Prof. Erich Kruse:
Die Studierenden mit dem Ausbildungsziel Industrial Design, die zu uns an die HBK kommen, sind konfrontiert mit einem Berg an Wissen in Bezug auf das Design: Designgeschichtliche Zusammenhänge; vergangene, derzeitige und zukünftige kulturelle Prägungen; verschiedene Herangehensweisen, um ästhetische, funktionale und ergonomische Probleme in der Produktgestaltung zu lösen; zeichnerische Ausdrucksfähigkeit in den konventionellen Darstellungsmethoden und in den sich immer wieder verbessernden neuen multimedialen Werkzeugen im Design; sich ständig wandelnde demografische und soziale Einflüsse auf das Design; bekannte aber auch innovative Werkstoffe und Fertigungsverfahren, die einen großen Einfluss auf die Gestaltung ausüben können - das alles und viel mehr gilt es, in dem Designstudium zu lernen, sich anzueignen und für das eigene Design anzuwenden. Ein Schwerpunkt in meiner Lehre liegt daher darin, den Studierenden sich diesen Herausforderungen zu stellen und dabei zu helfen, wie man gestalterische Probleme löst, dabei alle relevanten Faktoren berücksichtigt, Projekte in der gegebenen Zeit und unter den gegebenen Umständen bewältigt. Das alles, und dabei zu versuchen, einen eigenen Weg zu beschreiten und ein individuelles Profil zu entwickeln, um ausgetretene Pfade zu verlassen und zu innovativen Lösungen zu gelangen.
Die Veranstaltungen „Einführung in das Industrial Design 1“ und „Einführung in das Industrial Design 2“ geben genau in diesem Sinne einen Einstieg in die Designertätigkeit. Die Vorlesung und das Seminar sollen dazu dienen, nicht nur über die Methodik, das Wesen, die Definition und die Theorie des Industrial Design zu erfahren, sondern in einer praktischen Herangehensweise, das heißt in realen Entwurfsprozessen, das Entwerfen zu lernen und zu üben. In 5 Entwürfen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wird der teilweise doch sehr komplexe Designprozess beleuchtet. Verschiedene Vorgehensweisen und Methoden werden gelehrt und praxisorientiert angewendet. Es wird Wissen vermittelt, das für den Designer und die Designerin im weiteren Studium und in der kommenden Praxis als Grundlage der wissenschaftlichen und gestalterischen Tätigkeit von konkretem Nutzen sein soll.
