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Vortragsreihe: Affektive Medien / Wissenschaft

Kategorien
Industrial Design

Veranstaltungsart
Vorträge

Ort der Veranstaltung

Datum
04.07.2016

Uhrzeit
16:45

Die Vortragsreihe fragt nach dem 'affektiven Dispositiv' unserer
Gegenwart: Einerseits prägen Diskurse um Affektivität derzeit
unterschiedlichste Disziplinen. Andererseits zielen Affekt-Technologien
wie Regierungshandeln darauf, Affektzustände zu stimulieren und zu
regulieren.

Fünf hochkarätige WissenschaftlerInnen stellen ihre Forschungen zu aktuellen Verschränkungen von Technologien, Affekten und Diskursen vor.
Sie untersuchen den Wandel der techno-medialen Bedingungen von Affektivität und erörtern, mit welchen Methoden und Theorien dieser erfasst
werden kann.

02.05.: Am Anfang war die Technik. Zur Implementierung des Affektiven in die Medienwissenschaft   Prof. Dr. Marie-Luise Angerer (Universität Potsdam)

23.05.: Vom Regieren der Affekte und ihrer medientechnischen Zurichtung  Dr. Oliver Leistert (Leuphana Universität Lüneburg)

06.06.: Träumen und Wachen im Schlaflabor: Die verschachtelte Realität des ›Lucid Dreaming‹  Prof. Dr. Petra Gehring (TU Darmstadt)
Die Schlaflaborforschung richtet ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf das sogenannte "Klarträumen"(Lucid Dreaming). Lässt sich in den Traumzustand eine ArtWachwissen ums Träumen einführen? Kann womöglich ein Träumender aus dem Traum heraus kommunizieren, also Signale z.B. an Versuchsleiter senden? Der Vortrag stellt das Phänomen des Lucid Dreaming vor, betrachtet aber auch die Forschung, der das Stichwort entstammt. Beides gehört eng zusammen. Die verschachtelte Realität des Lucid Dreaming ist innerhalb und für die Forschung ein hoch funktionales Konstrukt, wenn nicht Artefakt so die These. Denn – jedenfalls als realer Wachzustand interpretiert löst das Phänomen in erster Linie ein epistemisches Problem.


20.06.: Glitch?! Affekte zwischen Störung, Kunst und Empfindung
Dr. Serjoscha Wiemer (Universität Paderborn)
Als ’technische Abnormalitäten’ lassen glitches Sicherungen durchbrennen, bringen Rechner zum Absturz oder verwandeln Videostreams in abstrakte Mosaike. In der ’glitch art’ sind technische Störphänomene stilprägend. Der Glitch-Künstler Curt Cloninger hat ’glitches’ als affektives ’Stottern’ von Medientechnik beschrieben. Ist der Glitch der Affekt aus der Maschine? Wie lassen sich über ’Glitch’ Technik und Affekt zusammendenken? Verweisen die zeitgenössischen techno-medialen Bedingungen von Affektivität auf eine veränderte medienanthropologische Situation?

04.07.: Affective Computing  Dr. Gabriele Gramelsberger (Leuphana Universität Lüneburg)
Affektive Computing beschäftigt sich mit den Anwendungsmöglichkeiten des Erkennens und Simulierens von Affekten durch Computer. D.h. es geht um die Frage, ob Computer menschliche Affekte/ Emotionen erkennen und berechnen (affect recognition), aber auch bei Computerbenutzern Affekte/Emotionen modulieren können (affect generation). Anwendungsfelder sind das elektronisch gestützte Lernen, Computerspiele (affective games), Virtuelle Realität, Robotik oder auch Sicherheitstechnologien. Insbesondere Selbstaufzeichnungspraktiken (life writing, quantified self) generieren neue, affektive Ausprägungen des elektronischen Selbst. Der Vortrag diskutiert dieses relativ neue Feld des Affective Computing und stellt es in den historischen Diskurs zur Erfassung menschlicher Sensualität und Emotion.

Zuletzt bearbeitet von Sabine Maag, Veranstaltungsmanagement

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