- Text zur Thematik von Projektleiterin Viola Vahrson
- Hintergünde des Projektes
- Pressebild zur Verwendung mit vollständigen Bildangaben
Vom 22.06.2011 bis 10.07.2011 ist in der Galerie der Hochschule für Bildende Künste (HBK) die internationale Ausstellung ESCAPE mit Werken zum Thema Flucht zu sehen. Beteiligt sind Studierende der HBK, der Konsthögskolan i Malmö, der International Academy of Art Palestine und der Maumaus Escola de Artes Visuais Lissabon. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren haben sich über 20 Studierende mit verschiedenen Aspekten des Themas beschäftigt. Die ausgestellten Arbeiten weisen auf das Zusammenspiel von Gewalt, Hoffnung und Begehren hin, die im Thema der Flucht auf vielfältige Weise aufgehoben sind. Sie verbinden das Politische mit dem Poetischen und ermöglichen so neue Einsichten und Ansichten.
Folgende Studierende stellen aus:
Majd Abdel Hamid, Joanna Bini Eda, Claire de Santa Coloma, Miro Dorow, Karen Gimle, Til Heinicke, Leonie Hesse, Khaled Jarrar, Nina Jensen, Ingrid Koslung, Anne-Kathrin Loth, Henning Lundkvist, Tiago Mestre, Nikolai Nekh, Olof Nimar, Lydia Paasche, Sofi a Berti Rojas, Omaya Salman, Julian Stalbohm, Sarah Steiner, Maiken Stene, Lars-Andreas Tovey Kristiansen, André Trindade, Thale Vangen, Joen P Vedel, Martin Weiser, Constanze Wicke.
Initiiert und organisiert wurde das Projekt von Olav Christopher Jenssen (HBK) und Viola Vahrson (Stiftung Universität Hildesheim), Gerturd Sandqvist (Malmö Art Academy) und Jürgen Bock (Maumaus, Lissabon) .
Die Ausstellung wird zum Teil parallel zum „Rundgang 2011“ gezeigt, der vom 06.07.2011 bis 10.07.2011 läuft.
| Ort: | Galerie der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig |
| Zeit: | Von Mittwoch, 22.06.2011 bis Sonntag, 10.07.2011 |
| Eröffnung: | Dienstag, 21.06., 19 Uhr |
| Öffnungszeiten: | Mo–Fr: 13–18, Do 13–20 Uhr. Verlängerte Öffnungszeiten zum "Rundgang 2011"! |
Durch die Omnipräsenz der Medien werden wir beständig über humanitäre Katastrophen informiert, deren Ursache und Gründe in den verschiedensten Formen der Gewalt liegen. Viele Menschen unterliegen diesen Katastrophen, anderen gelingt die Flucht.
Das Projekt hat das Phänomen der Flucht in seinen vielfältigen Ausprägungen erforscht. Von Bedeutung sind natürlich die politischen Aspekte – Kriegsflüchtlinge, Migrantenströme, die an den Küsten von Spanien oder Italien landen, Demonstranten, die vor den Übergriffen des Militärs fliehen oder Menschen die vor Naturkatastrophen Schutz suchen. All diese Ereignisse sind von Bildern begleitet, die Menschen in Angst und Verzweiflung zeigen. Wie wird die Bewegung des Fliehens, der Moment der Flucht visuelle vermittelt? Welche Bilder von der Flucht prägen sich uns besonders ein? Welches Bildarchiv der Flucht bewahrt unser Gedächtnis und mit welchen Inhalten, Funktionen und Bedeutungen verknüpft es die visuellen Informationen?
Die Flucht berührt existentielle Ängste, Sorgen und Nöte, häufig ist Flucht aber auch mit Abenteuer und mit Begehren verbunden. Bilder von der Flucht lösen eine große Faszination aus, die häufig nach einer visuellen Steigerung verlangt. Warum?
Auch der innere Rückzug kann als Flucht-Eskapismus verstanden werden. Allzu gern entfliehen wir der Härte oder Langeweile des Alltags in eine fiktive Welt der Sprache und Bilder. Das innere Exil, der abgesteckte und gesicherte private Bereich, kann aber auch vor dem Schrecken der Realität Schutz bieten. Was aber passiert, wenn dieser innere Rückzug keine Öffnung mehr bietet, wenn Menschen in den Wahnsinn flüchten? Und was haben die Tagträume der Medien oder die Drogenkultur mit dem Wunsch die Realität zu fliehen zu tun?
Jede Hochschule/ Akademie organisierte im eigenen Land für alle beteiligten Studierenden einen Workshop. Jeder Workshop beschäftigte sich mit einen bestimmten Aspekt des Themas ESCAPE. Der erste Workshop im Mai 2009 folgte den historischen Spuren der Flucht während des Nationalsozialismus und der Teilung Deutschlands. Der zweite Workshop führte uns im Juli quer durch Palästina. In Vorträgen, Führungen und auf Reisen fand eine Auseinandersetzung mit der aktuellen sowie historischen Situation der palästinensischen Bevölkerung statt, der es nicht möglich ist, ihr Territorium zu verlassen, das immer stärker eingeschränkt wird. Im Spätsommer fand der nächsten gemeinsame Workshop in Schweden statt. Hier wurde die innere Flucht, der Escapismus anhand von Besuchen in Archiven, dem genauen Studium künstlerischer Arbeiten und Vorträgen thematisiert und diskutiert. Der vierte Workshop im Februar 2010 widmete sich in Lissabon der illegalisierten Immigration als einer Folge der Kolonialherrschaft. Die Workshops wurden durch Seminar, Vorträge und einer Filmreihe, die von Alexandra Gerbaulet zusammengestellt wurde, vorbereitet.

