Klasse Rita Macedo

Zur Person
Rita Macedo lebt und arbeitet in Berlin. Ihre Praxis nimmt ihren Ausgang im Bewegtbild, in einem Verständnis von Film als privilegiertem Ort einer zugleich künstlerischen wie auch forschenden Produktion. In Macedos Arbeiten werden filmische, textuelle und räumliche Mittel von einander unterschieden, um ihre alltäglichen Verstrickungen ineinander sichtbarer und fühlbarer zu machen, sie grundlegend zu überarbeiten. Es sind daher zuvorderst Fragen der Wahrnehmung, der Herstellung von Subjektivität und ihrer Grenzen, ihrer Todesformen, die sie beschäftigen. Macedo untersucht diejenigen Infrastrukturen, durch die unsere Subjektivitäten lebbar und lesbar werden.
Seit 2024 ist Macedo Programmkuratorin des European Media Art Festival (EMAF), seit 2026 PhD Candidate im Binational Artistic PhD Program der Hochschule für Künste Bremen. Seit 2010 werden ihre Arbeiten international auf Filmfestivals sowie in Ausstellungen gezeigt, zuletzt unter anderem 2025 bei IndieLisboa (Lissabon), dem European Media Art Festival (Osnabrück, 2023), dem Kurzfilm Festival Hamburg (2024) sowie in der Kunsthalle Osnabrück (2023) und im Kasseler Kunstverein (2024). 2023 erhielt sie außerdem den Hauptpreis des Deutschen Wettbewerbs beim Kurzfilm Festival Hamburg. Im Herbst 2026 erscheint „A Collective / Inarticulate Harmony“ in der Zeitschrift Radical Philosophy, ein gemeinsam mit Kerstin Stakemeier verfasster Essay über das Filmseminar Doc’s Kingdom.
Rita Macedo ist Verwalterin der Grundklasse Film/Video.
Grundlehre Film/Video
In der Grundklasse Film/Video liegt ein besonderer Fokus auf künstlerischen Prozessen als Orte des Experimentierens, des Entscheidens und der formalen Aushandlung. Durch gemeinsame Diskussionen und die Auseinandersetzung mit einer Vielzahl künstlerischer Positionen untersuchen wir, wie Arbeiten Gestalt annehmen und wie ästhetische, konzeptuelle und materielle Entscheidungen spezifische Formen und Bedeutungen hervorbringen. Die Klasse versteht sich als ein Raum, in dem künstlerische Praxis in ihren sozialen, politischen und institutionellen Bedingungen verhandelt und eine eigenständige künstlerische Position entwickelt werden kann. Dabei wird künstlerisches Arbeiten sowohl als kritische Praxis als auch als Praxis der Vermittlung begriffen.
Das wöchentliche Plenum dient als gemeinsamer Raum, in dem Studierende ihre Konzepte, Prozesse und entstehenden Arbeiten präsentieren und reflektieren. Dieser kollektive Rahmen wird durch Einzelgespräche begleitet, die die Studierenden im Verlauf ihrer künstlerischen Prozesse unterstützen. Darüber hinaus wird die Klasse durch Ausstellungs- und Festivalbesuche sowie Exkursionen erweitert. Besonderer Wert liegt in der gesamten Zusammenarbeit auf einer solidarischen und diskriminierungsarmen Atmosphäre.
Auch wenn die Grundklasse Film/Video im Bewegtbild verankert ist, begrüßt und unterstützt die Klasse Arbeiten in allen Medien. Fragen von Zeitlichkeit, Wahrnehmung und Zuschauer*innenschaft sowie Fragen unterschiedlicher formaler Sprachen und der Art, wie sie Bedeutung und Erfahrung hervorbringen, gehören zu den zentralen Anliegen der Klasse.
Zugleich wird untersucht, wie ästhetische Formen aus historischen Kontexten, Machtverhältnissen und materiellen Infrastrukturen hervorgehen.