Das Spektrum der Gestaltungsaufgaben in der 3D-Kommunikation reicht vom Verpackungsdesign über die Gestaltung von Orientierungs- und Wegeleitsystemen (public design), bis hin zur Gestaltung von Messeauftritten, komplexen Themenausstellungen und szenischen Welten.
Das Kommunikationsinstrument „Ausstellung“ ist in besonderer Weise geeignet, Wissensinhalte darzustellen und nachhaltige Erinnerungs- und Motivationswirkung (im Sinne eines emotional verankerten Lernens) bei den Besuchern zu erzielen. Es ist kontextorientiert und nutzt alle adäquaten Gestaltungsmedien, um sie zu einem physisch, emotional und mit allen Sinnen erschließbaren Erfahrungsraum zusammenzuführen („Echtraum-Kommunikation“).
Es bedient sich dabei
- der klassisch-wissenschaftlichen Methodik zur Themenerschließung und -bearbeitung (Recherche, Analyse, Bewertung, Thesenformulierung)
- der gestalterischen Innovationskraft der Bilder, Metaphern und (Raum-) Szenarien
- der dramaturgischen Prinzipien von Film und Theater (Storytelling, Spannungsbogen)
- sowie der künstlerischen Interpretation (assoziativ, poetisch, irritierend …)
An der Schnittstelle zwischen Grafik Design, Industriedesign, Raumgestaltung/ Architektur und Mediengestaltung ist Ausstellungsgestaltung grundsätzlich interdisziplinär ausgerichtet und vernetzt sich mit den angrenzenden Gestaltungsdisziplinen und (Begleit-) Wissenschaften. Ausstellungsgestaltung setzt Teamfähigkeit und Querdenken bei der Suche nach neuen, faszinierenden und unterhaltsamen Umsetzungen von Inhalten und Themen, die intensive Beschäftigung mit dem jeweiligen Stoff voraus, d.h. die Lust und die Fähigkeit, in stets neue Themengebiete einzutauchen, um Expertenwissen und komplexe Zusammenhänge in „begehbare Geschichten“: verständliche und sinnlich/visuell wahrnehmbare Erlebnissphären umzuformen.
Eine überzeugende Gesamtkonzeption umfasst den Umgang mit Text und Typografie, Bildsprache und Bildgrammatik vom Schaubild bis zum Bewegtbild, den Einsatz von Multimedia und Computer, Ton, Licht und Spezialeffekten ebenso wie die Bestimmung der adäquaten Materialsprache, der Form-, Farb- und Raumwirkung. Sie orientiert sich an den zu kommunizierenden Botschaften und Zielen, die durch „Absender“ und Thematik definiert und formuliert wurden, und an Relevanz und Erkenntnisgewinn für die Besucher.
Die Dramaturgie des Ausstellungserlebnisses: wie die Besucher sich in den Räumen bewegen, welche Wege sie nehmen, wie viel Zeit sie sich lassen, was ihre Aufmerksamkeit fesselt, wie sie emotional und intellektuell angeregt werden, wo sie selbst aktiv werden können, wo sie Ruhephasen finden, wie sie mit den Angeboten und anderen Besuchern kommunizieren und interagieren, und was sie schlussendlich als für sich persönlich wertvoll und als nachhaltige Erinnerung mitnehmen – bezieht alle Möglichkeiten der physischen, sensorischen und kognitiven Ansprache ein („Involvement“).
Nicht zuletzt gehören zur Gesamtgestaltung und dem prägnanten Erscheinungsbild einer Ausstellung auch die entsprechenden Begleitmaterialien – vom Plakat über das Infoblatt bis zum ausführlichen Katalog, dem Web-Auftritt und den „Souvenirs“.
Neben (und zunehmend auch im Zusammenwirken mit) den neuen Medien – Simulation, Virtual Reality, web-basierte Kommunikation – ist die Attraktivität von Ausstellungen ungebrochen. Sie sind in ihrer nachhaltigen Wirksamkeit trotz vergleichsweise geringer „Reichweite“ unübertroffen. Erfolgreiche Ausstellungen sind Publikumsmagneten („Titanic“, „Körperwelten“) – man spricht über sie, man „muss sie gesehen haben“.
Komplexität der Gestaltungsaufgaben, Themenvielfalt und kreativer Spielraum für unkonventionelle Ideen und Lösungen, „Trendscouting“ nach neuen Materialien, Techniken und Effekten und inspirierender Austausch im Teamprozess – das macht die Arbeit an Ausstellungen zu einer faszinierenden Herausforderung. Und zu einem zukunftsfähigen Gestaltungsfeld für neugierige Universalisten, Querdenker und Geschichtenerzähler.
