die andere Zugänge zur Realität schaffen.
Der Forschungsrahmen des Projektes definiert sich nach Well...come 21 als "Action research with patterns", das heißt: Angewandte Forschung mit Mustern. Ausgehend von diesem Ansatz werden Experimente durchgeführt, theoretische Grundlagen studiert und Zusammentreffen von Kunst und Wissenschaft organisiert.

Form und Muster
Martin Schöne (Projektleiter) sagt: "Kunst ist immer auch Forschung, eine auf die Form gerichtete Forschung, - unabhängig davon inwieweit das dem Künstler bewusst ist.".

Form umfasst hier bildhafte Formen, Klangformen, Form aus Körper, Bewegung, Ausdruck, kulturelle Formen, auch Text, Modell und Theorie. Wenn eine Form in Prozesse überführt wird oder mit anderen Formen zusammentrifft/sich verbindet/interagiert, ist von Mustern zu reden, genauer gesagt von Resonanz-Mustern, die in allen Systemen unserer Realität entstehen. Das Gehirn hat dieses Prinzip auf kleinstem Raum in vielen Millionen Jahren weit entwickelt. Die Komplexität der Muster ist unvorstellbar, - aber beobachtbar. Mit Hilfe des 2004 entwickelten Brain-Avatars ist es Well...come 21 gelungen, die komplexen Muster des menschlichen Gehirns in Echtzeit wahrnehmbar zu machen und zu visualisieren.
Die Aufzeichnung der bewegten Resonanzmuster des Körpers (einschließlich des Gehirnes) sind vielseitig und einmalig. In der Naturwissenschaft werden sie bisher nicht weitergehend untersucht. Bei Well...come 21 werden die Resonanzmuster zur Grundlage des künstlerischen Schaffens.


Werk und Wirkung
Im Rahmen des Forschungsprojektes entstehen zum einen künstlerische Werke, die in Ausstellungen zu sehen oder als Konzert-Experiment zu hören sind. Zum anderen kommt es im Fall der initiierten Kita-Studie W:U:R:M (Wahrnehmungs-Untersuchung zu Resonanz-Mustern) zu einer Zusammenarbeit mit Kindern, die darauf zielt direkt in die Lebenswelt einzutauchen.
Es entsteht ein Zirkelschluss. Zirkelschluss ist ein Begriff, der sowohl in den Naturwissenschaften als auch in der Philosophie vorkommt. Er bezeichnet den Versuch, eine Aussage durch das Schließen vom Allgemeinen auf das Besondere zu beweisen, indem die Aussage selbst als Vorraussetzung verwendet wird. Der Selbstbezug hat zur Folge, dass aus neuen Formen auch neue Phänomene entdeckt werden können. Der Kunstbegriff wie auch das künstlerische Selbstbildnis erweitern sich dadurch. Der Kunst eigenen Form-Kompetenz wird in naturwissenschaftlichen wie auch künstlerischen Prozessen eine größere Verantwortung zuteil.
Weiterführende Links
Die offizielle Hompage des Projektes Well...come 21 lautet: http://www.wellcome21.de/. Hier finden sie sowohl weiterführende Erklärungen u.a. zu den Begriffen Resonanz und Brain-Avatar als auch ausführliche Informationen zu laufenden Projekten.
Am 27.11.2009 berichtete ZDF im TV-Magazin Aspekte über die "Kunst mit Hirnströmen". Der Online- Beitrag stellt unter anderem Martin Schöne und sein Werk vor.
Zuletzt bearbeitet von Sarah Krecker am 09.03.2011
