Bürgernahe Forschung zu Ernährungszukünften: SPOON-Projekt geht in die nächste Runde

Wie kann das Ernährungssystem in Europa gesünder, nachhaltiger und fairer werden? Dieser Frage widmet sich das EU-Forschungsprojekt SPOON in sechs europäischen Citizen Science Labs – darunter an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Diesen Oktober geht das Citizen Science Lab in Braunschweig mit zwei Veranstaltungen in die nächste Runde.
Am Dienstag, den 6. Oktober startet die neue Veranstaltungsreihe SPOON Wohnzimmer. In der ersten Ausgabe ist es die afghanische Künstlerin Zainab Haidary – aktuell Stipendiatin der Braunschweig Projects Künstlerresidenz an der HBK Braunschweig, die in das SPOON Wohnzimmer im Kunstmuseum Wolfsburg einlädt. Gemeinsam werden einfache Tonfiguren hergestellt und dabei über Ernährung, Lebensmittelkonsum und den Einfluss politischer Entwicklungen gesprochen. Als Auftakt wird es eine Führung durch die Ausstellung „Tell Me Where Home Is“ geben, die dem Heimatbegriff thematisiert und diesen kritisch hinterfragt. Beginn ist um 17 Uhr, die Veranstaltung dauert zwei Stunden.
Direkt in Braunschweig findet, ebenfalls von SPOON organisiert, am Donnerstag, den 8. Oktober von 17 bis 19 Uhr der Citizen-Science-Workshop „Lagern und Zubereiten“ im Kinder- und Jugendzentrum St. Magni statt. Dort wird es um alltägliche Fragen rund ums Zubereiten, Essen und Lagern von Lebensmitteln gehen: Wer übernimmt welche Aufgaben? welche Entscheidungen werden getroffen und wo liegen die Herausforderungen?

Gemäß dem Ansatz von SPOON, ein niederschwelliges Angebot zu schaffen, sind Bürger*innen eingeladen, sich direkt mit eigenen Perspektiven in den Forschungsprozess einzubringen. Deren Bewertungen zu Ernährung, Einkaufgewohnheiten und Entscheidungen im Alltag fließen in die Forschungsfragen mit ein. Dabei wurde bereits deutlich: Das Interesse an gesunder und nachhaltiger Ernährung ist groß, ihre Umsetzung im Alltag wird jedoch häufig erschwert. Teilnehmende entwickelten Ideen – von konkreten Lösungen im Supermarkt bis hin zu systemischen Alternativen – darunter mehr Angebote an regionalen und saisonalen Lebensmitteln, unverpackte Produkte, flexible Verpackungsgrößen, transparente Informationen, neue Mehrwegsysteme, Gemeinschaftsküchen sowie Orte für Austausch und Wissensvermittlung. In einer eigens für dieses Vorhaben erstellten SPOON-App werden die gewonnenen Themen und Inhalte systematisch ergänzt.