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Kommunikationsdesign in Forschung und Lehre

Kommunikationsdesigner haben die Aufgabe, Inhalte, die übermittelt werden sollen, zu erfassen und diese mit künstlerisch gestalterischen Mitteln in sichtbare Information zu übersetzen. Dabei werden wissenschaftlich-theoretische Erfahrungen und Erkenntnisse berücksichtigt.


Der Kommunikationsdesigner sieht sich als Vermittler zwischen bildhaften Prozessen und gesellschaftlichen Prämissen.

Kommunikationsdesign, als wissenschaftliches Fach, leitet seine Erkenntnisse aus den Überlieferungen unserer Kultur und deren Analyse her. Gestaltung kennt keine berechenbaren Regeln, vielmehr Prinzipien, die durch die Weitergabe von Generation zu Generation erfahrbar gemacht und durch Umsetzung beispielhaft dargestellt worden sind. Man kann von einer kulturell verinnerlichten Intuition sprechen, die durch Analyse, ständiges Probieren und Experimentieren zur bewußten Anwendung gebracht wird und so zu einer Erkenntnis heranreift.
Kulturell gewachsene und geschichtlich überlieferte Bilddefinitonen und Kommunikationsformen beeinflussen den Entstehungsprozess eines visuell erfahrbaren Produktes und zwingen die Kommunikationsdesigner zu einer ständigen Reflexion des kulturellen Kontextes, wobei sie gleichzeitig Teil desselben sind. Die kulturell- gesellschaftliche Auseinandersetzung wird von den begleitwissenschaftlichen Disziplinen manifestierend unterstützt.

Die Forschungsschwerpunkte des Kommunikationsdesign ergeben sich entsprechend aus der Analyse gesellschaftlich-kommunikativer Zusammenhänge.
Unsere moderne Zeit ist geprägt von Schnelligkeit, einer sich geradezu überschlagenden Hast nach Innovation und der daraus resultierenden Schnelllebigkeit der Produkte, der Produktion, der Auffassungen.Internet und andere weltvernetzte Publikations- und Informationsmedien beinflussen unsere kulturelle Gesellschaft. Die Informationsindustrie steht in einer starken Konkurrenzsituation und nutzt die marktwirtschaftliche Mechanismen, um einen Wettbewerbsvorteil zu etablieren. Die Gleichzeitigkeit von Informationen und Lifesimulationen machen die Bildrezeption zur Glaubensfrage, Aktualität zur obersten Prämisse, Informationen und Inhalte kurzlebig.
Rezeptionsbereitschaft und Verständnisfähigkeit der Gesellschaft stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschwindigkeit der Informationen und Produkterscheinungen. Die Selektion nach Immanenz und Wahrheit scheint unmöglich. Das Konsumverhalten zeigt sich analog im Schneller, Günstiger und Mehr. Beliebigkeit ersetzt Verbindlichkeit.

Außerdem stehen die neuen medialen und technischen Möglichkeiten der bildhaften Produktion und Reproduktion der Allgemeinheit zur freien Verfügung und implizieren abrufbare ästhetische Lösungen. Sie beeinflussen Bilderfahrung, Informations- und mediale Kommunikationsprozesse und schlagen sich somit in der ästhetischen Erfahrung unserer Gesellschaft nieder.

Diese gesellschaftsbestimmenden, marktorientierten Bedingungen beeinflussen die Arbeit des Kommunikationsdesigners und seine bildschaffende Auseinandersetzung. Dies bedeutet nicht, daß er sich kritiklos, reaktiv, den Mechanismen hingeben muß. Die Aufabe des Kommunikationsdesigners ist die designspezifisch methodische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragestellungen. Diese gilt es zu analysieren, zu erforschen und weiterzuentwickeln. Seine Arbeit ist geprägt durch Erkenntnisfähigkeit und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Diese Erkenntnisfähigkeit rechtfertigt es wiederum, vom Designer als einer kulturschaffenden Persönlichkeit zu sprechen. Er nimmt als Vermittler, quasi als Übersetzter, Aus- und Ein-Sortierer an unserer Gesellschaft teil und schafft mit seiner Arbeit, wenn er sie verantwortlich handhabt, Möglichkeiten des Erkenntnisgewinns.

Gerade die Ausbildung an einer Kunsthochschule muss dem Gesichtspunkt der Verantwortung des Designers Rechnung tragen. Das Studium dient nicht der Ausbildung zu einem bestimmten Beruf. Ziel der Lehre ist es, Persönlichkeiten herauszubilden, die durch ihre künstlerisch-gestalterische Ausdrucks- und Urteilsfähigkeit, durch ihre technischen Fertigkeiten und wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Lage sind, den sich ständig erweiternden inhaltlichen und technischen Anforderungen zu begegnen. Analysieren,planen, strategisch Denken und Handeln, eine ausgeprägte Erkenntnisfähigkeit, ein gutes Differenzierungsvermögen, Erfindungsgabe, Flexibilität und Teamfähigkeit sind dabei wichtige Vorraussetzungen.
KommunikationsdesignerInnen sind Kulturschaffende mit gestaltungs- und medienwissenschaftlicher Kompetenz.
 

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