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Jahrgang 2015/16

Abschlusspräsentation, Arbeit von Evgenija Wassilew, Music Pieces for Voice Piece, © Foto: HBK, Frank Sperling

Die folgenden Stipendiatinnen und Stipendiaten erhielten für den Förderungszeitraum 2015-16 ein Stipendium des Braunschweig Projects-Programms, der künstlerischen Nachwuchsförderung des Landes Niedersachsen und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
 

Stipendiatinnen und Stipendiaten

Im Bereich Bildende Kunst:

Sofia Bäcklund, geb. 1983 in Schweden, lebt in Schweden.
Die Künstlerin überzeugt durch ihre Rauminstallationen mit Objekten aus verschiedensten Materialien, die ebenso vertraut wie fremdartig wirken. So heterogen die Objekte auf den ersten Blick wirken mögen, so stark ist doch der Bezug zueinander, der durch die korrespondierenden Farben wie auch durch die Anordnung der Dinge im Raum auf ebenso humorvolle wie subtile Weise hergestellt wird.

Patrycja German, geb. 1979 in Polen, lebt in Berlin.
Die Künstlerin stellt mit eindrucksvoller Konsequenz ihren eigenen Körper in das Zentrum ihrer ebenso sinnlichen wie drastischen Performances. Mit analytischem Blick und Humor blickt sie auf die historischen Positionen der Body Art. Im Rahmen ihres Stipendienaufenthaltes wird Patrycja German der Frage nachgehen, wie sich ihre zeitbasierte Performance in die (Kunst-)Geschichte einschreiben lässt.

Blas Isasi Gutiérrez, geb. 1981 in Peru, lebt in Lima/Peru.
Seine sich aus der Malerei entwickelten und in den Raum greifenden Arbeiten überzeugen durch ihre komplexe, freie und gleichzeitig klar strukturierte Form. Spielerisch fließen unterschiedlichste Medien in seine installativen Präsentationen ein. Malerei wird zugleich Objekt und Installation. Klassische Koordinaten des zweidimensionalen Bilds wie Figur und Grund werden dekonstruiert und neu im dreidimensionalen Raum erfahrbar gemacht.

Diana Sirianni, geb. 1982 in Italien, lebt in Berlin.
Die Künstlerin zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, klassische Medien, wie Raum, Fotografie und Installationen, auf eigenwillige Art in Beziehung zu setzen und so ihre Grenzen verschwimmen zu lassen. Räume werden gestaltet und dann in Fotografien abgebildet, die durch eine filigrane Schnitttechnik in dreidimensionale Gebilde transformiert werden: Sie addieren sich zu räumlichen Gebilden und werden schließlich fotografiert. Damit kreiert Sirianni eine Ausstellungsgeschichte, deren jeweils letzte Etappe sich bis an die Anfänge zurückverfolgen lässt.

Neha Thakar, geb. 1980 in Indien, lebt in Gujarat/Indien.
An ein Bachelor-Studium in Wirtschaft an der South Gujarat University schloss sie ihren Master in Bildender Kunst/ Malerei an der University of Baroda in Gujarat an. Ihre recherchebasierten und prozessorientierten Projekte gehen aus einer Beschäftigung der Künstlerin mit Vergänglichkeit, Veränderung, Gemeinschaft und Erinnerung hervor. In ihren multimedialen Arbeiten untersucht sie Beziehungen zwischen Gewässern, Kultur und Gesellschaft.


Im Bereich Klangkunst:

Lucas Norer, geb. 1982 in Österreich, lebt in Wien.
Der Künstler überzeugte die Jury durch seinen zeitbezogenen Kontext, indem er Themenfelder mit historischer und konkret politischer Dimension in das Ausdrucksspektrum der Klangkunst überführt und damit erweitert. Seine intensiven Recherchen und außergewöhnlichen Konzepte sind der Ausgangspunkt für eine Formfindung, die den Inhalten dient und die mediale Möglichkeiten des Audiovisuellen intelligent ausschöpft.

Peter Strickmann, geb. 1983 in Deutschland, lebt in Saarbrücken.
Er untersucht in breit angelegten, theoretischen und praktischen Studien die Klangwelt des Wassers in all seinen Formen der ästhetischen Domestizierung als Brunnen, Springbrunnen, Fontäne und Wasserspiel. Die Jury würdigt besonders seine Leistung, die in der einzigartigen Inszenierung eines kulturhistorischen, technischen und künstlerischen Zusammenhangs dieses Phänomens in den realen Manipulationen von Brunnenanlagen besteht.

Evgenija Wassilew, geb. 1978 in Deutschland, lebt in Berlin.
Sie verortet sich mit ihrem Kunstverständnis tief unter den Oberflächen der direkten Information, extrahiert fremde Geräuschwelten und kombiniert auf unterschiedlichen Ebenen bisher unbekannte Zusammenhänge zu einem neuen Wirklichkeitsbezug. Es entstehen ungewöhnliche Einblicke in ein künstlerisches Spektrum von großer poetischer Aufladung, sowohl im Bereich der Komposition als auch in der Verbindung von Klang und Skulptur.
 

Zur Abschlusspräsentation
 

Jurymitglieder

Im Bereich Bildende Kunst:

Prof. Frances Scholz (Malerei, HBK Braunschweig), Prof. Michael Brynntrup (Film-und Videokunst, HBK Braunschweig), Dr. Justin Hoffmann (Kunstverein Wolfsburg), Dr. Julia Draganovic (Direktorin Kunsthalle Osnabrück), Dr. Holger Broeker (Kunstmuseum Wolfsburg), Dr. Annett Reckert (Leiterin Städtische Galerie Delmenhorst), Veronika Olbrich (Referentin Mwk Hannover).

Im Bereich Klangkunst:

Prof. Ulrich Eller (Klangkunst, HBK Braunschweig), Dr. Christoph Metzger (Theorie der Klangkunst, HBK Braunschweig), Dr. Claudia Tittel (Kunst- und Kulturwissenschaftlerin, Kunstkritikerin, Publizistin und Lehrende, UdK Berlin), Dr. Barbara Barthelmes (Musikwissenschaftlerin, Autorin, Musikredakteurin der Berliner Festspiele), Prof. Arnold Dreyblatt (Medienkunst, Muthesius Kunsthochschule Kiel), Hanna Hartmann (Klangkünstlerin Berlin), Dr. Astrid Bernicke (Musikreferentin MWK Hannover).
 

Zuletzt bearbeitet von Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Medien am 30.04.2021

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Braunschweig Projects-Koordinatorin
Ellen Fischer