Prof. Dr. Annette Löseke: Forschung und künstlerische Entwicklung sichtbarer machen

Frau Prof. Dr. Löseke, Sie sind seit 2024 Professorin für Kunstwissenschaft mit dem Schwerpunkt New Museum Studies an der HBK Braunschweig und beschäftigen sich insbesondere mit den Schwerpunkten kritische Museumsstudien, Publikationsforschung, klimazentrierte Museumspolitik und transformative Ausstellungsformate in super-diversen und hyper-vernetzten Gesellschaften.

Seit Oktober 2025 sind Sie auch Vizepräsidentin für Forschung und künstlerische Entwicklung*.

In dem Interview „Drei Fragen“ möchten wir gerne mehr darüber erfahren:

 

Frau Prof. Dr. Löseke, was sind Ihre ersten Einblicke in Ihr neues Amt als Vizepräsidentin und können Sie uns etwas über Ihre Pläne verraten?

Seit Oktober habe ich mir in der Tat einen ersten Überblick verschaffen können. So habe ich z.B. von mehreren Kolleg:innen gehört, dass viele sich mehr Kooperation zwischen allen Instituten an der HBK wünschen. 

Interdisziplinäre Kooperationen

Das will ich für meine Amtszeit gerne aufgreifen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Instituten auch im Hinblick auf Forschung und künstlerische Entwicklung anregen, an der HBK, aber auch mit weiteren Partnerinstituten in der Region in Niedersachsen, bundesweit und international. Ich sehe da sehr viel Potenzial an der HBK und ich bin, gemeinsam mit den Kolleg:innen der Forschungskommission dabei, Möglichkeiten zu diskutieren und Formate zu entwickeln, die den Austausch unter allen Kolleg:innen anregen und unterstützen können.

Internationale & regionale Vernetzung

Außerdem ist mir aufgefallen, wie viele Kooperationen aller Institute es mit Museen, Kunstvereinen, Ausstellungsorten etc. in der Region, aber auch bundesweit und international gibt. Das finde ich großartig und das möchte ich auch hinsichtlich der Forschung ausweiten und intensivieren, zusammen mit den beiden anderen Vizepräsidenten, David Zink Yi (Internationales und Regionale Vernetzung) und Johannes Kup (Lehre und Professionalisierung), und den Kolleg:innen an allen Instituten. Bevor ich nach Braunschweig kam, habe ich u.a. an der Universität Sheffield und der Amsterdamer Hochschule für Künste gearbeitet. An beiden Universitäten gab es Programme zur Förderung der Zusammenarbeit mit den jeweiligen Sektoren bzw. Berufsfeldern, auch über Sektorgrenzen hinweg. Das noch weiter systematisch auszubauen und damit ggf. auch Forschungs- und Berufsfelder für Lehrende und Absolvent:innen an Kunsthochschulen neu zu erschließen, kann ich mir auch für die HBK sehr gut vorstellen.

Nachwuchsförderung

Und drittens ist mir die Nachwuchsförderung im Bereich von Forschung und künstlerischer Entwicklung ein Anliegen. Anknüpfend an erfolgreich laufende Programme wie z.B. GradTUBS oder das Dorothea-Erxleben-Stipendium für angehende Professorinnen in der Freien Kunst möchte ich die Nachwuchsförderung an der HBK ausbauen. Auch da möchte ich zu mehr interdisziplinärem Austausch anregen und Angebote, z.B. für Promovierende und Postdocs, erstens weiter entwickeln und zweitens noch sichtbarer machen.


Was sind Ihre Ziele? Was möchten Sie als Vizepräsidentin für Forschung und künstlerische Entwicklung an der HBK erreichen?

Ich möchte mit meinem Ressort dazu beitragen, dass Forschung und künstlerische Entwicklung nach innen (in die Hochschule hinein) und nach außen (in die Hochschullandschaft und in die Gesellschaft) noch sichtbarer werden und damit auch zur weiteren Profilierung der HBK beitragen.

Synergien und Sichtbarkeit nach innen und außen

Was ich damit meine: Ich empfinde es als etwas ganz Besonderes und besonders Spannendes, an einer Kunsthochschule zu forschen und zu arbeiten, künstlerisch oder geisteswissenschaftlich oder beides. In meinem neuen Amt möchte ich dazu anregen, gemeinsam zu schauen, wo es geteilte Interessen und gemeinsame Arbeitsschwerpunkte gibt. Und auch zu fragen, wo und wie wir Synergien entwickeln und noch stärker bündeln könnten – quer durch die Hochschule und die Institute.

Da ich selbst schon an Universitäten, einer Kunsthochschule in den Niederlanden und einer Management School in Großbritannien – also in verschiedenen Ländern mit ganz unterschiedlichen Hochschulsystemen – gearbeitet habe, finde ich diese Art inter- oder crossdisziplinärer Synergien, aber auch Reibungen zwischen akademischen Disziplinen, Methoden und Perspektiven immer sehr spannend. Ob das z.B. zu Themen wie Nachhaltigkeit und Klima, Diversifizierung, Digitalisierung und KI, Stärkung der Demokratie oder zu ganz anderen Themen sein kann, werden wir sehen. Ich finde diese Art der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungskooperationen akademisch sehr interessant und denke, dass wir dadurch noch sichtbarer werden können in der Gesellschaft, in der Hochschullandschaft, in unserem Sektor und auch für jüngere Generationen Studierender.


Welche Unterstützung haben Sie bisher erfahren? Und was würden Sie sich wünschen?

Frau Ellen Fischer ist als Leiterin der Stabsstelle Forschung und Förderlinien natürlich eine große Unterstützung! Ich bin sehr froh, dass ich mich auf ihre Erfahrung mit dem Ressort Forschung und künstlerische Entwicklung und ihre Kenntnis der Hochschule und der internen Abläufe verlassen kann. Frau Fischer und meine Vorgängerin im Amt, Frau Prof. Dr. Annette Tietenberg, haben mich dankenswerterweise sehr unterstützt beim ersten Navigieren durch das für mich neue Ressort.

Und der Austausch mit den Kolleg:Innen im Präsidium, auch über die einzelnen Ressortgrenzen hinweg, ist sehr spannend.

Was ich mir wünschen würde? Ich wünsche mir eine breite Diskussion an der HBK zur Frage, was für eine Hochschule wir sein wollen und welche Rolle(n) wir als Hochschule in den anstehenden gesellschaftlichen und planetaren Umwälzungen spielen wollen, welche neuen Berufsfelder wir mitentwickeln wollen und was Forschung und künstlerische Entwicklung dazu beitragen können.

 

*Die Amtszeit läuft vom 1. Oktober 2025 bis 30. September 2028.

 

Das Interview führte Brigitte Kosch, Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

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