Pink Honey Festival: Kunst, Musik und neue Verbindungen

Mit dem Pink Honey Festival ist in Braunschweig ein neues Format entstanden, das Musik als kuratiertes Projekt im Kontext einer Kunsthochschule versteht. Die erste Ausgabe hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen und zugleich das Potenzial eines Formats sichtbar gemacht, das musikalische Praxis und künstlerisches Denken miteinander verbindet.

Initiiert und kuratiert wird das Festival von dem Hamburger Künstler und ehemaligen HBK-Studenten Malte Struck. Getragen wird das Projekt von der HBK Braunschweig, an der Professor Thomas Rentmeister als Projektleiter beteiligt ist. Im Interview spricht Malte Struck über die Idee hinter Pink Honey, die Erfahrungen aus der Premiere und die Perspektiven für die weitere Entwicklung des Festivals.

Interview 

Wie ist die Idee entstanden und welches künstlerische Anliegen stand am Anfang?

Die ursprüngliche Idee stammt von der Präsidentin der Hochschule. Ihr Anliegen war es, die Kunsthochschule wieder stärker als lebendigen, gemeinschaftlichen Ort erfahrbar zu machen. Musik bot sich dabei als Ausgangspunkt an, weil sie unmittelbar verbindet und zugleich eng mit der bildenden Kunst verknüpft ist.

Daraus entwickelte sich das Konzept eines Festivals an der Schnittstelle von Kunst und (semi-professioneller) Musik. Im Fokus stehen gezielt junge Künstler*innen mit hybriden Ansätzen – insbesondere sogenannte „Art School Bands“, die sich selbstverständlich zwischen beiden Feldern bewegen.

Die erste Ausgabe hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Wie haben Sie die Resonanz erlebt und welche Verantwortung sehen Sie als Kurator in gesellschaftlich sensiblen Kontexten?

Die erste Ausgabe war bewusst als Einführung in Idee und Konzept angelegt – gewissermaßen als Auftakt und Einladung, den Ansatz kennenzulernen. In dieser Hinsicht war sie erfolgreich: Die Grundidee konnte sowohl innerhalb der HBK als auch im Austausch mit anderen Hochschulen überzeugend vermittelt werden. Die Resonanz aus dem künstlerischen Umfeld war überwiegend positiv, und es gibt bereits Bewerbungen für kommende Ausgaben.

Für die breitere Stadtgesellschaft war das Format stellenweise noch erklärungsbedürftig. Daraus ergibt sich für mich als Kurator eine klare Aufgabe: die Balance zwischen künstlerischem Experiment und zugänglicher Erfahrung künftig noch bewusster auszutarieren.

 

Wenn künstlerische Positionen gesellschaftliche oder politische Debatten berühren, sehe ich meine Rolle nicht darin, gezielt zu provozieren. Vielmehr geht es darum, Räume zu schaffen, in denen solche Themen differenziert erfahrbar werden. Entscheidend ist für mich, die produktiven Verbindungen zwischen Kunst und Musik sichtbar zu machen und damit neue Perspektiven zu eröffnen.

Welche Schlüsse ziehen Sie aus der Premiere – und wie soll sich Pink Honey in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

Eine zentrale Erkenntnis ist die Bedeutung gemeinsamer künstlerischer Erfahrungen. Die Energie, die aus der Verbindung von Kunst und Musik entsteht, soll künftig noch stärker getragen und sichtbar gemacht werden.

Für die kommenden Jahre ist eine inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung geplant. Perspektivisch soll das Festival auf zwei Tage ausgeweitet und in unterschiedliche Formate gegliedert werden wie etwa in kuratierte Programmabschnitte, den Bandwettbewerb sowie eine stärkere Einbindung von DJ-Formaten als eigenständige künstlerische Praxis.

Gleichzeitig möchte ich die Zusammenarbeit mit den Studierenden der HBK intensivieren und den Austausch mit anderen Hochschulen ausbauen. Ziel ist es, die Sichtbarkeit zu erhöhen und langfristig ein noch breiteres Spektrum an künstlerischen Positionen einzubinden.

Weitere Informationen unter Link

Das Interview führte Brigitte Kosch, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der HBK Braunschweig

 

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