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Acht Stipendien für internationale junge Künstlerinnen und Künstler / Braunschweig PROJECTS ermöglicht Nachwuchstalenten Arbeit in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen vergibt mit der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) acht Stipendien im Bereich Bildende Kunst und Klangkunst. Für das Förderprogramm Braunschweig PROJECTS hatten sich insgesamt 184 Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland beworben.

„Mit dem Künstlerförderprogramm lädt das Land Niedersachsen zum fünften Mal herausragende Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ein, in Niedersachsen zu arbeiten. Wir bieten den Stipendiatinnen und Stipendiaten die Chance, für einen bestimmten Zeitraum ohne finanzielle Zwänge kreativ zu werden“, sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. Dass die Nachwuchstalente dabei in den Lehrbetrieb einer der größten Kunsthochschulen Europas eingebunden sind, ist deutschlandweit einzigartig.“

Fünf der Stipendiatinnen und Stipendiaten kommen aus dem Bereich der Bildenden Kunst, drei aus dem Bereich der Klangkunst. Die bildenden Künstler erhalten ein Jahr lang eine monatliche Förderung in Höhe von 1.250 Euro; die Klangkünstler werden mit demselben Betrag über sechs Monate gefördert. Hinzu kommt ein projektabhängiger Zuschuss für Sach- und Reisekosten, ein Wohnatelier in Braunschweig sowie die Betreuung in einem Mentorenprogramm. Finanziert werden die Stipendien durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, über Eigenmittel der HBK sowie über Drittmittel der Partner. Förderbeginn ist der 1. November 2015.
 

Die Stipendiaten im Bereich Bildende Kunst sind:

1. Sofia Bäcklund, geb. 1983 in Schweden, die in Schweden wohnt und arbeitet, überzeugt durch ihre Rauminstallationen mit Objekten aus verschiedensten Materialien, die ebenso vertraut wie fremdartig wirken. So heterogen die Objekte auf den ersten Blick wirken mögen, so stark ist doch der Bezug zueinander, der durch die korrespondierenden Farben wie auch durch die Anordnung der Dinge im Raum auf ebenso humorvolle wie subtile Weise hergestellt wird.

2. Patrycja German, geb. 1979 in Polen, wohnt und arbeitet in Berlin. Die Künstlerin stellt mit eindrucksvoller Konsequenz ihren eigenen Körper in das Zentrum ihrer ebenso sinnlichen wie drastischen Performances. Mit analytischem Blick und Humor blickt sie auf die historischen Positionen der Body Art. Im Rahmen ihres Stipendienaufenthaltes wird Patrycja German der Frage nachgehen, wie sich ihre zeitbasierte Performance in die (Kunst-)
Geschichte einschreiben lässt.

3. Isasi Gutierrez, geb. 1981 in Peru, lebt und arbeitet in Lima (Peru). Seine sich aus der Malerei entwickelten und in den Raum greifenden Arbeiten überzeugen durch ihre komplexe, freie und gleichzeitig klar strukturierte Form. Spielerisch fließen unterschiedlichste Medien in seine installativen Präsentationen ein. Malerei wird zugleich Objekt und Installation. Klassische Koordinaten des zweidimensionalen Bilds wie Figur und Grund werden dekonstruiert und neu im dreidimensionalen Raum erfahrbar gemacht.

4. Diana Sirianni, geb. 1982 in Italien, lebt und arbeitet in Berlin. Sie zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, klassische Medien, wie Raum, Fotografie und Installationen, auf eigenwillige Art in Beziehung zu setzen und so ihre Grenzen verschwimmen zu lassen. Räume werden gestaltet und dann in Fotografien abgebildet, die durch eine filigrane Schnitttechnik in dreidimensionale Gebilde transformiert werden: Sie addieren sich zu räumlichen Gebilden und werden schließlich fotografiert. Damit kreiert Sirianni eine Ausstellungsgeschichte, deren jeweils letzte Etappe sich bis an die Anfänge zurückverfolgen lässt.

5. Neha Thakar, geb. 1980 in Indien, lebt und arbeitet in Gujarat (Indien). An ein Bachelor-Studium in Wirtschaft an der South Gujarat University schloss sie ihren Master in Bildender Kunst/Malerei an der University of Baroda in Gujarat an. Ihre recherchebasierten und prozessorientierten Projekte gehen aus einer Beschäftigung der Künstlerin mit Vergänglichkeit, Veränderung, Gemeinschaft und Erinnerung hervor. In ihren multimedialen Arbeiten untersucht sie Beziehungen zwischen Gewässern, Kultur und Gesellschaft.

Mitglieder der Jury Bildende Künste:

  • Prof. Frances Scholz, Professur Malerei, HBK Braunschweig
  • Prof. Michael Brynntrup, Professur Film- und Videokunst, HBK Braunschweig
  • Dr. Justin Hoffmann, Leitung Kunstverein Wolfsburg
  • Dr. Julia Draganovic, Direktorin Kunsthalle Osnabrück
  • Dr. Holger Broeker, Leiter der Sammlung, Kunstmuseum Wolfsburg
  • Dr. Annett Reckert, Leitung Städtische Galerie Delmenhorst
  • Veronika Olbrich, Referentin für Bildende Kunst, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK), Hannover

 

Die Stipendiaten im Bereich Klangkunst sind:

1. Lucas Norer, geb. 1982 in Österreich, lebt und arbeitet in Wien. Er überzeugte die Jury durch seinen zeitbezogenen Kontext, indem er Themenfelder mit historischer und konkret politischer Dimension in das Ausdrucksspektrum der Klangkunst überführt und damit erweitert. Seine intensiven Recherchen und außergewöhnlichen Konzepte sind der Ausgangspunkt für eine Formfindung, die den Inhalten dient und die mediale Möglichkeiten des Audiovisuellen intelligent ausschöpft.

2. Peter Strickmann, geb. 1983 in Deutschland, wohnt und arbeitet in Saarbrücken. Er untersucht in breit angelegten, theoretischen und praktischen Studien die Klangwelt des Wassers in all seinen Formen der ästhetischen Domestizierung als Brunnen, Springbrunnen, Fontäne und Wasserspiel. Die Jury würdigt besonders seine Leistung, die in der einzigartigen Inszenierung eines kulturhistorischen, technischen und künstlerischen Zusammenhangs dieses Phänomens in den realen Manipulationen von Brunnenanlagen besteht.

3. Evgenija Wassilew, geb. 1978 in Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin. Sie verortet sich mit ihrem Kunstverständnis tief unter den Oberflächen der direkten Information, extrahiert fremde Geräuschwelten und kombiniert auf unterschiedlichen Ebenen bisher unbekannte Zusammenhänge zu einem neuen Wirklichkeitsbezug. Es entstehen ungewöhnliche Einblicke in ein künstlerisches Spektrum von großer poetischer Aufladung, sowohl im Bereich der Komposition als auch in der Verbindung von Klang und Skulptur.

Mitglieder der Jury Klangkunst:

  • Prof. Ulrich Eller, Professur Klangkunst, HBK Braunschweig
  • Prof. Dr. Christoph Metzger, Professur Theorie der Klangkunst, HBK Braunschweig
  • Dr. Claudia Tittel, Kunst- und Kulturwissenschaftlerin, Kunstkritikerin, Publizistin und Lehrende an der Universität der Bildenden Künste (UdK), Berlin
  • Dr. Barbara Barthelmes, Musikwissenschaftlerin, Autorin, Musikredakteurin der Berliner Festspiele
  • Prof. Arnold Dreyblatt, Professur für Medienkunst, Muthesius Hochschule Kiel
  • Hanna Hartmann, Klangkünstlerin, Berlin
  • Dr. Astrid Bernicke, Musikreferentin, MWK, Hannover

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien am 22.07.2015

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