Archival Challenges
Archive sammeln und bewahren historische Materialien und Objekte. Gleichzeitig können sie nicht als „vollständig“ betrachtet werden, sondern fungieren vielmehr als Institutionen, die organisieren, auswählen und klassifizieren und so Machtstrukturen legitimieren und festigen. Archive offenbaren, was in einer Gesellschaft als wertvoll und relevant erachtet wird. Doch was ist mit den Geschichten, die nicht bewahrt oder gesammelt werden? Wie können wir mit den Lücken und Auslassungen umgehen, die in Archiven unweigerlich entstehen? Und wie können diese fehlenden Geschichten sichtbar gemacht werden? Als zentraler Bezugspunkt fungiert hier die Methode des „kritischen Fabulierens“ (Hartman 2008), die es ermöglicht den durch Archive produzierten Ausgrenzungen entgegenzuwirken und zugleich auf der Grundlage historischer Informationen unmögliche Geschichten zu erzählen. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen, Kurator*innen und Künstler*innen, die sich mit den skizzierten Fragen beschäftigen, wollen wir die durch Archive produzierten Politiken der Abwesenheit diskutieren und analysieren. Gerade letztere spielen eine zentrale Rolle in der Erforschung von Infrastrukturen künstlerischer Produktion, der Auslassung von weiblichen/queeren Künstler*innen sowie den vielfältigen Ökologien, die mit Skulptur verbunden sind.
Programm:
03. November 2026, 18.30 Uhr, Aula der HBK Braunschweig
Vincent Schier (Skulptur Projekte Münster): Kontinuität im Wandel. 50 Jahre Skulptur Projekte Münster - Stadt als öffentliche Sammlung
08. Dezember 2026, 18.30 Uhr, Auditorium des Sprengel Museum, Hannover
Camille Morineau (Founder & Director AWARE – Archives of Women Artists, Research and Exhibitions): Against losing memory: The Raising of AWARE(ness) for the Centre Pompidou
19. Januar 2027, 18.30 Uhr, Aula der HBK Braunschweig
Sara Callahan (Malmö University): The archive in artistic practice and art discourse: a must-have-accessory of the moment or a vital tool for critical engagement?
26. Januar 2027, 18.30 Uhr, Aula der HBK Braunschweig
Rajkamal Kahlon (Hochschule für Bildende Künste Hamburg): You Can't Kill Us, We're Already Dead
Organisation: Dr. des. Tonia Andresen und Prof. Dr. Ursula Ströbele
Ecologies of Sculpture ist ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt, das die Geschichte der Skulptur des 20. und 21. Jahrhunderts unter materialbezogenen, ökologischen und genderspezifischen Fragen neu untersucht. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig – HBK unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula Ströbele, der wissenschaftlichen Mitarbeit von Dr. des. Tonia Andresen, der Stadt Hannover, Dr. Carina Plath, und dem Sprengel Museum, Dr. Reinhard Spieler.
Die Veranstaltungen finden an unterschiedlichen Orten statt:
Aula der HBK Braunschweig | Johannes-Selenka-Platz 1 | 38100 Braunschweig
Auditorium des Sprengel Musuem Hannover | Kurt-Schwitters-Platz 1 | 30169 Hannover
Eintritt frei!
