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Ausstellung: It's All About Music

Unter der Leitung von Dr. André Odiér, Geschäftsführer des Vereins der Freunde der Nationalgalerie Berlin und Lehrbeauftragter, haben Studierende eine Ausstellung erarbeitet, in der sich Arbeiten renommierter Künstler, unter anderem von Gerhard Rühm oder John Cage, und studentische Interpretationen begegnen. Am Dienstag, den 22. Juni 2010 wird sie um 19.00 Uhr in der Galerie der HBK eröffnet.

Chad Van Gaalen

Chad Van Gaalen, 2008. "Black Mold: Metal Spiderwebs"

Einladung "It's All About Music" zum Download

Ob bewusst mit dem Einschalten der ganz persönlichen Playlist, oder unbewusst übers Radio während einer Autofahrt – Musik umgibt uns, ergänzt unseren ganz eigenen Tagesrhythmus und begleitet die zwischenmenschliche Kommunikation. Denn spätestens seit Madonna weiß jeder: „Music makes the People come together“. Aber was ist eigentlich Musik, kann sie sichtbar gemacht werden, ist sie nur über den Hörsinn zu erfassen, hat sie unbedingt mit Harmonie und Klang zu tun? Die in der Ausstellung präsentierten Arbeiten sind nun das Resultat der unterschiedlichen Assoziationen und der unendlichen Bandbreite der Beschäftigungen und Überlegungen zur Musik.

Unter der Leitung von Dr. André Odier, Geschäftsführer des Vereins der Freunde der Nationalgalerie Berlin, haben 13 HBK Studentinnen über zwei Semester das Konzept der Ausstellung sowie ein Rahmenprogramm erarbeitet, in der sich ausgewählte künstlerische Positionen wie z.B. von Gerhard Rühm oder John Cage und eigene Interpretationen ergänzen. Akustische Architekturen treffen auf stumme objet trouvé, Videokunst auf Partituren. Die Vielfalt der präsentierten Arbeiten verdeutlicht, wie Musik auf unterschiedlichste Art und Weise dargestellt und rezipiert werden kann.

Die Ausstellung wird begleitet von 3 Events: Am 1. Juli bespielt das musikalische Kollektiv Datashock den Weidenhof der HBK Braunschweig, am 7. Juli treffen sich die Fussball-WM und Musik in der Sophienstraße. Noch mehr Musik auf die Ohren gibt’s am 9. Juli beim finalen Ausklang, wenn der nach John Cage präparierte Flügel zum Einsatz kommt.

Rahmenprogramm:

Do, 01.07., 20 h, Weidenhof HBK: Live-Musik vom musikalischen Kollektiv "Datashock"
Im Anschluss, im Kava, Frankfurter Str. 3, BS: Aftershow-Party

Mi, 07.07., 20 h, galerieherzblut: "Fußballspielvertonung" mit Per Olaf Schmidt und Sebastian Neubauer und Francisco Montoya.

Fr, 09.07., 19 h, Galerie der HBK: John Cage Interpretation

Ort: Galerie der HBK und galerieherzblut, Sophienstr. 15, 38118 Braunschweig
Zeit: 23.06.2010 - 10.07.2010
Eröffnung: 22.06., 19 h, Galerie der HBK
Öffnungszeiten: Mo–Fr: 13–18, Do: 13–20 h

Einblicke:

Die Studentin Rosa Rabe widmet sich dem Hamburger Klangkünstler Andreas Oldörp und kuratiert einen von ihm präparierten, klingenden Spint. Oldörp selbst beschäftigt sich verstärkt mit der Wechselwirkung von Klang und Raum und spricht in diesem Zusammenhang von seinen Objekten als Klangmöbeln. Ein weiteres Klangmöbel wird von den Künstlern Sandra Mann und Florian Heinke in diesen Ausstellungskontext gesetzt. Kirsten Achtermann präsentiert klingende Steine von Rolf Julius und bewegt sich damit auch in den Bereichen der Klangkunst und Klanginstallation.
Der Idee der Klangkunst sehr ähnlich, in der Ausführung jedoch grundverschieden ist das von Katharina Gutzer ausgestellte Werk. In Zusammenarbeit mit der UdK Berlin-Studentin Lisa Peters entstand eine Video-Installation die sich mit der Visualisierung von Rhythmus und Isolation auseinander setzt. In der Sophienstraße greift Viktoria Kramer das Thema der Visualisierung mit einer Installation von Heiko Wommelsdorf wieder auf. Bei den sechs auf dem Boden arrangierten Fernsehern geht es weniger um den Empfang eines flimmerfreien Bildes, sondern vielmehr um den Ton und die Geräusche, die bei einer Bildstörung auftreten. Wommelsdorf hat diese unterschiedlichen Störgeräusche bewusst genutzt und neu komponiert.
Im Bereich der Grafik und Partituren sind es vor allem Arbeiten von Gerhard Rühm und John Cage, die sich im Rahmen dieser Ausstellung gegenüberstehen. Anne Dickel zeigt einige ausgewählte Arbeiten Rühms, in denen es um die Visualisierung von Musik geht. Auch in den von Viktoria Kramer ausgewählten Partituren von John Cage geht es verstärkt um die Ausdrucksformen von Musik als Bild und der Übersetzung von Klang und Wort in Grafik. Vera Keidel stellt den kanadischen Grafiker und Musiker Chad Van Gaalen vor, bei dessen Musikvideos Melodien und Zeichnungen zu einem Ganzen verschwimmen. Im Fluss der eigens komponierten Musik entwickeln sich bunte, spielerische Zeichnungen auf dem Bildschirm, die mehr als nur Illustration sind. Um die Bildhaftigkeit von Musik dreht sich auch alles in Markus Oakleys Projekt „Blank Tape Spillage Fete“: Nicht die Musik als etwas Hörbares steht im Mittelpunkt der von Lisa Nuxoll ausgewählten Tapes, sondern ihre Verpackung.
Lena Holbein zeigt mit einem kurzen Videoclip via iPod, wie dicht Sprache und Musik beieinander liegen. Daran anknüpfend präsentiert Stefanie Matjeka einen Filmbeitrag der Tödlichen Doris und zeigt, wie Musik aus der Perspektive von Gehörlosen verstanden und interpretiert wird. Die Studentin Marcelina Kwiatkowski präsentiert stumme objet trouvés in Form von Photographien. Musik ist hier nicht hörbar, aber der abgebildete Akt des Musizierens appelliert an unsere Vorstellungskraft. Bekannte Melodien und Töne erklingen in unseren Ohren. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt eine von Lisa Grolig ausgewählte Tonaufnahme der Beatles, die unser musikalisches Gedächtnis aktiviert.
Mit einem Oszilloskop bewegt sich Ilka Meyer in die physikalische Welt der Klänge und macht Musik für den Besucher sichtbar. Auch in der Arbeit von Kenja Albrecht ist der Besucher selbst ein wichtiger Bestandteil. Hier wird Musik mit Religion und Madonna mit den ganz persönlichen Lieblingsliedern interaktiv verknüpft.

Freigegebene Pressebilder zur Verwendung mit Namensnennung

 
Team Shoot

vergrößern Dr. André Odiér (unten rechts) und sein Studierenden-Team © HBK/Ulrich Becker


Sandra Mann-florian Heinke

vergrößern Sandra Mann & Florian Heinke, 30 degreeds in shades, 2010. Klanginstallation.


Fotoreihe Unbekannt

vergrößern Fotoreihe (privat), 1950/60, 9 x 13cm. Autor unbekannt.


Chad Van Gaalen

vergrößern Chad Van Gaalen, Black Mold: Metal Spiderwebs, 2008


Andreas Oeldorp

vergrößern Andreas Oeldorp, Spind 2005. Klangmöbel 2 x 1,2 x 0,6m


Zuletzt bearbeitet von Jesco Heyl am 08.06.2010

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