Kunstverein Wolfenbüttel zeigt HBK-Absolventin

Der Kunstverein Wolfenbüttel zeigt noch bis 22. März 2026 die Ausstellung ‚a fence is a fence is a fence – to break‘ von Lucila Pacheco Dehne. In der Einzelausstellung werden vielseitige, teils raumbezogene Arbeiten der Künstlerin präsentiert und mit Fragen nach Verantwortung und einer Kunstpraxis, die sich ebenso als soziale Handlung versteht, zusammengebracht. Die Künstlerin absolvierte 2021 ein Studium der Freien Kunst an der HBK Braunschweig.

Lucila Pacheco Dehne stellt mit der Ausstellung Themen der Fürsorge, Verantwortung und einer dekolonialen Bezugnahme auf Geschichte in den Vordergrund. In der Pressemeldung des Kunstvereins Wolfenbüttel zur Ausstellung heißt es: „Mit a fence is a fence is a fence – to break formuliert Lucila Pacheco Dehne eine poetische wie politische Setzung: gegen die Trennung von Migration und Verwurzelung, von künstlerischer Form und sozialer Praxis. Die Ausstellung versteht sich als Einladung, kulturelle Orte als Räume der Verantwortung zu denken – und Saat als Impuls für ein gemeinsames, noch nicht abgeschlossenes Werden.“

Die Ausstellung birgt eine Reihe zentraler Motive, „Botanische Zeug*innen kolonialer Macht“, „Der Zaun als Mittel der Aneignung“ und eine politische Auslegung des Jahresthemas, in Anwendung gebracht unter dem Motto „Von Saat und Fürsorge“. An Letzteres schließt sich die Rolle der Gastgeber*innenschaft an, welche sich im Ausstellungsraum an einem offenen Tisch verwirklicht sieht und Gelegenheit zum Austausch bieten soll. Daran zeigt sich eine Wirkungsweise des Ausstellens, nach welcher, so lässt sich der Pressemitteilung ebenfalls entnehmen, „die Ausstellung vom Betrachtungsraum hin zu einer kollektiven Praxis“ gerückt wird.

Auch im Begleit-Programm zur Ausstellung wird der Aspekt der Fürsorge aufgegriffen, etwa in angebotenen Tischgesprächen zu Themen wie Zugehörigkeit, Kunst und Pflanzen, einer Lesung und einem Theaterworkshop für Kinder und Jugendliche und schließlich dem Workshop-Angebot mit dem Titel „Gemeinschaftsatelier“ mit der Künstlerin Rubia Rose, ebenfalls ehemalige Studierende der Freien Kunst an der HBK Braunschweig. Aus dem Programm entstehe so „in partizipativen Formaten […] ein temporäres Gefüge des Community Building, in dem Kunst nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam verhandelt wird.“ Darin lässt sich ein Grundsatz erkennen, der den sozialen Aspekt der Kunst als verflochten mit den Ausstellungspraktiken und dem Ausstellen selbst versteht.
Weiteres zu Programm und Ausstellung.

In 2026 steht der Kunstverein Wolfenbüttel unter dem Leitmotiv der ‚Saat‘. Das Jahresprogramm wird erstmals von der neuen Geschäftsleitung Carolin Knüpper verantwortet. Darin sollen künstlerische Prozesse als Etwas verstanden werden, das Zeit und gemeinsame Verantwortung erfordert. Im Programm wird betont: „Die Ausstellungen, Vermittlungsformate und Kooperationen sind als miteinander verbundene Kapitel angelegt, die Wachstum, Weitergabe und kollektives Handeln in den Mittelpunkt stellen.“

Lucila Pacheco Dehne (*1994 in Berlin, lebt in Berlin/Amsterdam) arbeitet bildhauerisch und installativ an der Schnittstelle von Kunst, Ökologie und Erinnerungskultur. Ausgehend von Materialien des Alltags erforscht sie interkulturellen Widerstand, fragile Identitäten und die Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen. In Texten, Lesungen und kulinarischen Performances entwickelt sie fiktive Mythen und utopische Erzählungen, die kollektives Lernen und solidarische Begegnungen ermöglichen.
Sie studierte Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (Abschluss 2021) sowie Planetary Poetics am Sandberg Instituut Amsterdam (2023–2025). Ihre Arbeiten wurden unter anderem in der Kestner Gesellschaft Hannover, dem Kunstverein Lüneburg, Framer Framed Amsterdam, der Kunsthalle Wilhelmshaven und dem Kunstmuseum Weimar gezeigt. 2022 erhielt sie den Paula-Modersohn-Becker Nachwuchspreis, 2025 das Georg-Meistermann-Stipendium.

Bereits zum Vormerken: Für Oktober 2026 steht mit der Künstlerin Tuğba Şimşek eine weitere Ausstellung auf dem Programm, die sich Kunstinteressierte nicht entgehen lassen sollten. Tuğba Şimşek war 2019 Meisterschülerin an der HBK Braunschweig bei Olav Christopher Jenssen. Die Ausstellung mit dem Titel ‚Can we turn time backwards?‘ wird von 23. Oktober bis 13. Dezember 2026 zu sehen sein.

 

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