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Der andere Standpunkt - Medienwissenschaften in der Globalisierung

Laufendes Projekt


Taschenglobus (Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin) © bpk / Kunstgewerbemuseum, SMB


Projektname Der andere Standpunkt. Medienwissenschaften in der Globalisierung.
Projektleitung Prof. Dr. Ulrike Bergermann
Förderer Forschungskommission HBK, Braunschweiger Zentrum für Gender Studies

Der Arbeitsschwerpunkt

Ausgangsidee

Der Blick auf den Globus ist immer einer über den Globus. Er geht notwendig über Grenzen, terrioriale wie kulturelle. Das Forschungsprojekt soll zwei zentrale Perspektivierungen auf diesen Blick ausarbeiten: die medientechnische und die verandernde. Wie es zu denken ist, dass wiederum beide verschränkt sind, ist das zentrale Anliegen des Vorhabens.

Dass "Medien" eine große Rolle für "die Globalisierung" spielen, ist ein Allgemeinplatz und in der Rede von den weltumspannenden Netzen unmittelbar einsichtig. Dennoch meint man mit "Medien und Globalisierung" in der Regel immer noch, dass die gewohnten Kommunikationsformen beschleunigt werden: Steigerungsformeln sind neben der Frage nach Vereinheitlichung (einer Kolonisierung durch Kultur- und Wissensformen) die vorherrschende Art, die neuen planetarischen settings von Ich und Wir zu konzeptualisieren.

Globus Chodowiecki Daniel Klein 4

Daniel Chodowiecki, Globus, 1786
© Bibliothek für Bildungs- geschichtliche Forschung (DIPF)

Eine kulturwissenschaftliche Medienwissenschaft speist sich:

- zum einen aus den Figuren, die die Medien- (und Verkehrs-)Geschichte entwickelt haben, um die Phänomene und Effekte des Verbundenseins, der instantanen Übertragung zu untersuchen;

- zum anderen aus den Postcolonial Studies, die das Verhältnis von Universalität (der ganzen Welt, dem Bild des Ganzen, der gleichen Botschaft rund um den Globus, den gleichen ethischen Grundsätzen für alle usw.) und Singularität bereits seit Jahrzehnten untersuchen.

Beide beziehen sich auf Kulturgeschichte, etwa die Geschichte der Perspektive als europäischer Darstellungskonvention, ihre subjektivierenden Funktionen, das Verhältnis von Sichtbarkeit und Sagbarkeit und das Licht als weißer Bildlichkeit, außerdem auf Philosophien der Alterität sowie der Geschichte der Ethnologie - und wie diese die europäische Geistesgeschichte informiert haben.

Vorträge im Rahmen des Arbeitsschwerpunkts

Vorträge von Prof. Dr. Ulrike Bergermann

  • "Verspannungen. Ästhetik und Dokumentarismus bei Google Earth".
    Workshop "Standpunkte. Weltkonstruktionen im Auge, HBK Braunschweig, 31.6.2011
  • "Weißabgleich und unzuverlässiges Vergleichen". Vortrag im Rahmen des Panels "Blackouts und 'White Balance'. Politische Schwierigkeiten ästhetischer Normsetzung" mit Nanna Heidenreich und Maja Figge im Rahmen der GfM-Jahrestagung, "Dysfunktionalitäten", Universität Potsdam, 5.-8.10.2011/ 7.10.2011
  • "Die All-Null. Empty signifyer bei Google Earth". Ringvorlesung: Bild und Bit, internationale filmschule köln ifs, 22.2.2011
  • "Über die Unsichtbarkeit der Farbe Weiß: Geschichten zur Normalität". "Sprechstunde" im Rahmen des Theaterformen-Festivals "The Presence of the Colonial Past", Staatstheater Braunschweig, 6.5.2010
  • "VON WO - Der Globus als Echtraum und der situierte Blick,"
 Antrittsvorlesung, Aula der HBK Braunschweig, 9.12.2009
  • "Darstellungsraum Welt: gekrümmte Horizonte". Vortrag in der 
Vorlesungsreihe "DarstellungsRäume. Schrift, Bild, Tanz, Klang", FU Berlin, Kolleg "Schriftbildlichkeit", 3.6.2009
  • "Standpunkte des Planetarischen".
 Vortrag im Promotionskolleg "Formations of the Global" - Globalisierung aus kulturwissenschaftlicher Perspektive, Universität Mannheim, 19.3.2009

Vorträge von Nanna Heidenreich (wissenschaftlicher Mitarbeiterin bei Prof. Bergermann)

  • "Das zur Schau gestellte Elend: Wie Anti-Trafficking-Kampagnen Migration 'formatieren'", 25. April 2012, interdisziplinäres Ringseminar des Braunschweiger Zentrum für Gender Studies (SoSe 2012: „Migration, Wissenstransfer & Gender").
  • "Die Kunst des Aktivismus. Kanak Attak revisited". Tagung “Migration und künstlerische Produktion“, 29./30. Juni 2012 am Center for Advanced Studies der LMU München.
  • "Migrant Mnemonic Techniques". NECS Jahrestagung "Time Networks: Screen Media and Memory", 21.-23. Juni 2012 in Lissabon.
  • Workshop/Themenkongress im Rahmen des Labor Migration, Institut für Europäische Ethnologie Humboldt Universität Berlin: "Was kommt nach der Repräsentationskritik?" zusammen mit Patricia Deuser, Michael Westrich & Brigitta Kuster. 17.2.2012
  • "Die Kunst der Migration - oder wie Migration Repräsentation herausfordert". Jahrestagung "Wanderungen" der FG Gender Studies, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 4.2.2012
  • "The Politics of Casting: Uneigentliche Oberflächen". Vortrag im Rahmen des Panels "Blackouts und 'White Balance'. Politische Schwierigkeiten ästhetischer Normsetzung" mit Ulrike Bergermann und Maja Figge im Rahmen der GFM-Jahrestagung, "Dysfunktionalitäten", Universität Potsdam, 5.-8.10.11 / 7.10.2011.

Gastvorträge

  • "Die Delinquenz der Dancing Queens. Tanz-Performances philippinischer Gefängnisinsassen bei YouTube". Vortrag von Andrea Seier, Gastprofessorin für Medienwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum, 25.06.09

Publikationen im Rahmen des Arbeitsschwerpunkts

Publikationen Prof. Dr. Ulrike Bergermann

Im Druck:

  • Postkoloniale Medienwissenschaft. Mobilität und Alterität von Ab/Bildung. In: Julia Reuter, Alexandra Karentzos (Hg.), Schlüsselwerke der Postcolonial Studies, Wiesbaden (VS Verlag) 2012, 265-279
  • Linkspeicher Google. Zum Verhältnis von PageRank und Archäologie des Wissens. In: Thomas Weitin, Burkhardt Wolf (Hg.), Gewalt der Archive. Studien zur Kulturgeschichte der Wissensspeicherung, Konstanz University Press, Februar 2012, 371-391
  • "Drittraum" & "Mediascape". In: Stephan Günzel, Jan Cornelius Schmidt (Hg.), Lexikon Raumphilosophie, Darmstadt (WBG Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 2012
  • Das Planetarische. In: Christina Bartz, Ludwig Jäger, Marcus Krause, Erika Linz (Hg.), Signaturen der Medien. Stichworte zu einer kulturwissenschaftlichen Medientheorie, München (Fink) 2012

In Vorbereitung:

  • Postkoloniale Medienwissenschaft. In: Jens Schröter (Hg.), Handbuch Medienwissenschaft, Stuttgart, Weimar (Metzler Verlag)

Auswahl (ab 2009):

  • Buchreihe Post_Koloniale Medienwissenschaften, Transcript. Erster Band: Astrid Kusser: Körper in Schieflage. Tanzen im Strudel des Black Atlantic um 1900, Bielefeld 2012
  • Tagungsbesprechung "Postkoloniale Gesellschaftswissenschaften. Eine Zwischenbilanz" (HU Berlin) auf H-Soz-u-Kult, 17.7.2011
  • Ulrike Bergermann, Isabell Otto, Gabriele Schabacher (Hg.), Das Planetarische. Kultur - Technik - Medien im postglobalen Zeitalter, München (Fink) 2010
  • darin: Das Planetarische. Vom Denken und Abbilden des ganzen Globus, 17-4
  • Darstellungsraum Welt: gekrümmte Horizonte,
in: kritische berichte. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften, Heft 3/2009, HG. v. Annette Tietenberg, Tristan Weddigen: "Planetarische Perspektiven. Bilder der Raumfahrt", 24-33
  • Das Planetarische. Techniken des globalen Veranderns,
 in: Gabriele Schabacher, Marcus Krause (Red./SFB "Medien und kulturelle Kommunikation", Universität zu Köln), Transkriptionen-Sonderausgabe, Nr. 10, 52-57

Publikationen Nanna Heidenreich (wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. U. Bergermann)

Auswahl:

  • Conversation on Locating Conflict. Zusammen mit Nicole Wolf. In: „Fear“, Sarai Reader 08, Delhi 2010, 91-98. Zum download geht es hier.
  • Après le Maquis, Katalogbeitrag in „Maya Schweizer. Die selbe Geschichte an einem anderen Ort weitererzählt, verstreut, fragmentiert, täglich, rückwärts und wieder von vorn“ Ausstellung,Westfälischer Kunstverein 4.9.-24.10.2010, Spector Books 2010, 31-35.
  • Bilder die die Körper bewegen: Neue Perspektiven auf Migration. Sammelrezension, Zeitschrift für Medienwissenschaften zfm 05 (2/2011),  68-172.

Veranstaltungen

Workshop-Reihe des Arbeitsschwerpunktes

(1) Postkoloniale Medientheorie. Sondierungen. Workshop an der HBK Braunschweig. 20. & 21.5.2011

Bei diesem Workshop ging es um ein offenes Diskutieren verschiedener
Felder, in denen postkoloniale und medienwissenschaftliche Themen aufeinandertreffen. Eine Runde von ForscherInnen berichtet zunächst von den eigenen Projekten, wissenschaftlichen oder künstlerischen Forschungsarbeiten, mit oder ohne schriftliche/bildliche Grundlage, eine Viertelstunde oder halbe Stunde lang. Im Folgenden besteht die Möglichkeit, diese Präsentationen durch das Verfolgen gemeinsamer Perspektiven zu vertiefen, und/oder durch Diskussion vorab verschickter Texte. Ziel der Gespräche ist das Ausloten von methodologischen bis (wissenschafts)politischen Möglichkeiten, die sich aus der doppelten Perspektivierung ergeben.
Grundlegende Fragen sind: Inwiefern ist Medialität als konstitutiv für
postkoloniales Denken anzusiedeln, wo sind die Grenzen eines möglichen
Kulturalismus? Welche Repräsentationsmodi bieten sich als Grundlage des
Arbeitens an? Wie lässt sich jeweils der Anspruch auf eine
selbstkritische Reflexion des eigenen Standpunkts situieren? Wo liegen
Forschungsdesiderate und akademische Möglichkeiten?

Gäste:
- Nanna Heidenreich, Berlin/Braunschweig (Dissertation "Ansichtssachen. Die V/Erkennungsdienste des deutschen Ausländerdiskurses und die Perspektive der Migration", HU Berlin 2009; forum expanded 2011: http://www.arsenal-berlin.de/de/forum/programm/kuenstler-expanded.html; http://www.theaterformen.de/archiv-moeglicher-zukunft/,
- Felix Axster, Wien (Dissertation "Koloniales Spektakel im Format 9x14. Zur Produktion und Zirkulation von Wissen auf Bildpostkarten in Deutschland um 1900", Köln 2010),
- Henriette Gunkel, Bayreuth/East London (Habilitationsprojekt zum afrikanischen Kino; Dissertation: "The Cultural Politics of Female Sexuality in South Africa", Routledge 2010),
- Kathrin Wildner, Frankfurt (Oder)/Berlin (Projekt Global Prayers/Urban Soundscapes, metrozones Berlin, www.globalprayers.info),
- Sibylle Peters, Hamburg/Gießen (Projekt über Piraten im Forschungstheater/mit der Geheimagentur, Hamburg),
- Astrid Kusser, Köln (Dissertation über "Tanzen im Strudel des Black Atlantic", Köln 2010),
- Maja Figge, Berlin (Dissertationsprojekt "Ausblendungen, Einblendungen, Überblendungen. Herstellungsprozesse von Deutschsein im bundesdeutschen Kino der 1950er Jahre", HU Berlin)
- Christine Hanke, Braunschweig ("Zwischen Auflösung und Fixierung - Zur Konstitution von "Rasse" und "Geschlecht" in der physischen Anthropologie um 1900", Bielefeld 2007; Projekt/Arbeit zu naturwissenschaftlicher Daten- und Differenzproduktion)
- Bettina Lockemann, Braunschweig ("Das Fremde sehen. Der europäische Blick auf Japan in der künstlerischen Dokumentarfotografie", Bielefeld (transcript) 2008)

(2) 2012 ist ein zweiter Workshop geplant. Informationen (auch zur möglichen Teilnahme) folgen hier im April 2012.

Lehre im Rahmen des Arbeitsschwerpunktes

Sommersemester 2012

Wintersemester 2011/12

Tanzen und Arbeit im Film
Lehrauftrag Astrid Kusser
Der Tramp fängt in "Moderne Zeiten" (Charlie Chaplin, USA 1936) in dem Moment an zu tanzen, in dem er die erforderte Bewegung am Fließband plötzlich eigensinnig an nicht dafür vorgesehenen Knöpfen und maschinen zur Anwendung bringt. seine Kollegen erklären ihn für verrückt und schicken ihn – nachdem er die gesamte Produktion zum Stillstand gebracht hat – in die Nervenklinik. tanzend schafft er später mit seiner Partnerin den Sprung ins Unterhaltungsgewerbe, nachdem er eine Weile als Bedienung in einem Tanzcafé gearbeitet hat. Während das westliche Kino tanzend von einer Alternative zur getakteten und mechanisierten Lebenswelt träumte, industrialisierte sich in den 1930er Jahren die Filmproduktion selbst. Wie am Fließband produzierte Hollywood Musicalfilme, die tanzend Subjektivitäten der Arbeitsfreude, Sports- und Kampfgeists verbreiten sollten. Doch die Mobilisierung der stets nur virtuell vorhandenen größe “Arbeitskraft” funktionierte nicht ohne weiteres, im Alltag wie im Kino. immer wieder wurden die Zeit- und Arbeitsregime der Moderne von anderen Seinsweisen und Interessenlagen heimgesucht. Das Seminar analysiert die Möglichkeitsbedingungen und Grenzen der Nutzbarmachung von Tanzen im Medium Film entlang der Kategorien Rasse, Geschlecht und Klasse. Welches Wissen über Zeit- und Arbeitsregime produzierten die Filme? Wo hört Tanzen auf und wo fängt die (sexuelle) Arbeit an? Welche Unterschiede finden sich zwischen kapitalistischen und sozialistischen Kontexten, zwischen Metropole und (Post-) Kolonie? Wie hat sich das Genre Tanzfilm im Übergang von Fordismus zu Postfordismus verändert? um diese Fragen zu beantworten, müssen Filme diesseits und jenseits von Hollywood untersucht werden.

Postkoloniale Theorien im Afrikanischen Kino
Lehrauftrag Henriette Gunkel

Dieses Seminar bietet eine Einführung in die Geschichte, Politik und Theorie afrikanischer Filmproduktionen. Seit über 50 Jahren produzieren Filmemacher vom gesamten afrikanischen Kontinent einen Filmkörper, der eine Bandbreite von Themen, Ausdrucksformen, Stilen, Ästhetiken, etc. anbietet. Lange Zeit wurde dieses kulturelle Archiv ignoriert und war in erster Linie auf internationalen Filmfestivals außerhalb des afrikanischen Kontinents zu sehen. An diese Problematik anknüpfend, unterlag der Film in Afrika auch weit reichenden institutionellen einschränkungen (bzgl. Produktion, Distribution, und Vorführung). Wir werden gemeinsam Filme gucken, die gemeinhin als Afrikanisches Kino bezeichnet werden, und diese im Verhältnis zu einschlägigen Texten postkolonialer theorien (u.a. Franz Fanon, Stuart Hall, bell hooks, Achille Mbembe) diskutieren bzw. analysieren, sowie mithilfe von Texten, die sich mit dem Kino der Unabhängigkeiten auf dem afrikanischen Kontinent beschäftigen (v.a. Texte zum ‚dritten Kino’). Die Filmbeispiele, die in diesem Seminar gezeigt werden, stellen somit weniger ‚Beispiele’ oder ‚illustrationen’ der zu lesenden Theorietexte sein, sondern bieten eher die Möglichkeit, mit dem Film über die Theorie nachzudenken, und vice versa.

Sommersemester 2011

Standpunkte. Weltkonstruktionen im Auge
Seminar von Ulrike Bergermann und Victoria von Flemming
Das Wissen von der Welt geht durchs Auge. Standpunkte, point of views, bestimmen von Anfang an, wie wir wahrnehmen – und sie sind Indikatoren dessen, was man Subjektivität nennt. Seit Erfindung der Zentralperspektive hat sich die Sicht auf die Welt immer wieder verändert, und die Erfindung von Projektionsverfahren zur Herstellung von Karten oder Panoramen, von Fotografie und Film bis hin zu Google Earth zeigt, dass wir Teil einer Geschichte sind, die sich als eine Modernisierung im Sinne einer Mechanisierung des Sehens fassen ließe. Was bedeutet das aber für die mit der Geschichte der Wahrnehmung verknüpften Entwürfe des Subjekts - inmitten einer Ubiquität von Kameras und screens? Gibt es eine Auflösung der Bindung von Blick und Ich, die statt der Rede vom Ich von einem imaginären Wir zu reden verlangt?

In Bewegung: Kino und Migration
Seminar von Nanna Heidenreich

In diesem Seminar geht es um die Bewegungen (das heißt auch: die Kämpfe) der Migration, die damit verknüpften Diskurse und ihre Relation zu ‘bewegten Bildern’, zum Kino. Das Kino ist einer jener Orte, an denen sich unser kollektives imaginäres zur Verhandlung stellt: „everybody has an opinion about the movies“, wie Cindy Patton in „Cinematic Identity“ formuliert hat. Kino ist
ein öffentlicher ort – und Kino ist überall: als Teil des gesellschaftlichen imaginationsraumes, und dies auch unter den gegenwärtigen Bedingungen des grundlegenden Wandels seiner Strukturen und Räume.
Das seminar verknüpft zentrale Themen und Figuren von Migration wie: Sichtbarkeit / Unsichtbarkeit, Grenzregime, Erzählung, Genealogie mit einer Auswahl an Filmen und Videos (unterschiedlichster ästhetischer Formate), sowie mit der Lektüre theoretischer Texte aus dem Bereich der Visual Culture Studies, den Film- und Bildwissenschaften, sowie postkolonialer Kritik und
Rassismustheorien.

Wintersemester 2010/2011

Globale Bildpolitiken: Zur Sichtbarkeit des Anderen
Seminar von Ulrike Bergermann und Kathrin Peters
Europa hat auf den Globus aus einer Perspektive geblickt, die auch die postkoloniale Zeit noch bestimmt. Im Seminar wird nach den verschiedenen westlichen Bildern der Globalität und ihrer Anderen gefragt: von den Kolonialmuseen und Archiven des späten 19. Jahrhunderts über die Bildpolitik zur Migration bis zu künstlerischen Projekten, die sich mit der Kolonialgeschichte beschäftigen. Historisch und medial verschiedene Visualisierungsstrategien des Eigenen und des Fremden lassen sich mit Judith Butlers und Tom Holerts Texten zu Sichtbarkeit/Nicht-Sichtbarkeit des Krieges verfolgen: Welche Rolle spielt Visualität im "Denken des Anderen"? Wie strukturieren räumliche Figuren von "Gegenüber", Übertragung, Begrenztsein, flächiger Vernetzung usw. sowohl Medientheorie als auch die Konzeption des globalen Anderen? Wie kann man sich das vorstellen: Aliens R Us?

Sommersemester 2010

Die Farbe Weiß. Postkoloniale Theorie und Medienwissenschaft
Seminar von Ulrike Bergermann
Ist Weiß eine Farbe, oder ist Weiß die Abwesenheit von Farbe, ihr Nullpunkt, ein unsichtbarer Maßstab, von dem aus die Matrix der Farben erst definiert wird? Kulturhistorisch assoziiert mit Weisheit, Reinheit und einer 'Nähe zum Licht', ist weiß ebenso eine politische Farbe. Richard Dyer rekonstruierte die technischen und inszenatorischen Bedingungen für die Darstellungen möglichst weißer Menschen im Film, und die Critical Whiteness Studies arbeiten daran, die Konstruiertheit der weißen Norm sichtbar zu machen. Im Seminar wird es sowohl um die "Privilegierung von Unsichtbarkeit" als Pendant und Bedingung zur Diskriminierung schwarzer Menschen gehen als auch um Konzepte aus den Postcolonial Studies, um den Black Atlantic oder um Hybridität. Bestandteil dieses Seminars war ein Workshop. Für weiterführende Informationen klicken sie auf den unten aufgeführten Link:

"Farbige Bilderpolitik - Workshop zur post/kolonialen Bildproduktion"

Sommersemester 2009

WeltBilder – Medien und Globalisierung
Seminar von Ulrike Bergermann

Kann man die Erde sehen? Ist Globalisierung unsichtbar? Und: Wie bestimmten Medien das Bild der Welt? In dieser Übung geht es darum, verschiedene Bildgenres und Visualisierungstechniken auf ihre Modi der Abbildung der Erde, der Darstellung des Planeten oder der Inszenierung von Globalisierung hin zu prüfen. Vor dem Hintergrund von Texten über weltumspannende Medien, die Vermessung des Raums und die Geschichte verschiedener Telemedien betrachten wir exemplarische Bildfelder: 1. Eroberungsreisen (koloniale Erkundungen, Kartografie; Raumfahrtabenteuer; Begegnung mit dem anderen und der Blick zurück auf das Eigene); 2. Konstruktionen von Ganzheit (das Foto des Blauen Planeten; die Erfindung Europas; das Genre Infografik; das Genre Weltausstellung), 3. Darstellung globaler Klimakatastrophen (wissenschaftliche Bilder; Simulationstechniken; Al Gore...). Im jeweiligen Zusammenspiel von Medientechniken und kulturellem Imaginären entsteht das Wissen von der ganzen Welt.

Zuletzt bearbeitet von Nanna Heidenreich am 22.03.2012