Forschungsprojekte

Grenzen des Fotografischen

geleitet von Katharina Sykora und unterstützt von Esther Ruelfs

Seit 2004 fördert die HBK das Forschungsprojekt „Grenzen des Fotografischen“. Die Grundthese ist, dass in Fotografien anthropologischer Grenzerfahrungen wie Tod und Leidenschaften auch die Grenzen des Fotografischen ausgetestet werden und umgekehrt. Das Augenmerk gilt daher der Reflexivität von Motiv und Medium. Sie stellt eine dritte Bedeutungsebene dar, die für die Fototheorie und -geschichte von großer Bedeutung, aber noch nicht systematisch untersucht ist. Diese Fragestellung zielt daher auf das Konzept einer ‚selbstbewussten’ Fotografie. ‚Selbstbewusst’ meint, dass die Fotografie ihre eigenen medialen Grenzen offensiv vorzeigt und dass sie gerade dadurch zugleich das Unfassbare menschlicher Grenzerfahrungen markieren kann.

Die Tode der Fotografie

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Im Zentrum der Buchpublikation von Katharina Sykora stehen Untersuchungen der unterschiedlichen fotografischen Annäherungen an das Thema Tod:
Dazu gehört die Analyse von Fotografie als Teil alltagskultureller Bildpraxis im sozialen Umgang mit Sterben, Tod und Totengedenken.
Darüberhinaus wird Fotografie aus dem medizinisch-kriminologischen Umfeld untersucht, die sich dem Leichnam nach Mustern wissenschaftlicher Beweisführung und Klassifikation nähert.
Fotojournalistische Arbeiten werden unter Fragestellungen einer Schockästhetik und einer Sensation des letzten Blicks untersucht.

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Bild: Peter Hendricks, aus: Sehsüchtig Sehnsüchtig, 1994-1998 Farbfoto, 37,5 x 30 cm

Künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema Tod in der Fotografie sind Gegenstand von Fragen nach dem Verhältnis von Schönheit/Hässlichkeit und Tod und nach ihren ästhetisch-ikonografischen Reflexionen über das Verhältnis von Sujet, Medium und Fotograf.

Und schließlich sind zahlreiche Fototheorien geprägt vom Nachdenken über die mortifizierende und verlebendigende Fähigkeit der Fotografie, die diese in eine lange Tradition der Ikonen und Totenmasken stellt.

Das Forschungsprojekt ist in der Lehre der HBK verankert: Im Wintersemester 2006/07 wurde ein Seminar zum Thema „Die Tode der Fotografie“ angeboten. Im November 2009 ist eine Tagung „VerLetzte Blicke“ an der HBK geplant.

Das Buchprojekt über „Die Tode der Fotografie“ wird durch die Initiative „Pro Geisteswissenschaften“ der VolkswagenStiftung und anderen sowie dem Rockefeller Study Center Bellagio, Italien gefördert. Die Publikation wird voraussichtlich im Herbst 2009 veröffentlicht.

 

Fotografische Leidenschaften

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Als erste Publikation erschien im Januar 2007 der Sammelband „Fotografische Leidenschaften“ im Jonas Verlag. In der umfangreichen Publikation geben 22 Beiträgen Einblicke in das Thema von den Anfängen der Fotografie im 19. Jahrhundert bis heute. Die Beiträge der gleichnamigen Tagung an der HBK aus dem Jahr 2004 umfassen größere Aufsätze zu einer fotografischen Motivgeschichte der Leidenschaften nebst keinen Miniaturen zu einzelnen Problemkreisen.

 

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