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Neue Stipendiaten für das Atelier Galata in Istanbul

Aus 20 eingegangenen Bewerbungen hat eine Jury am Dienstag, den 8. Dezember 2009 vier Studierende der HBK für das Stipendiatenhaus Atelier Galata ausgewählt. Einstimmig wurde beschlossen, dass für den Zeitraum 15. Januar bis 15. April 2010 die Kommunikationsdesignerin Lotte Rosa Buchholz und die Kunstwissenschaftlerin Helena Davenport in das Stipendiatenhaus einziehen. Vom 15. April 2010 bis 15. Juli 2010 werden zwei Studierende der Freien Kunst, Paul Simon Krüger und Rodrigo Frenk, das Haus bewohnen.

Das Stipendiatenhaus Atelier Galata liegt inmitten der Altstadt Istanbuls und wird von der HBK gemeinsam mit der Kunststiftung NRW, der Stadt Köln und der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz unterhalten. Die StipendiatInnen erhalten die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen mit KünstlerInnen, SchriftstellerInnen und FilmemacherInnen auszutauschen, gemeinsame Projekte zu entwickeln und die Kunstszene Istanbuls kennenzulernen. Das Stipendium umfasst einen mietfreien 90-tägigen Aufenthalt im Stipendiatenhaus sowie die Nutzung des dazugehörigen Werkstattraums, einen monatlichen Unterhalts- und Materialkostenzuschuss in Höhe von 800 Euro und einen einmaligen Reisekostenzuschuss in Höhe von 500 Euro.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus dem Direktor der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (Tobias Henkel), einem Mitglied des Hochschulrates (Norbert Gabrysch), der Vizepräsidentin für Internationales (Prof. Dr. Annette Tietenberg) sowie Vertretern der FK I (Prof. Dr. Andreas Bee), der FK II (Prof. Klaus Paul) und der FK III (Dr. Alma-Elisa Kittner).

 

Die Auswahl wurde folgendermaßen begründet:

Lotte Rosa Buchholz präsentierte sich der Jury mit zahlreichen Arbeiten aus dem angewandten Bereich des Kommunikationsdesigns sowie mit freien Arbeiten. Ihre buchgestalterischen Werke setzen Schrift und Bild in überzeugender Weise in Relation zueinander, zeugen von typographischer Versiertheit und einer hohen Sensibilität. In ihren freien Arbeiten reflektiert Lotte Buchholz das Bild der „Frau“, indem sie die Möglichkeiten des Mediums Fotografie zum Selbstabdruck produktiv nutzt, um Körper zu spiegeln. Ihre experimentelle Vorgehensweise lässt erwarten, dass sich ihre Projekte durch die Erfahrungen in Istanbul um neue Facetten erweitern wird.

Helena Davenport hat ein Exposé eingereicht, das die Jury konzeptuell und sprachlich überzeugte. Der wechselseitige Transfer von deutscher und türkischer Kunst, aber auch von Film und verschiedenen Ausprägungen von Populärkultur, soll hinsichtlich seiner Rezeptionsweisen untersucht werden. Für ein solches Projekt ist Istanbul ein idealer Ort.

Paul Simon Krüger überzeugte die Jury durch die Präsentationsform seiner Arbeiten und seinen souveränen Umgang mit Raum. Er widmet sich der Zeichnung, dem Medium Graffiti und der Malerei, in die er auch grafische Elemente einfließen lässt. Rekurse auf malerische Positionen der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts, die Integration von Fundstücken sowie der selbstreflexive Umgang mit tradierten Formen der Kennzeichnung von Autorschaft wie der Signatur kennzeichnen sein Werk. Zu erwarten ist, dass er die Methode der Aneignung von Gefundenem in Istanbul weiter entfalten kann.

Rodrigo Frenk verschränkt in seinen Audio- und Videoinstallationen verschiedene Medien mit dem Raum. Jenseits einer medienreflexiven Dimension zeichnet sich Rodrigo Frenks Arbeitsweise dadurch aus, dass er gesammelte Klänge und Bilder, biografisch rückgekoppelt, vor einem kulturpolitischen Horizont entfaltet. Die Erfahrung, das Spezifische verschiedener Kulturkreise zu erfassen und zu verbinden, wird ihm auch Wahrnehmungsräume in Istanbul eröffnen.

Zuletzt bearbeitet von Jesco Heyl am 11.12.2009

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