
Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig hat erstmals vom DAAD/BMBF eine finanzielle Zuwendung aus dem ISAP-Programm (Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften) erhalten, um drei fünfmonatige Studienaufenthalte am Institut Teknologi in Bandung (ITB) zu fördern. Mit dem ITB verbindet die HBK seit vielen Jahren eine Hochschulpartnerschaft. Durch die Teilnahme am ISAP-Programm soll den Studierenden beider Hochschulen eine weitere Möglichkeit gegeben werden, einen geförderten Studienaufenthalt an der Partnerhochschule zu absolvieren.
Es handelt sich dabei um ein Gruppenprogramm, in dem Studierendengruppen finanziell unterstützt werden, die zeitgleich an die ausgeschriebene Hochschule gehen, um dort ein Semester zu studieren.
Aus diesen Mitteln können zwei Stipendien für Bachelor- oder Diplomstudierende und eines für Graduierte (Master) finanziert werden. Meisterschüler können sich nur dann bewerben, wenn der/die betreuende Hochschullehrer/In einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt während des Meisterschülerstudiums zustimmt.
Bewerben können sich alle Studierenden aus den Designstudiengängen und der Freien Kunst, die das 2. Fachsemester der Bachelor- oder Diplomstudiengänge erfolgreich absolviert haben. Für Masterstudierende und Meisterschüler entfällt diese Regelung.
Im Februar 2012 wurden die Fördersätze für Bachelor- und Master-Studierende vom DAAD angepasst. Die Studierenden erhalten bei Bewilligung des Stipendiums eine monatliche Stipendienrate von 650 Euro, eine einmalige Reisekostenpauschale von 900 Euro und einen monatlichen Zuschuss zur Krankenversicherung von 35 Euro.
BAföG-Empfänger erhalten weder eine Reisekostenpauschale noch einen Krankenversicherungszuschuss, da hierfür BAföG-Leistungen beantragt werden können. BAföG-Empfänger müssen beachten, dass dieses Stipendium ab einer Höhe von 300,00 Euro als Einkommen gilt und bei der BAföG-Antragstellung anzugeben ist.
BewerberInnen sollten berücksichtigen, dass nur Studierende gefördert werden können, deren Studienverlauf es zulässt, dass im Ausland erbrachte Studienleistungen in einem Umfang von 30 Credits bzw. als ein Fachsemester anrechenbar sind.
Die ISAP-StipendiatInnen werden verpflichtet, dies in einem Learning Agreement mit den entsprechenden Lehreinheiten und dem International Office zu vereinbaren.
Kurse zur sprachlichen Vorbereitung können aus diesem Programm ebenfalls gefördert werden.
Das International Office unterstützt die ISAP-Stipendiaten bei der Vorbereitung und Durchführung des Auslandsaufenthalts.
Für die Bewerbung werden folgende Unterlagen benötigt:
1. Bewerbungsformular
2. ausführlicher tabellarischer Lebenslauf (englisch und deutsch)
3. Begründung und Motivation für den Auslandsaufenthalt (deutsch und englisch bzw. die Sprache des Gastlandes)
4. Kurze Stellungnahme eines Hochschullehrers/-lehrerin (deutsch) mit Bewertung über die überdurchschnittliche akademische Qualifikation (oberstes Viertel im Hochschulmaßstab)
5. Nachweis über die bisher erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen: Das „Official Transcript“ findet man als Download auf der HBK Website. Bitte auf englisch ausfüllen und im Prüfungsamt abzeichnen lassen.
6. Portfolio (8-10 Arbeiten)
7. Meisterschüler reichen eine Einverständniserklärung ein.
Die Bewerbungsfrist für das Wintersemester 2012 in Bandung (Aug. - Dez.) endet am 15. Februar 2012 um 13 Uhr. Für das Sommersemester 2013 (Jan. - Juni 2013) endet die Bewerbungsfrist am 16. Juli 2012 um 13 Uhr.
Die Bewerbungsunterlagen bitte in Papierform im International Office der HBK einreichen.
Die abgegeben Unterlagen dienen zur Auswahl der Stipendiaten. Ergänzend kann eine Auswahlkommission aus Hochschullehrenden Auswahlgespräche führen.
Am Donnerstag, dem 16.02.2012 hat eine einberufene Jury für das ISAP-Gruppenprogramm an der HBK-Partnerhochschule Institut Technology Bandung (ITB)/Indonesien drei StipendiatInnen ausgewählt.
Die Jury bestand aus dem Leiter für Studium und Lehre (ZQL) Lutz Röttger, Prof. Uli Plank (FK II, bis Januar 2012 Vizepräsident für Internationales), Prof. Eku Wand (FK II, Indonesien Beauftragter der HBK). Das dazu gehörige Protokoll führte Karina Kindschuh (stellvertretende Leitung International Office).
Einstimmig wurden folgende StipendiatInnen ausgewählt:
Esra Özen (MA of Communication Arts, 4. Semester/Freie Kunst, 8. Semester)
Samantha Brings (BA Industrial Design, 3. Semester)
Benjamin Ott (BA Industrial Design/Transportation Design, 3.Semester)
Esra Özen verfolgt ihre sehr eigenständigen Arbeitsansätze seit dem BA-Studium konsequent weiter. Bisher entstanden qualitativ hochwertige Fotoserien sowie hervorragende Buchprojekte mit teilweise objekthaftem Charakter, in denen sie die Grenzen des Mediums Buch auslotet. Die Jury geht davon aus, dass mit einem Auslandsaufenthalt am ITB Bandung zum jetzigen Zeitpunkt ihrer künstlerisch-gestalterischen Entwicklung genau der richtige Impuls gesetzt wird.
Samantha Brings, Studentin des Industrial Design indonesischer Herkunft, aufgewachsen in Deutschland, möchte am ITB Bandung erforschen wie sich der Designprozess Indonesiens gestaltet im Unterschied zum deutschen und/oder europäischen. Damit verbunden plant sie das Verhältnis von Materialien und deren Be- und Verarbeitung zu untersuchen, als auch den Einfluss traditioneller Handwerkskunst Indonesiens auf das (aktuelle) Design. Um diesen design-wissenschaftlichen Ansatz zu verfolgen, empfehlen die Jurymitglieder den Auslandsaufenthalt am ITB nachdrücklich.
Benjamin Ott möchte der Frage nachgehen, wie sich soziologische Aspekte und Abläufe des alltäglichen Lebens in Indonesien gestalten. Als Student des Industrial Design/Transportation Design interessiert ihn vor allem der Erfolg des im asiatischen Raum typischen Fortbewegungsmittels, des sogenannten „TukTuk“, und ob dieses als Vorbild für eine nachhaltige Mini- und Makro-E-Mobility der Zukunft dienen kann. In diesem Zusammenhang wird er sich in Bandung mit dem Thema des drohenden Klimawandels intensiv auseinander setzen. Die Jury verspricht sich von der Begegnung mit einem anderen Kulturkreis eine Erweiterung seines design-technischen/design-wissenschaftlichen Vokabulars und eine produktive Umsetzung seiner dort gesammelten Erfahrungen.
