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Niedersachsen und die HBK Braunschweig vergeben acht Braunschweig PROJECTS-Stipendien in Bildender Kunst und Klangkunst

Das Programm BraunschweigPROJECTS bringt internationale Künstlerinnen und Künstler zum Leben und Arbeiten nach Braunschweig

Im Rahmen des Braunschweig PROJECTS Programms hat die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) zum siebten Mal im Auftrag des Landes Niedersachsen acht Stipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt vergeben.

Die fünf Stipendien im Bereich Bildende Kunst gehen an Flaviu Cacoveanu, Ira Konyukhova, Imrich Veber sowie Grit Hachmeister und Levent Kunt.
Die Stipendien im Bereich Klangkunst erhalten Michal Cáb, Mitchell Herrmann und Heiko Wommelsdorf.

Alle Stipendiatinnen und Stipendiaten wurden von Fachjurys ausgewählt. Insgesamt haben sich 274 Künstlerinnen und Künstlern aus dem In- und Ausland für das Stipendienprogramm beworben.

Finanzierung

Finanziert werden die Stipendien durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und über Eigenmittel der HBK Braunschweig. Förderbeginn ist für die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Bildenden Kunst der 1. Dezember 2017, für die Klangkünstler beginnt die Förderung am 1. Juni 2018.

"Das Braunschweig PROJECTS Programm ermöglicht es Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt in Niedersachsen zu arbeiten und zu leben. Braunschweig ist mit einer der größten Kunsthochschulen Europas ein attraktiver Standort für eine lebendige, vielfältige und offene Kunstszene“, so die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić.

Förderungen innerhalb des Stipendienprogramms

Die Stipendiaten im Bereich Bildende Künste erhalten ein Jahr lang eine monatliche Förderung in Höhe von 1.250 Euro.
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Klangkunst bekommen diese Unterstützung über sechs Monate.

Zusätzlich gibt es einen projektabhängigen Zuschuss für Sach- und Reisekosten. Für die Zeit der Förderung wird den Künstlern ein Wohnatelier in Braunschweig zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus beinhaltet die Förderung, dass die Stipendiaten in den Lehrbetrieb der Hochschule eingebunden sind und an einem Mentorengprogramm teilnehmen.

Für Rückfragen und die Vermittlung von Interviews steht Ihnen die Pressestelle der HBK Braunschweig gerne zur Verfügung.


MWK Logo


Informationen zu den Stipendiatinnen und Stipendiaten im Bereich Bildende Kunst

 

Flaviu Cacoveanu

Flaviu Cacoveanu, geb. 1989 in Rumänien, lebt und arbeitet in Cluj, Rumänien.
Der Künstler bedient sich vielfältiger Medien und interessiert sich besonders für Sprache als Ausdrucksmittel. Er bezeichnet sich selbst als „Con&Temporary Artist“ und spielt damit auf das englische Wort für Trickbetrüger („confidence trickster“) und die Konzeptkunst an.
Der zweite Begriff „Temporality“ bezieht sich auf die zeitliche Dimension, denn seine Werke beschäftigen sich eher mit Vorgängen als mit Ergebnissen. Temporär sind auch die vielfältigen vorübergehenden Interventionen, die den Kern seiner künstlerischen Praxis bilden.
Seine verspielt lässigen, vom Zufall getriebenen und humorvollen Werke entspringen einer tiefen Faszination für das Alltägliche und nehmen Bezug auf Dada und Fluxus.

Ira Konyukhova

Ira Konyukhova, geb. 1984 in Tver, Russland, lebt in Mannheim. Sie studierte zunächst Physik in Moskau und arbeitete anschließend als Projektmanagerin in einer Moskauer Webdesignfirma. 2009 zog sie nach Deutschland und nahm hier ihr Studium der Bildenden Kunst zunächst in Mainz auf, studierte anschließend in Reykjavik und legte 2017 an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe ihre Abschlussprüfung im Studiengang Medienkunst ab. 2013 erhielt sie das Deutschlandstipendium und 2012 den Film- und Medienförderpreis von Rheinland-Pfalz.
Ira Konyukhova arbeitet mit Video, Installation und Fotografie. In ihren Arbeiten beschäftigt sie sich mit medial vermittelten Bildern, die zwar einen alltäglichen Charakter haben, aber in einem politischen Kontext betrachtet werden. Im Rahmen von BS-Projects wird die Künstlerin am Beispiel des bekannten Pop-Duos t.A.T.u. Phänomene der Popkultur in den 1990er Jahren im jungen Staat Russland untersuchen.

Grit Hachmeister

Grit Hachmeister, geb. 1979 in Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin.
In ihren künstlerischen Anfängen um 2000 war Grit Hachmeister von der Riot Grrrl-Bewegung mit ihren Protagonistinnen Le Tigre, Sleater Kinney oder Julie Doucet inspiriert. Ob als Solokünstlerin oder in ihrer Girls Gang “VIP“, alle ihre Arbeiten waren frech, wild, sexy provozierend und haben exakt den Nerv der Zeit getroffen. Witzig und pointiert zeichnet, malt und fotografiert sie seitdem Personen aus ihrem Umfeld genauso wie Fantasiewesen mit drei Brüsten. Objekte und Aktionen gehören ebenfalls zu ihrem weiten Tätigkeitsfeld. In der Bildenden Kunst in Deutschland gab und gibt es kaum Vergleichbares, vielleicht am ehesten die Gruppe Chicks On Speed.
Diese provozierende Haltung ist bis heute in den Arbeiten von Grit Hachmeister zu spüren und hat nichts an Schärfe verloren.

Levent Kunt

Levent Kunt, geb. 1978 in Ankara, Türkei, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. In der Türkei studierte er zunächst an der Hacettepe University in Ankara, später dann an der Kunsthochschule Mainz und an der Akademie der Künste in Wien.
Levent Kunt untersucht urbane und soziale Strukturen im öffentlichen Raum. Ausgehend von seinen Recherchen entwickelt er Installationen und ortsspezifische künstlerische Eingriffe. Im Stadtraum inszeniert der Künstler absurde Handlungsabläufe. Er verändert bauliche Elemente und veredelt Fundstücke. Er lässt die Öffentlichkeit nicht nur visuell an seiner Kunst teilhaben, sondern bezieht sie auch aktiv mit ein und ermöglicht eine neue Rezeption des jeweiligen Ortes.

Imrich Veber

Imrich Veber, geb. 1987 in Tschechien, lebt und arbeitet in Opava, Tschechien, wo er auch Fotografie an der Silesian Universität studierte.
Die Arbeiten sind das Ergebnis intensiver Beobachtungen von Menschen im städtischen oder ländlichen Umfeld unter den spezifischen Bedingungen des fotografischen Blicks. So gelingt es Veber in fotografischen Langzeitstudien den spröden Charme des alltäglichen Daseins bestimmter Regionen in Tschechien oder der Slowakei einzufangen und in spannungsvolle Bildkompositionen zu übersetzen. Zugleich spiegelt seine Arbeit die Liebe zu Künstlerbüchern wider, in welchen er die Bezüge von Ästhetik und Alltag, Bedeutendem und Banalen reflektiert.
In Braunschweig wird Veber sich auf die Suche nach den Eigenheiten und dem Lebensstil eines multikulturell geprägten Deutschlands begeben und seine Eindrücke fotografisch installativ umsetzen.

Mitglieder der Jury Bildende Kunst:

Informationen zu den Stipendiatinnen und Stipendiaten im Bereich Klangkunst:

 

Michal Cáb

Michal Cáb, geb. 1980 in Tschechien, lebt und arbeitet in Prag, Tschechien.
Er bewegt sich mit seinen Vorhaben in einem experimentellen elektronischen Feld von unterschiedlichen Aktionsformen der Klangproduktion. Dabei entstehen neben der eigenen Entwicklung von Aufführungsformaten für seine Kompositionen intensive Kooperationsprojekte mit anderen Künstlern. Von besonderem Interesse ist für Michal Cáb dabei die Entwicklung von digitalen Plattformen als „open–source“ Angebote zur Generierung und Steuerung elektronischen Klangmaterials und dessen möglicher Verräumlichung in mehrkanaligen Wiedergabeverfahren.

Mitchell Herrmann

Mitchell Herrmann, geb. 1993 in Chicago (USA), lebt und arbeitet in London, England. Der englische Klangkünstler überzeugte die Jury mit seiner Virtuosität im Umgang mit unterschiedlichen inhaltlichen Ebenen, die er zu einem stark sensitiven Ausdruck verdichtet. Sowohl seine akustischen Bearbeitung narrativer Inhalte, als auch deren installative Umsetzung zeugen von einer besonderen Sensibilität für die Detailtreue in der audiovisuellen Dramaturgie.

Heiko Wommelsdorf

Heiko Wommelsdorf, geb. 1982 in Deutschland, lebt und arbeitet in Hamburg. Mit Heiko Wommelsdorf prämiert die Jury einen Klangkünstler der aus dem Kontext raumbezogener Klangkunst agiert. Mit oft minimalen Eingriffen öffnet der Künstler ein überraschend intensives Zuhören für nicht selten einfachste Geräusche. Die besondere Stärke seiner künstlerischen Konzeptionen ist die unmerkliche Lenkung hin zum Hören der sonst im Alltag völlig ausgeblendeten akustischen Realitäten.

Mitglieder der Jury Klangkunst:

 

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien, Clarissa Leu