Prof. Hartmut Neumann gibt Einblick in sein Werk
Höhlenblick (Mondbilder), Öl auf Leinwand, 90x70 cm
Die Ausstellung in der Galerie der Hochschule präsentiert mit Hartmut Neumann (* 1954) eine bedeutende künstlerische Position von internationalem Rang und einen ebenso wichtigen Hochschullehrer.
Seit 1992 kümmert Neumann sich als Professor um die Grundlehre an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Seine Werke sind in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, und wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, zuletzt Anfang 2010 mit dem Kunstpreis der niedersächsischen Landtagsfraktion der SPD.
Hartmut Neumanns Werk zeichnet sich aus durch eine unbeschwerte Lust an der Malerei. Phantastische, wild wuchernde Bildwelten werden uns hier präsentiert, die das Spannungsfeld zwischen Kunst / Künstlichkeit und Natur immer wieder aufs Neue ausloten. Die Malerei ist für Neumann ein Möglichkeitsraum, der unzählige neue, nie gesehene Landschaften bereithält, die unseren Wahrnehmungshorizont förmlich überwältigen.
Die rousseausche Sehnsucht nach einer traumwandlerischen Einheit mit der Natur, an die man sich angesichts der üppigen Fauna und Flora mitunter erinnert fühlt, wird freilich perfide unterlaufen von Elementen, deren Herkunft eindeutig künstlicher Natur ist. Überhaupt spricht aus der Neumannschen Natur ihre permanente Konstruiertheit. Augenfällig ist die Verquickung von Künstlichkeit und Natürlichkeit auch in Neumanns Fotoarbeiten, in denen unter anderem kunstvoll dekorierte ausgestopfte Affen und andere Skurrilitäten eine Hauptrolle spielen.
Die Ausstellung in der Galerie der Hochschule wird sich in erster Linie auf aktuelle Arbeiten zum Themenkomplex der Dunkelheit konzentrieren, die die Nacht als Zeit des Unheimlichen, aber auch als Ort der Geborgenheit und traumhafter Phantasieschöpfungen auffassen. Neben der Malerei werden auch Installation und Fotografie präsentiert, Medien die Hartmut Neumann häufig einsetzt, die er aber im Kern immer als Erweiterungen seiner Möglichkeiten als Maler begreift.
Der Intendant des Kunstmuseum Bonn Stephan Berg zu Neumanns Arbeiten: „Welten von phantastischer, fabulierender Dichte“ [...] „Bildmanifeste gegen die Ausdünnung des Mediums zum Theorieseminar oder zur Realitätsparaphrase.“
Katalogtext zur Ausstellung von Barbara Alms, "Bilder des Dunkels, Licht der Nacht"
| Ort: | HBK Braunschweig, Galerie (Johannes-Selenka-Platz 1) |
| Zeit: | Mittwoch, 28. April, bis Freitag, 28. Mai 2010 |
| Eröffnung: | Dienstag, 27. April 2010, 19 Uhr (es sprechen Prof. Friedemann von Stockhausen und Barbara Alms, Leiterin Städtische Galerie Delmenhorst) |
| Öffnungszeiten: | Montag - Freitag 13 - 18 Uhr, Donnerstag 13 - 20 Uhr (feiertags geschlossen) |
Professor Hartmut Neumann
Hartmut Neumann
Hartmut Neumann, 1954 in Delmenhorst geboren, lebt in Köln und Braunschweig und ist seit 1992 Professor an der HBK. Er studierte von 1976 bis 1980 an der Hochschule für Kunst in Bremen. Unter anderem erhielt er für seine Arbeit den Kunstpreis "Junger Westen", den Kunstpreis des Deutschen Künstlerbundes sowie den Willi Oltmanns-Preis.

vergrößern Hartmut Neumann, Höhlenbrüter (Vogellandschaften), 2009, 80 x 67 cm, Pigmentdruck auf Barytpapier
Zuletzt bearbeitet von Jesco Heyl am 22.09.2010

