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HBK Braunschweig bietet neuen Lehramtsstudiengang Kunstpädagogik

11.03.2021

Noch bis zum 17. März 2021 können sich Studieninteressierte, die Kunstlehrerin oder Kunstlehrer an Gymnasien oder Gesamtschulen werden wollen oder sich für Kunstvermittlung begeistern, erstmals für den neuen Studiengang Kunstpädagogik an der HBK Braunschweig bewerben. Der Studiengang bietet Zugang zur Welt der Kunst und zu vielfältigen Erfahrungen in der eigenen künstlerischen Praxis. Zugleich spielt die pädagogische Professionalisierung in Theorie und Praxis, in gemeinsamen Vermittlungsexperimenten und in realen Unterrichtsprojekten eine wichtige Rolle. Auch gesellschaftliche Fragen unserer Zeit finden einen Ort, künstlerisch verhandelt zu werden.

 

Prof. Dr. Christine Heil, Prof. Dr. Rahel Puffert (von links)

Prof. Dr. Christine Heil, Prof. Dr. Rahel Puffert (von links)


Drei Fragen an die Professorinnen Dr. Christine Heil und Dr. Rahel Puffert, die als gerade Berufene den Studiengang in den kommenden Jahren aufbauen werden.

In Braunschweig kann weiterhin Kunst auf Lehramt studiert werden. Das war so und das bleibt so. Was ist jetzt aber anders?

Heil: Es ist etwas sehr Besonderes an einer Kunsthochschule zu studieren und mit aktuellen Kunstentwicklungen in Berührung zu kommen. Das bleibt so. Besonders daran ist, dass Kunstpädagogik-Studierende gemeinsam mit Studierenden des Diplomstudiengangs Freie Kunst studieren und Zeit und das richtige Umfeld haben sowie die Begleitung durch künstlerisch Lehrende, um eine eigene künstlerische Position zu entwickeln. Wir haben uns deshalb dafür eingesetzt, dass der Bachelor-Studiengang mit dem neuen Namen „Kunstpädagogik“ weiterhin mit einem zusätzlichen intensiven Kunstpraxisjahr in den Grundklassen beginnt. Das Modell des Grundjahrs im Lehramtsstudium Kunst ist bundesweit einmalig und wird hoffentlich Schule machen.

Puffert: Neu ist nun, dass es eigene künstlerische Professuren und eigene Atelierplätze speziell für Kunst Lehramtsstudierenden geben wird. Denn wir möchten eine Kunst stärken, bei dem der jeweilige gesellschaftliche bzw. soziale Raum mitgedacht wird. Kunst kann im Ausstellungsraum stattfinden, sie findet ihren Ort heute aber ebenso an einer Fußgängerampel, beim Betrachten eines Schaufensters, auf dem Dach eines Museums oder eben im Klassenraum oder Pausenhof. Der Studiengang bietet deshalb während des Studiums ein breites Spektrum an Experimentierfeldern an, um die eigenen Perspektiven zu erweitern. Bereits im Studium bildet sich für Studierende so die gesellschaftliche Relevanz des Faches Kunst ab.

Das pädagogische Rüstzeug für die Arbeit in der Schule bekommt mehr Gewicht im Studium. Warum ist das wichtig?

Puffert: Die Entwicklung sozialer und kommunikativer Kompetenzen, Formen der Zusammenarbeit und Selbstorganisation sind für Kunstpädagogikstudierende wichtig, weil nur mithilfe solcher Befähigungen ein zeitgenössischer Kunstunterricht realisiert werden kann. Ziel ist es, Kunst und Pädagogik als gleichwertige Formen gesellschaftlichen Handelns zu verstehen.

Heil: Ganz konkret wird es für die Lehramtsstudiengänge eigene künstlerische Schwerpunktmodule geben. In diesen Modulen kann ein handlungs- und bildungsrelevanter Kunstbegriff gestärkt werden, der Anschlussfähigkeit zum Handlungsfeld der Schule und anderen bildungsbezogenen Kontexten herstellt. Zeitgenössische Entwicklungen in der Kunst stellen ein breites Erfahrungs- und Wissensfeld bereit, welches auch in der Schule wirksam werden kann und sollte. Das gelingt aber nur dann, wenn es dafür ebenfalls Experimentierräume und ein gemeinsames, kritisches Nachdenken über die Experimente bzw. Gelegenheit zu Ihrer Erforschung gibt.

Puffert: Damit reagiert unser Studiengang auf sich stets ändernde Anforderungen und Rahmenbedingungen im Arbeitsfeld Schule – und in der Kunst.

Abschließend: Der Studiengang ist noch jung. Auch Sie sind erst seit kurzer Zeit berufen. Können Sie (trotzdem) schon grob skizzieren, wie Sie den Studiengang in den kommenden Jahren profilieren möchten?

Puffert: Uns ist die Theorie-Praxis Verschränkung sehr wichtig. Das heißt, wir reflektieren, was wir tun, und wir probieren aus, was wir theoretisch entwickelt haben. Parallel zur Entwicklung eines zukunftweisenden Curriculums haben wir uns deshalb auch an die Umgestaltung der Flure, Böden und Einrichtung des Projektraums gemacht. Wir wollen dem Kommenden auch auf dieser Ebene eine neue Färbung geben.

Heil: Nun kommt es darauf an, was die Studierenden zusammen mit uns in diesem Rahmen entwickeln werden. Etwa 30 neue Lehramts-Studierende können einen Studienplatz an der HBK erhalten. Wir sind gespannt auf interessante Mappen zum Bewerbungsende am 17.3.2021 und auf neugierige Bewerberinnen und Bewerber zu den Aufnahmegesprächen im Juni!
 

 

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien am 11.03.2021

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