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Abschlussausstellung Braunschweig Projects 2019–2021

Allen pandemiebedingten Schwierigkeiten zum Trotz findet die diesjährige Abschlussausstellung der Stipendiat*innen des internationalen Stipendienprogramms Braunschweig Projects mit fünf Positionen der Bildenden Kunst und fünf Positionen der Klangkunst statt.

Unter dem Ausstellungstitel WHAT I NEEDED WAS IMAGINATION… sind künstlerische Arbeiten zu sehen, die vorwiegend während der Residenz der Künstler*innen in Braunschweig entstanden sind. Die Arbeiten verteilen sich über insgesamt sechs Standorte auf dem Campus der HBK Braunschweig am Johannes-Selenka-Platz und der Broitzemer Straße.

Gefördert werden Ausstellung wie Stipendium vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. „Unser Stipendienprogramm ‚Braunschweig Projects – Künstlerförderung des Landes Niedersachsen an der HBK Braunschweig‘ zeigt, dass Niedersachsen national und international als Standort für zeitgenössische Kunst wahrgenommen wird. Die Stipendiaten profitieren hier von der engen Anbindung an den Lehrbetrieb und von den hervorragenden Professoren, die in Braunschweig tätig sind. Die hohe Qualität der Abschlussausstellung zeigt dies einmal mehr,“ so Björn Thümler, niedersächsischer Kulturminister.

Ein Besuch der Abschlussausstellung für externe Besucher*innen ist dieses Jahr mit Auflagen wieder möglich. Interessierte melden sich bitte per E-Mail an veranstaltungen@hbk-bs.de an.

Journalist*innen wenden sich für ein Pressegespräch mit den Künstler*innen an den Bereich Kommunikation und Medien unter presse@hbk-bs.de.

Vor Ort gilt für alle Gäste und Besucher*innen die 3G-Regelung.

 

WHAT I NEEDED WAS IMAGINATION … zeigt künstlerische Positionen mit einer extrem großen Spannweite an Praktiken, einschließlich Installation, Zeichnung und Malerei, Skulptur, Fotografie, Performance, Video sowie Soundarbeiten. Diese Heterogenität im Material spiegelt damit gleichermaßen die Unterschiedlichkeit der Themen wider, die in der Ausstellung in neue, bisher unerprobte Zusammenhänge zueinander gesetzt werden. So zoomt der Blick teils tief und konzentriert in kleinste Mikrokosmen, wissenschaftliche Konzepte, Sprach- und Textgebräuche sowie Identitätsfragen, um sich dann an anderer Stelle umfassenderen oder gar globalen Fragestellungen, wie Konsum, Urbanität oder Ökosystemen wieder zu öffnen. Ob kritisch, affirmativ oder vermittelnd – alle Künstler*innen stechen hierbei mit individuellen Strategien und Handschriften hervor, die die betrachtende Person teils sehr konkret, teils eher assoziativ an die jeweilige Arbeit heranführen.

Künstler*innen: Sabina Hyoju Ahn (Korea), Mahsa Aleph (Iran), Sasha Bergstrom-Katz (USA), Erik Ian DeLuca (USA), Caterina Gobbi (Italien), Mohammad Shawky Hassan (Ägypten), Katharina Hauke (Deutschland), Ani Schulze (Deutschland), Sikarnt Skoolisariyaporn (Thailand) und Nour Sokhon (Libanon)

 

Ausstellungsdauer 27. Oktober - 11. November 2021
Ort Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK), Campus, Johannes-Selenka-Platz 1 und Broitzemer Str. 221, 38118 Braunschweig
Öffnungszeiten Nach Vereinbarung, Mo-Fr 14-18 Uhr
veranstaltungen@hbk-bs.de

 

Die Künstler*innen:

 

Sabina Hyoju Ahn, geb. 1984 in Korea, lebt und arbeitet in Deutschland und Südkorea.
Die koreanische Klangkünstlerin bewegt sich mit ihren akustischen Transformationen auf der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. So beschäftigt sie sich beispielsweise mit Forschungsmethoden zur Hörbarmachung von Zellkulturen und Mikroorganismen. Dabei werden bioelektrische Signale zur Steuerung von Oszillatoren verwendet, um unterschiedliche akustische Zustände in Gang zu setzen. Die Klänge in ihren Performances und Installationen aus mikrobiellen Echtzeitdaten sind die Grundlage einer außergewöhnlichen Verfahrensweise, bei der die Beobachtung und Nutzung biologischer Vorgänge zu einem außergewöhnlichen audiovisuellen Erlebnis führt.

Mahsa Aleph, geb. 1990 im Iran, lebt und arbeitet in Teheran.
In ihren oft raumgreifenden Installationen arbeitet Mahsa Aleph mit verschiedenen Medien und Materialien – Malerei, Textilien und Text. Dabei interessiert sie sich sowohl für deren Beschaffenheit als auch für deren Geschichte(n) und Erinnerungen, die sie wie Speicher in sich tragen. Durch präzise, teils theatrale Inszenierungen der von ihr präsentierten Objekte, setzt sie der jeweils damit assoziierten Funktion etwas Atmosphärisches entgegen, um unsere Wahrnehmung zu verschieben.

Sasha Bergstrom-Katz, geb. 1986 in den USA, lebt und arbeitet in London.
Sasha Bergstrom-Katz promoviert zurzeit an der Birkbeck University of London, UK. In ihrer Arbeit, setzt sie sich in Form von ortsspezifischen Skulpturen, Performances sowie Film und Videoarbeiten mit psychoanalytischen Konzepten auseinander. Unter Verwendung traditioneller Werkzeuge des Theaters hinterfragt sie in ihren Performances bewusst das Konzept von Probe und Requisite. Aufbauend auf dieser Auseinandersetzung möchte sie während ihres Braunschweig Projects-Stipendiums das Design und die Verfahren von Intelligenztests durch die Entwicklung einer Live- Performance untersuchen.

Erik DeLuca, geb. 1985 in USA, lebt und arbeitet in Providence/USA.
Wie kann ich Kunst machen, die die Vergessensmaschinerie ausschaltet und die Sehnsucht nach dem Unbekannten anregt? Wie kann ich Geschichtenerzählen in Sound machen, der eine Welt aus Kompartimenten, heuchlerischer Sprache, automatisierten Überwachungszuständen, Standardisierung und Überbeanspruchung aufbricht? Wie kann ich einen Dialog heraufbeschwören, der von Gegenseitigkeit und Mut zur Ablehnung genährt wird? Seine Arbeit – wie Science-Fiction, und spekulatives Design – blickt auf imaginäre Zukünfte, zwischen Realitäten und auf posthumane Unmöglichkeiten: Problemfindung und Fragen stellen. Wie die Ausbreitung von Schall im Raum besteht Fortschritt darin, sich zu bewegen, voranzutreiben, sich zu entwickeln, zu wachsen, zu verbessern und vor allem: Prozess.

Mohammad Shawky Hassan, geb. 1981 in Ägypten, lebt und arbeitet in Berlin.
In seinen Videos und filmischen Arbeiten untersucht Mohammad Shawky Hassan, in welchen Arten und Weisen der Diskurs eines queeren Liebhabers aus traditionellen Erzählweisen und verschiedenen Sprachregistern entstehen kann, die tief in der arabischen Populärkultur verwurzelt sind. Seine audiovisuelle Installation in der aktuellen Ausstellung der Braunschweig Projects ist Teil eines größeren Forschungsprojekts, in dem er die verfügbaren narrativen und ästhetischen Rhetoriken innerhalb der arabischen Kulturproduktion durchdenkt, die einen bedeutenden Wert für die queere Geschichte der Region aufrechterhalten, aber eigentlich selbst kontinuierlich eine heteronormative Darstellung von Liebe und Beziehungen reproduzieren.

Ani Schulze, geb. 1982 in Deutschland, lebt und arbeitet in Porto/Portugal und Köln.
Ani Schulzes Arbeiten verbinden Skulptur, Malerei, Zeichnung und Video zu narrativen, raumgreifenden Gesamtinszenierungen, in denen das Lebendige und das Nicht-Lebendige, das Menschliche und das Nicht-Menschliche sich gegenseitig durchdringen. Dabei verwebt sie verschiedene Materialien wie Keramik, Polymer, Alltagsgegenstände, Stahl und Stoffe und stellt unter anderem einen komplexen Bezugsrahmen zu persönlichen Geschichten, Träumen, mythologischen und kunsthistorischen Referenzen her. Ein grundlegendes und wiederkehrendes Element ist der menschliche Körper und seine Verletzlichkeit. Dabei wird das Zusammenwirken gegenwärtiger Entwicklungen über Themen wie Ideologie, Globalisierung, Glaube und neue Medien untersucht. Im Rahmen der Ausstellung wird sie ihre neue Videoarbeit Suffusion of Yellow (2021) zum ersten Mal in einer Installation mit Skulpturen, Aquarellen und einer Wandmalerei zeigen. Der Film ist eine Auftragsarbeit für den Emscherkunstweg und dauerhaft als digitaler künstlerischer Beitrag auf der Website www.emscherkunstweg.de veröffentlicht. Das Projekt Emscherkunstweg ist eine permanente Sammlung von Kunst im öffentlichen Raum und wird in Kooperation von Urbane Künste Ruhr, Emschergenossenschaft und Regionalverband Ruhr umgesetzt.
https://emscherkunstweg.de
https://www.instagram.com/emscherkunstweg
https://www.facebook.com/emscherkunstweg/

Sikarnt Skoolisariyaporn, geb. 1988 in Thailand, lebt und arbeitet in Bangkok.
Sikarnt Skoolisariyaporns Arbeit hinterfragt das Museum als imperialistische und koloniale Institution und rechnet sie den üblichen ethnographischen Agenten zu. Nicht nur wer blickt, sondern wie dieser Blick durch eine Ausstellungspraxis kanonisiert wird, ist eine konstante Frage in ihrem Werk. Insbesondere in Zeiten in denen sich unsere museale Erfahrung als Besucher*in und damit auch die Ausstellungspraxis grundlegend zu verändern scheint, liefert Skoolisariyaporn Reflexionen und Ansätze um die Konstruktion dieser Institutionen notwendiger Weise zu hinterfragen und ggf. komplett neu zu imaginieren.

Caterina Gobbi, geb. 1988 in Italien, lebt und arbeitet in Berlin.
Caterina Gobbis Arbeit überzeugt durch ihre sehr erfrischende Herangehensweise, mit der sie performative und installative Formate in Verbindung bringt. Ihre hängenden und stehenden Objekte, die wie Erscheinungen aus dem Alltag wirken, bei denen es sich aber um dekorierte Lautsprecher handelt, sind die Klangquellen ihrer Sounds. Unterstrichen werden diese räumlichen Inszenierungen durch einen akustischen Collagemix aus Sprachkontexten, Rhythmisierungen und musikalischen Adaptionen.

Katharina Hauke, geb. 1984 in Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin.
Das Spektrum der künstlerischen Verfahren von Katharina Hauke ist ein weit gespanntes Netz unterschiedlicher medialer Anwendungen. Sie erscheint als Musikperformerin solistisch und als Mitglied unterschiedlicher Konstellationen in der konzerthaften Vorführung von kinetischen Instrumentarien, die in ihren Funktionen vorgeführt und dabei unter Anwendung von Mikrokontrollern ungewöhnliche Geräusch- und Klangebenen für die Zuhörer*innen eröffnen. Auf besondere Beachtung stieß ein elektronischer Begleiter am Handgelenk für Spaziergänge, der durch ein akustisches Signal die Richtung weist und damit völlig neue und unbekannte Wege ermöglicht.

Nour Sokhon, geb. 1993 im Libanon, lebt und arbeitet in Kartaba/Libanon.
Für die libanesische Künstlerin sind die aktuellen Fragen von Konsum, Urbanität und menschlichen Zusammenlebens die Ausgangspunkte für ihre Filme, Performances und Installationen. Dabei steht die aktuelle Situation des Libanons im Zentrum Ihrer Betrachtung. So realisierte die Künstlerin in Zusammenarbeit mit anderen Teilnehmer*innen beispielsweise eine interaktive Schattenmalerei zum Thema Plastikmüll, um so andere zu ermutigen, einen veränderten Zugang zu Problemen der Umweltverschmutzung, der Vermüllung und der Verunreinigung von Luft- und Wasser zu finden. In diesem Zusammenhang ist die tägliche urbane Geräuschbelästigung und deren Auswirkung auf die sozialen Interaktionen der Menschen ebenfalls ein zentrales Thema Ihrer akustischen Interventionen, Performances und Klangproduktionen.

 

Über das Künstlerförderprogramm Braunschweig Projects

 

Das Stipendienprogramm Braunschweig Projects ist Teil der Künstlerförderung des Landes Niedersachsen. Es wurde auf der Grundlage einer Graduiertenförderung für die Kunst entwickelt. In Zusammenarbeit von HBK Braunschweig und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur entstand ein Residenzprogramm, bei dem die internationale Künstlerförderung des Landes an die Hochschule verlegt wurde. Seit 2011 wird es an der HBK Braunschweig durchgeführt und verbindet das Ziel der Nachwuchsförderung mit der Entwicklung der Internationalisierung. Die Stipendien umfassen eine monatliche Förderung, einen projektabhängigen Zuschuss für Sach- und Reisekosten sowie Wohnung und Atelier in Braunschweig. Den Stipendiat*innen stehen Professor*innen der HBK Braunschweig als Mentor*innen zur Seite. Das Programm ermöglicht über die Erarbeitung einer Ausstellung hinaus eine weitreichende Vernetzung.

 

Zuletzt bearbeitet von Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit / Kommunikation und Medien am 26.10.2021