- Exposé zur Ausstellung von Kurator Prof. Dr. Andreas Bee
- Pressebild zur Verwendung mit vollständigen Bildangaben
Fotografien und Zeichnungen des tschechischen Künstlers in der Galerie der Hochschule
Die HBK Braunschweig zeigt ab dem 13. April 2011 in der hochschuleigenen Galerie Fotografien und Zeichnungen des tschechischen Künstlers Miroslav Tichý.
Der Maler, Zeichner und Fotograf wurde 1926 in einem kleinen Dorf in Mähren geboren. Seine Lebensgeschichte ist von extremen Höhen und Tiefen gekennzeichnet: Jahrzehntelang fotografierte Tichý heimlich Frauen - und galt als verrückt. Er hatte große Probleme mit den kommunistischen Behörden in seinem Heimatland und verbrachte zehn Jahre seines Lebens abwechselnd im Gefängnis oder in der Psychiatrie.
Heute, im Alter von 84 Jahren, ist er ein Star. Zwischen 1955 und 1985 schuf Tichý ein höchst originelles fotografisches Werk von großartiger formaler Qualität. Für seine Arbeiten verwendete er fast ausschließlich selbst gebautes Equipment. Aus Konservendosen, Brillengläsern und Holzkisten bastelte er sich mit viel Geschick und Fantasie eigene Kameras. Dieser Umstand trägt nicht unerheblich zu der Eigenständigkeit seines Stils bei. Die Ausstellung in der HBK wird am 12. April 2011 um 19 Uhr von HBK-Präsident Prof. Dr. Hubertus v. Amelunxen eröffnet. Eine Einführung in Tichýs Werk gibt der Kurator der Ausstellung, HBK-Professor Dr. Andreas Bee.
| Ort: | Galerie der HBK, Johannes-Selenka-Platz 1, 38118 Braunschweig |
| Zeit: | Von Mittwoch, den 13. April 2011 bis Freitag, den 13. Mai 2011 |
| Eröffnung: | 12. April 2011 um 19 Uhr |
| Öffnungszeiten: | Mo – Fr 13 – 18 Uhr, Do 13 – 20 Uhr, feiertags geschlossen |
Miroslav Tichý hat sich selbst niemals um eine Öffentlichkeit bemüht, nie um eine Ausstellung, nie um eine Publikation. Das alles erschien ihm nicht erstrebenswert. Die Welt sei nur Schein, eine Illusion und jeder erkennt sowieso nur das, was er erkennen will, behauptet er immer wieder.
Nach einer Ausbildung an der Prager Kunstakademie versucht sich Tichý in den späten 40er Jahren zunächst als Maler und Zeichner. Doch die totalitären Verhältnisse und wohl auch persönliche Erlebnisse entfremden ihn mehr und mehr der offiziellen Kunst- und Kulturszene. Tichý zieht sich schließlich völlig zurück und beginnt eines Tages zu fotografieren. Nach und nach vernachlässigt er sein Äußeres, trägt einen Bart, die Haare lang und verfilzt, seine Kleider sind Lumpen. Die meisten Kinder haben zunächst Angst vor ihm. Sie denken, seine Apparate seien nur Attrappen und in Wirklichkeit mache er überhaupt keine Fotos. Seine Wohnung gleicht der Werkstatt eines chaotischen Tüftlers. Es gibt keine Heizung. Im Winter ist es feucht und kalt. Die Bilder, Zeichnungen und Fotos liegen überall herum und schimmeln. Doch das alles spielt für ihn keine Rolle.
Tichý, am 20. November 1926 in einem kleinen Dorf in Mähren geboren, ist heute zugänglicher geworden und vertreibt neugierige Besucher nicht mehr mit der Axt. Das Fotografieren hat er Anfang der 90er Jahre aufgegeben. Als der Neffe eines Jugendfreundes ihn vor einigen Jahren zu seiner ersten Ausstellung überredete und Harald Szeemann ihm 2004 auf der Bienal Internacional de Arte Contemporaneo in Sevilla präsentierte, kam der Ball ins Rollen. Seitdem interessiert sich die Welt für den alten „Samurai“.

vergrößern Miroslav Tichý, Fotografie, undatiert, 17,4 x 12,9 cm, Courtesy Galerie Susanne Zander Köln.
Zuletzt bearbeitet von Referat Presse und Kommunikation am 01.04.2011
