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Jahrgang 2019/21

© Foto: HBK, Valentin Wedde

Die folgenden Stipendiatinnen und Stipendiaten erhielten für den Förderungszeitraum 2019-2021 ein Stipendium des Braunschweig Projects-Programms, der künstlerischen Nachwuchsförderung des Landes Niedersachsen und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

 

Stipendiatinnen und Stipendiaten

Im Bereich Bildende Kunst:

FRAUD: Audrey Samson (geb. 1978) und Francisco Gallardo (geb. 1983), aus Kanada und Spanien, leben und arbeiten derzeit in London (GB). Das Künstlerkollektiv FRAUD hat die Jury durch ihre multidisziplinäre Arbeitsweise überzeugt, die sich mit gegenwärtig dringenden Themen auf eine künstlerisch-wissenschaftlichen Weise auseinandersetzt. Zeit zur intensiven Recherche ist ein wichtiger Faktor für das investigative Vorgehen des Duos, so dass das BS-Projects Stipendium ihnen die Möglichkeit für ein neues Projekt geben wird. Sich zeitgenössischen Aspekten auf kritisch aber konstruktive Weise zu nähern, ohne sich dabei auf eine künstlerische Strategien zu beschränken, ist Teil einer Bewegung der zeitgenössischen Kunst, die ihr Potential in der Praxis sieht.
(Christina Lehnert)

Sanggeun Ho, geb. 1984 in Korea, lebt zur Zeit in Gyeonggi-do in Korea (KR-Südkorea). Ho Sanggeun, der sich als Künstler Ho Sangun nennt, setzt auf das Einfache und Alltägliche und ihre Geheimnisse. Er fängt mit seinen Farbzeichnungen häufig Szenen ein, die kaum bemerkt werden, aber bemerkenswert sind. Er registriert den unterschiedlichen kulturellen Habitus der Individuen. Ho Sanguen, der in erstaunlicher Klarheit und Präzision Szenen darzustellen vermag, ist stets an den Geschichten anderer Menschen interessiert. Werden sie ihm erzählt, zeichnet er sie auf leere Postkarten und schickt sie nach Vollendung des Werks an den Erzähler zurück. Für Ho Sanggeun ist dies ein Prozess der visuellen Reproduktion. Deshalb trägt ein wichtiges Projekt des koreanischen Künstlers den Titel „Ho Sangun Reproduction Office“.
(Dr. Justin Hoffmann)

Bethan Hughes, geb. 1989 in Großbritannien, lebt und arbeitet zurzeit in Berlin (DE) und promovierte in Leeds (GB). Sie arbeitet mit computer-generierten Animationen, Skulpturen, Installationen und verschiedenen Druckverfahren. Hughes interessiert sich für politische, kulturelle, soziologische und sinnliche Verwicklungen in zeitgenössischen Film und Video-Repräsentationen und dafür, wie das biologische und das körperliche Selbstverständnis sich verschränken und unser Leben bestimmen. 2018 gründete sie zusammen mit der Künstlerin Anya Stewart-Maggs die Poor Image Projects. PIP ist eine wandernde Veranstaltungsreihe, in deren Mittelpunkt Film und audiovisuelle Kunst stehen.
(Prof. Dr. Andreas Bee)

Sajan Mani, geb. 1982 in Indien, lebt und arbeitet in Berlin (DE). Sajan Manis intensive performative Arbeit ist eine eingehende Auseinandersetzung mit Fragen sozialer Hierarchien, insbesondere inspiriert durch seine laufenden Forschungen über die Kastenbeziehungen in Südostasien.
Die Jury würdigte die Klarheit seiner Stimme, die Stärke seiner visuellen und performativen Sprache und den Ehrgeiz seines Vorschlags ‘Caste’-astrophe edition Europe, südasiatische und insbesondere Kerala-Diasporen in Deutschland und Europa zu erforschen und zu erkunden, wie sich die Kasten in ihrem sozialen und persönlichen Leben manifestiert haben. "Es ist eine Neuinterpretation der Paradoxien der Metropolen- und Kastendiasporen durch performative Praktiken, die die Narration der dominanten Geschichte herausfordern."(Sajan Mani)
(Edit Molnár)

Alina Schmuch, geb. 1987 in Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin (DE). Alina Schmuch studierte von 2007-09 Freie Kunst an der Kunstakademie Münster und daran anschließend von 2009-14 Medienkunst und Fotografie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Ihre künstlerische Arbeit beschäftigt sich mit wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen und Herausforderungen an das Individuum zu Themen wie beispielsweise Arbeitswelt oder Migration. Hierbei untersucht sie in dokumentarisch-investigativen Filmarbeiten, die im Ausstellungskontext installativ präsentiert erscheinen, die Rolle des Individuums innerhalb sozialer Zusammenhänge. An ihre bisherige Arbeit anknüpfend, möchte Alina Schmuch Innerhalb ihres Stipendiums in Braunschweig ein Projekt mit dem Titel THE FLOATING SELF realisieren. Auch hierbei soll es um die Lebens- und Selbstwahrnehmungsmöglichkeiten des Individuums im Kontext der von unterschiedlichen Entwicklungen
geprägten Gesellschaft gehen.
(Barbara Hofmann-Johnson)

Zum e-Portfolio der Stipendiat*innen Bildende Kunst

Zur Abschlusspräsentation


Im Bereich Klangkunst:

Sabina Hyoju Ahn, geb. 1984 in Korea, lebt und arbeitet in Linz/AT.
Die in Linz lebende koreanische Klangkünstlerin bewegt sich mit ihren akustischen Transformationen auf der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. So beschäftigt sie sich beispielsweise mit Forschungsmethoden zur Hörbarmachung von Zellkulturen und Mikroorganismen. Dabei werden bioelektrische Signale zur Steuerung von Oszillatoren verwendet, um unterschiedliche akustische Zustände in Gang zu setzen. Die Klänge in ihren Performances und Installationen aus mikrobiellen Echtzeitdaten sind die Grundlage einer außergewöhnlichen Verfahrensweise, bei der die Beobachtung und Nutzung biologischer Vorgänge zu einem außergewöhnlichen audio-visuellen Erlebnis führt.
(Prof. Ulrich Eller)

Erik DeLuca, geb. 1985 in USA, lebt und arbeitet in Providence/USA.
Der amerikanische Klangkünstler aus Providence realisiert künstlerisch-konzeptionelle Arbeiten mit Klang, wobei sein inhaltlicher Blickwinkel entscheidend den technischen Ansatz bestimmt. Beispielhaft kann eine konkrete Fragestellung sein wie diese: Was können wir lernen, wenn wir Kunst für Nicht-Menschen schaffen? Aus diesem Gedanken heraus entwickelte der Künstler, angeregt durch das Voyager Golden Record-Project, die KURT BOX, um mit einem solarbetriebenen Mikrocontroller auf Tiere im Wald zu reagieren und Geräusche in festgelegten Frequenzbereichen zu „hören“ und um dann einen Audio-Sampler mit unterschiedlichen Klangproben zu starten. In ähnlicher Weise konzipiert der Künstler die variablen Möglichkeiten eines EIKI-CD Players, von denen er 21 ersteigerte Exemplare einsetzt, um den spielerischen Zugriff auf 21 CD´s mit jeweils 99 reinen Tönen (auch der Stille) von 6 Sekunden Länge gleichzeitig und parallel im Zufallsverfahren zu Gehör bringt.
(Prof. Ulrich Eller)

Nour Sokhon, geb. 1993 im Libanon, lebt und arbeitet in Kartaba/LB.
Für die libanesische Künstlerin sind die aktuellen Fragen von Konsum, Urbanität und menschlichen Zusammenlebens die Ausgangspunkte für ihre Filme, Performances und Installationen. Dabei steht die aktuelle
Situation des Libanons im Zentrum Ihrer Betrachtung. So realisierte die Künstlerin in Zusammenarbeit mit anderen Teilnehmern beispielsweise eine interaktive Schattenmalerei zum Thema Plastikmüll um so andere zu
ermutigen einen veränderten Zugang zu Problemen der Umweltverschmutzung, der Vermüllung und der Verunreinigung von Luft- und Wasser zu finden. In diesem Zusammenhang ist die tägliche urbane
Geräuschbelästigung und deren Auswirkung auf die sozialen Interaktionen der Menschen ebenfalls ein zentrales Thema Ihrer akustischen Interventionen, Performances und Klangproduktionen.
(Prof. Ulrich Eller)

Da die drei Klangkunst-Stipendiat*innen Sabina Hyoju Ahn, Erik DeLuca  und Nour Sokhon (LB) aufgrund der Corona-Pandemie nicht anreisen konnten, wurde die Programmlaufzeit bis 2021 verlängert. Ihre Abschlusspräsentation ist für Oktober 2021 geplant.
 

Jurymitglieder

Mitglieder der Jury Bildende Kunst:

Prof. Frances Scholz (Professur Freie Kunst / Malerei, HBK Braunschweig), Prof. Raimund Kummer (Professur Freie Kunst / Bildhauerei, HBK Braunschweig), Edit Molnár (Leitung Edith-Russ-Haus für Medienkunst, Oldenburg), Barbara Hofmann-Johnson (Leitung Museum für Photographie Braunschweig e.V.), Dr. Justin Hoffmann (Leitung Kunstverein Wolfsburg), Christina Lehnert (Kuratorin Portikus, Städelschule Frankfurt), Veronika Olbrich (Referentin MWK Hannover).

Mitglieder der Jury Klangkunst:

Prof. Ulrich Eller (Fachgebiet Klangkunst, HBK Braunschweig), Dr. Dr. Christoph Metzger (Fachgebiet Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt Geschichte und Theorie der Klangkunst, HBK Braunschweig), Dr. Barbara Barthelmes (Musikwissenschaftlerin und Autorin/Musikredakteurin der Berliner Festspiele), Prof. Jens Brand (Professur für Bildende Kunst, Kunsthochschule Kassel), Thomas Bisitz (Stellv. Bereichsleiter Forschung und Entwicklung, HörTech GmbH Oldenburg), Dr. Salomé Voegelin (Künstlerin und Autorin, Professorin am MA Sound Arts University of the Arts London/London College of Communication), Ingo Schulz (künstl.-wiss. Mitarbeit HBK Braunschweig (AV)), Nikola Pfaff, Referentin MWK.

Zuletzt bearbeitet von Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Medien am 26.03.2021

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