Mike Bonanno zu Gast in der HBK Braunschweig
Unter dem Titel „An Evening with The Yes Men“ findet am 18. Mai 2011 um 19 Uhr eine Filmvorführung mit Vortrag in der Aula der HBK Braunschweig statt.
Die weltweit agierende Künstlergruppe "The Yes Men", zu der Andy Bichlbaum und Mike Bonanno gehören, betreibt politischen Aktivismus mit medialen Strategien und interventionistischen Performances. Die Künstler geben sich als politische Führungspersönlichkeiten oder große Firmen und Organisationen aus, um deren Machenschaften und politische Verwicklungen öffentlich auszustellen. So haben sie 1999 auf einer vermeintlichen Webseite der WTO (Welthandelsorganisation) globale Ausbeutungsverhältnisse parodiert, als angebliche Sprecher der Dow Chemical 2004 Bhopal-Opfern Entschädigung zugestanden und 2008 eine Fake-Ausgabe der New York Times in Umlauf gebracht, in der der Irakkrieg für beendet erklärt wurde.
Mike Bonanno wird die Arbeit der Yes Men auf englischer Sprache in der HBK vorstellen. Die Veranstaltung erfolgt in Zusammenarbeit mit Evil Twin Booking Agency. Der Eintritt ist frei.
- Einladungskarte zur Veranstaltung / PDF / 4 MB
Hintergrund:
Andy Bichlbaum und Mike Bonanno (mit bürgerlichem Namen Jacques Servin und Igor Vamos), betätigen sich als künstlerische Politaktivisten. Geschickt nutzen sie alle heute zur Verfügung stehenden medialen Möglichkeiten, wenn sie sich als politische Führungspersönlichkeiten oder Leiter großer Firmen und Organisationen ausgeben und auf die Klimakatastrophe, auf Umweltsünden und die negative Folgen der Globalisierung aufmerksam machen.
Die The Yes Men treten im Fernsehen auf, fälschen Internetseiten, lassen sich auf internationale Kongresse einladen. Sie vollführen absurde und teilweise schockierende Präsentationen, die bewusst die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterlaufen.
Nach ihrem ersten großen Filmerfolg 2003 „The Yes Men“, sorgten sie 2004 mit einer Fälschung der Website der Welthandelsorganisation (WTO) für internationale Aufmerksamkeit. In einer anderen Aktion erklärten sie live auf BBC im Namen von Dow Chemical, dass die Opfer der Katastrophe von Bhopal endlich ihre Entschädigungszahlungen von Dow Chemical erhalten würden, auf die sie bereits seit über 20 Jahren warteten. Sofort fielen die Aktienkurse des Unternehmens drastisch.
Bei einer anderen Aktion verteilten sie im Namen von ExxonMobile auf einer Konferenz Kerzen aus Menschenfleisch – als Pilotprogramm zur Nutzung alternativer Kraftstoffe. Im November 2008 verbreiteten sie eine fiktive New-York-Times Ausgabe, die auf den 4. Juli 2009 vordatiert war. In dieser waren Schlagzeilen wie „Der Irakkrieg ist beendet“ oder „George W. Bush wegen Hochverrats angeklagt“ zu lesen.
Das eigentlich schockierende ihrer Aktionen besteht in der Reaktion des Publikums, wenn beispielsweise Konferenzteilnehmer selbst bei den provokantesten Präsentationen, Theorien und Fotomontagen keine Miene verziehen. Aktuell wollen die Yes Men die „Welt reparieren“, indem sie amerikanischen Managern und Versicherern so genannte Survivalballs verkaufen. Sehr teure Einmann-Kugel-Schutzhüllen, die bei Terroranschlägen, Angriffen mit chemischen Waffen oder Naturkatastrophen Schutz bieten sollen. Ein absurdes Projekt, für das es dennoch reichlich ernst gemeinte Bestellungen gab.
Zuletzt bearbeitet von Referat Presse und Kommunikation am 10.05.2011

