Nachruf auf Prof. Siegfried Karl Lang (1940–2026)

Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig trauert um Professor Siegfried Karl Lang, der am 2. April 2026 im Alter von 86 Jahren verstorben ist.

Als herausragende Persönlichkeit hat Siegfried K. Lang über mehr als drei Jahrzehnte hinweg das Profil der HBK Braunschweig entscheidend mitgeprägt und sich für Niedersachsens Kunstszene sehr erfolgreich engagiert. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 gestaltete er als Professor für Kunstpädagogik und Kunstwissenschaft nachhaltig die Lehre und Forschung für Generationen von Studierenden an der HBK Braunschweig.

Siegfried K. Lang wurde am 30. Januar 1940 in Mindelheim geboren, wo er am Maristengymnasium sein Abitur ablegte. Im Anschluss studierte er in München und Erlangen Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik und Politik, unter anderem bei Wolfgang Abendroth. Früh verband sich bei ihm ein breites geisteswissenschaftliches Interesse mit einem ausgeprägten Sinn für gesellschaftliche Fragestellungen. Stationen seiner frühen beruflichen Laufbahn waren unter anderem die Arbeit im Rückert-Archiv sowie eine Tätigkeit als Gymnasiallehrer an der Hohen Landesschule in Hanau, bevor er an die HBK Braunschweig berufen wurde.

Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen wie Professor Heino Möller gehörte Siegfried Lang zu einer progressiven und profilierten Generation von Lehrenden, die die HBK Braunschweig insbesondere in den Jahren nach 1968 zu einer der führenden Adressen für das künstlerische und kunstpädagogische Studium in Deutschland entwickelte. Sein Wirken trug maßgeblich dazu bei, die Hochschule weit über die Region hinaus sichtbar zu machen und zahlreiche interessierte und engagierte Studierende für ein Studium an der HBK zu gewinnen.

Für Siegfried K. Lang stand die Lehre stets im Zentrum seines Wirkens. Als äußerst vielseitiger Theoretiker und vor allem leidenschaftlicher umfassend humanistisch gebildeter Kunstvermittler war er in Diskussionen stets von großer Präsenz. In seinem Denken zur künstlerischen Praxis, insbesondere der Malerei, wie deren wissenschaftlicher Reflexion befasste er sich intensiv mit der Moderne und der Gegenwartkunst, um mit den Studierenden tradierte Sehgewohnheiten zu hinterfragen. 

Seine Lehre war geprägt von analytischer Schärfe, intellektueller Weite und einer besonderen Offenheit für unterschiedliche Perspektiven. Viele seiner ehemaligen Studierenden erinnern sich an ihn als inspirierenden Lehrer, der Räume für Diskussion, Zweifel und Erkenntnis öffnete und damit nachhaltige Impulse für künstlerische und kunstpädagogische Lebenswege setzte.

Auch nach seiner Pensionierung blieb Siegfried K. Lang der Kunst und der HBK eng verbunden. Die HBK Braunschweig erinnert an Siegfried K. Lang als einen hochgeschätzten Kollegen, einen prägenden Hochschulprofessor und einen wichtigen Impulsgeber für die Verbindung von Kunst, Theorie und Bildung. Sein Wirken wird in der Geschichte der Hochschule fortbestehen.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen sowie allen, die ihm verbunden waren.

Im Namen der Hochschule

Prof. Dr. Ana Dimke (Präsidentin der HBK)

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