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Jahrgang 2018/19

Abschlusspräsentation, © Foto: HBK, Timo Jaworr

Die folgenden Stipendiatinnen und Stipendiaten erhielten für den Förderungszeitraum 2018-19 ein Stipendium des Braunschweig Projects-Programms, der künstlerischen Nachwuchsförderung des Landes Niedersachsen und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
 

Stipendiatinnen und Stipendiaten

Im Bereich Bildende Kunst:

Nadia Mounier ElSayed, geb. 1988 in Kairo, lebt und arbeitet in Alexandria.
Die ägyptische Künstlerin Nadia Mounier arbeitet mit dem Medium Fotografie sowie Film in singulärer als auch in collaborativer Praxis (in den Gruppen »Cairo Bats« sowie »The Pensive Group«). Insbesondere ihre Beschäftigung mit der Darstellung der Frau im arabischen sowohl öffentlichen als auch privaten Raum sowie der Diffusion von Bildern hat die Jury von ihrer künstlerischen Praxis und politischen Haltung überzeugt.

Rochu Chiu, geb. 1980 in Taiwan, lebt und arbeitet in Taiwan.
Die aus Taiwan stammende Künstlerin Rochu Chiu setzt sich seit einigen Jahren intensiv mit den Themen Migration und Kolonisation auseinander. Sie interessiert sich für die Auswirkungen von Modernisierungsprozessen auf das tägliche Leben der Menschen in verschiedenen Ländern. Sie fragt danach, welche Dinge für sie essentiell wichtig sind und welche nicht. Für diese Beschäftigung waren Arbeitsaufenthalte in Senegal und in verschiedenen Staaten Europas und Nordamerikas sehr hilfreich. Mit einprägsamen Text-Bild-Collagen liefert Rochu Chiu Einblicke in ganz unterschiedliche Lebensverhältnisse. Dabei entwickelte sie eine ganz individuelle Bildsprache, die zwischen realistischer Beschreibung und kritischer Interpretation oszilliert. Bisweilen können Chius Bildideen die Ausmaße von Großflächenplakaten annehmen.

Azin Feizabadi, geb. 1982 in Teheran, lebt und arbeitet in Berlin.
Azin Feizabadi überzeugte die Jury mit seiner komplexen gesellschaftskritisch orientierten künstlerischen Arbeit, die medienübergreifend die Bereiche Film, Installationen, partizipatorische Projekte und auch schriftstellerische Aspekte einschließt. Im Rahmen seines 2009 begonnenen fortlaufenden Projektes „A Collective Memory“ hinterfragt Feizabadi in unterschiedlichen Kapiteln historische Ereignisse und politisch gesellschaftliche Strukturen und Bedingungen. In besonderen Inszenierungsformen vermischen diese Reales mit Fiktionalem und hinterfragen das kollektive Gedächtnis und Repräsentationsmodelle für historische Ereignisse und deren Medienvermittlung.

Nidhi Khurana, geb. 1980 in Indien, lebt und arbeitet in New Delhi.
Die indische Künstlerin Nidhi Khurana arbeitet an neuen Formen der Kartographie als Sprachform der Kunst. Im Zentrum steht ihr Handlungsmotiv “Getting lost and beeing found“. Für Braunschweig will sie während ihres Aufenthalts ein Projekt, dass die Parks der Stadt als Gegenstand und Ausgangspunkt ihr Recherche haben wird, realisieren Die Jury war von der Komplexität ihres Arbeitsansatzes, insbesondere von dem Reaktivierung historisch traditioneller Materialien im Kontext der Kartographie angetan.

Liona R. Nyairi, geb. 1991 in Simbabwe, lebt und arbeitet in New York. Nyairi überzeugte die Jury durch die Verzweigung von kultureller und politischer Historie, der Geschichte des Kolonialismus‘ ihrer eigenen Heimat Simbabwe, den daraus entstandenen sprachlichen Entwicklungen und Veränderungen in ihren Werken. Ausgehend von historischer Recherche, sind ihre Arbeiten Transformationen dieser Informationen in abstrakte Bilder oder Objekte, welche tatsächliche Bezüge zur Sprache und kulturhistorischen Praktiken beinhalten, durch ihre oft minimale Darstellung aber zu Projektionsflächen werden.

Im Bereich Klangkunst:

Adam Basanta, geb. 1985 in Kanada, lebt und arbeitet in Montreal.
Basantas künstlerischer Arbeit untersucht den Vorgang des Hörens und macht die Art und Weise der akustischen Rezeption zum Thema. Dafür entwickelte er unterschiedliche Werktypen, die den Zuhörer in eine aktive Kommunikation und partizipatorische Teilhabe am audiovisuellen Geschehen seiner oft kinetischen Skulpturen und Installationen einbeziehen. Von besonderem Reiz ist dabei die Einfachheit seiner Mittel: gängige und kommerziell erhältliche Objekte, die er in intelligent verschränkten und scheinbar spielerischen Choreografien arrangiert.

Kinda Hassan, geb. 1984 im Libanon, lebt und arbeitet in Le Mans.
Hassan arbeitet vergleichbar einer Soundesignerin, zeichnet Klänge auf und arbeitet mit ihren unmittelbaren Umgebungen. Angereichert und vermischt mit bedeutungsgeladenen akustischen Fragmenten wie beispielsweise aus Liedern und alten Radiojingels werden so zeitgeschichtliche Vorgänge in politischen Kontexten, wie der Bürgerkrieg im Libanon, assoziierbar. Damit erreicht die Künstlerin eine unmittelbare und intensive Reflektion über Öffentlichkeit und deren Divergenz zwischen dem Feiern des Populären und der kritischen Distanzierung. Die so enthüllten Details von manchen vergessenen Ursprüngen wirken dabei wie Brüche, wie eine intime und veränderte Begegnung mit der eigenen Lebenswirklichkeit.

Jeremy Wiles-Young, geb. 1987 in USA, lebt und arbeitet in New York.
Young erarbeitet im künstlerischen Kontext modellhafte Vermittlungsplattformen für die Verwendung digitaler Klangwelten und generell der gestalteten Technologie in unserem westlich geprägten Alltag. Sein Interesse, vor allem an der digitalisierten akustischen Welt und dessen Design inspiriert den Künstler nach Potenzialen, Einflüssen und Veränderungen dieser Technologien zu fragen. Seine künstlerische Praxis ist inspiriert durch die Fragestellung, ob diese Technologien durch Programmierung, Umnutzung und Zurücknahme eine Alternative zu einem anderen und besseren Lebensstil führen kann. Im Feld der Kunst findet er die experimentelle Umgebung für die Herstellung, Speicherung und Weitergabe digitaler Klänge außerhalb einer kommerziellen Verwertung.


Zur Abschlusspräsentation
 

Jurymitglieder

Mitglieder der Jury Bildende Kunst:

Prof. Frances Scholz (Professur Freie Kunst / Malerei, HBK Braunschweig), Prof. Raimund Kummer (Professur Freie Kunst / Bildhauerei, HBK Braunschweig), Barbara Hofmann-Johnson (Leitung Museum für Photographie Brausnchweig), Dr. Justin Hoffman (Leitung Kunstverein Wolfsburg), Christina Lehnert (Kuratorin Portikus in Frankfurt am Main), Kathleen Rahn (Leitung Kunstverein Hannover), Veronika Olbrich (Referentin MWK Hannover).

Mitglieder der Jury Klangkunst:

Prof. Ulrich Eller (Professur Freie Kunst / Klangkunst, HBK Braunschweig), Dr. phil. Dr. Ing. habil. Christoph Metzger (Professur Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschichte und Theorie der Klangkunst, HBK Braunschweig), Dr. Barbara Barthelmes (Musikwissenschaftlerin und Autorin/Musikredakteurin der Berliner Festspiele), Prof. Jens Brand (Professur für Bildende Kunst, Kunsthochschule Kassel), Sabine Schäfer (Klangkünstlerin, Karlsruhe), Ali Chakav (Videokünstler, Köln), Julia Gypas (Referentin MWK Hannover).

Zuletzt bearbeitet von Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Medien am 30.04.2021

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Braunschweig Projects-Koordinatorin
Ellen Fischer