Weiqi Wang

Weiqi Wang ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Kunst in Gesellschaft-– Transfer als Praxis und Wissensform“ an der HBK Braunschweig und forscht zum Thema „Open Spaces in Museen“. Sie studierte Raumstrategien in Kiel sowie in Linz und Art in Context an der UdK Berlin. Beruflich war sie in der Abt. Kunstvermittlung des MdbK (Museum der bildenden Künste) Leipzig und als  Kuratorin für Diversität und Outreach am MARKK (Museum am Rothenbaum — Kulturen und Künste der Welt) Hamburg tätig. Freiberuflich arbeitet sie als Community Artist, Kunstvermittlerin und Szenografin. Zudem begleitet sie Kulturinstitutionen in Outreach-, Teilhabe- und Diversifizierungsprozessen und bietet Sensibilisierungsworkshops zu Anti(asiatischem) Rassismus und Empowerment Praxis an. Ihre Arbeit verbindet künstlerisch-kollaborativraumbezogene Strategien mit einer diversitätssensiblen, diskriminierungs- und machtkritischen sowie bedarfsorientierten Haltung.
Weiqi Wang versteht künstlerische Praxis als gesellschaftlich wirksames Instrument, das marginalisierte Perspektiven stärkt, Beteiligung ermöglicht und institutionelle Strukturen kritisch hinterfragt. TAZ-Interview

Kontakt

Weiqi Wang - Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Kunst in Gesellschaft - Transfer als Praxis und Wissensform
Hochschulleitung
Gebäude 19, Raum 103

Akademischer Werdegang

  • 2011 - 2015 Bachelorstudium Raumstrategien/Szenografie an der Muthesius Kunsthochschule Kiel (DE)
  • 2013 - 2014 Bachelorstudium raum&design STRATEGIEN an der Kunstuniversität Linz (AT)
  • 2015 - 2021 Masterstudium mit Schwerpunkte „Künstlerische Arbeit mit gesellschaftlichen Gruppen“ und „Künstlerische Arbeit in kul-turellen Institutionen“ im Institut für Art in Context, Universität der Künste Berlin (DE)

Arbeiten und Ansätze (ein Überblick)

Seit 2014 arbeite ich in den Bereichen (partizipatorische) Kunst, Kunstvermittlung und kuratorischer Praxis. Das Ziel bestand darin, gesellschaftlichen Akteuren, hier besonders marginalisierten Gruppen, in ihrem direkten Lebensumfeld, eine Teilhabe an den sie betreffenden Entscheidungsprozessen, zu ermöglichen.
Ausgehend von persönlichen Erfahrungen liegt der Schwerpunkt Arbeiten auf der einen Seite in der Herausarbeitung von inklusionbewussten, diversitätssensiblen, bedarfsorientierten Grundlagen in Transformationsprozessen und auf der anderen Seite in der Sichtbarmachung und der darauf aufbauenden Kritik wirkender Machtverhältnisse. Dabei betrachte ich und nutze ich das Künstlerische als Strategie und Werkzeug bei gesellschaftlichen Transformationen.
In meiner beruflichen Laufbahn habe ich Strategien entwickelt, die strukturellen Diskriminierungen entgegenwirken und Raum für mehr Gerechtigkeit für unterrepräsentierte Stimmen zu schaffen. Ging es um die Sensibilisierung für Barrieren in Prozessen der kulturellen Teilhabe oder die Entwicklung von Empowermentsstrategien, lag mein Fokus dabei stets auf einem intersektionalen Ansatz und es galt die Themen Machtkritik, Antidiskriminierungs-, und Dekolonialisierungsarbeit und Community-Building miteinander zu verbinden und dies, im besten Falle, auf künstlerische Art und Weise.
Kulturelle Vielfalt ist kein romantisierender Zustand.
Vielfalt und Teilhabe erfordert gezielte Maßnahmen und strukturelle Veränderungen.

Projekteauswahl

2024

Co-Kuratorin der Outreachausstellung „Tausend Töpfe: Was uns Essen angeht“ und „Tell us your Food Story“ (Outreach-Aktivitäten und Hosting Events), MARKK (Museum am Rothenbaum — Kulturen und Künste der Welt) Hamburg

Co-kuratorin der Kinder- und Familienausstellung „Pippis Papa und eine wirklich wahre Geschichte aus dem Pazifik“, MARKK (Museum am Rothenbaum — Kulturen und Künste der Welt) Hamburg

Konzeption Thementag Diversity Day: Diverses Lesen, Schreiben und Sprechen, am 28.05.2024, MARKK (Museum am Rothenbaum — Kulturen und Künste der Welt) Hamburg

 

 

Konzeption und Durchführung des Vermittlungsprogramm der Ausstellung MAREJESHO: The Call for Restitution from the Peoples of Kilimanjaro and Meru mit Katrina Blach in TAT – Tierantomisches Theater Berlin (05. - 07.2024)

2023

„Aufgebunden?“/解开了吗? Gesprächskreis mit chinesisch sprechenden Frauen* im Rahmen der Ausstellung „UnBindig Bodies“ zum Themen Bedeutung der Repräsentation weiblichen Rollenbilder, gesellschaftlicher Normen und Körperpraktiken vor dem Hintergrund von Selbst- und Fremdwahrnehmungen, MARKK, am 19.01.2023

Beeilt Euch (nicht)! Projekt mit Kindern und Jugendlichen Im Aktionsfest - Tummeltage. Initiiert als Neo-Fluxus-Olympiade, Tummeltage verbindet die eine künstlerische Kompliz*innenschaft und kollaborative Auseinandersetzung mit Themen wie kritische Raumpraxis, künstlerisch-edukative Strategien und Teilhabe an städtischer Öffentlichkeit. Gemeinsam mit Kindern stellen wir die Frage: Welche Rolle spielen unsere Körper bei einer Olympiade? Berlin, (06.2023 - 08.2023)

Kuration und Betreuung der Installation und Sommerprogramm Matte³ mit der öffentlichen Gestaltungsberatung des Studio Experimentelles Design der HFBK Hamburg, MARKK in Kooperation mit HFBK im Rahmen des Architektursommer, Hamburg (04.2023 - 09.2023)

Ausstellungsarchitektur des Kapitals Archive der Erinnerung und Zukunft in der Ausstellung „Re-Connect: Kunst und Kampf im Bruderland“ im MdbK, Leipzig (05.2023 - 09.2023)

2022

CO-Kuratorin der Ausstellung „Unterm Rock. reflections on gender issues“ im MdbK [next;raum] (06.2022 - 11.2022)

Raumkonzept und Mitarbeit im MdbK [next;raum]: Ein räumliches Experimentierfeld innerhalb der Dauerausstellung, das Beiträge von Akteur:innen der Stadtgesellschaft sichtbar macht.

External Lines: Ein gemeinsames „Netzwerk" ist durch die Mitmach-Aktion entstanden, die als künstlerische interaktive Installation weiter im Museum ausgestellt wurde, um die Besucher:innen einzuladen, sich zu vernetzen, verknoten und verbinden. MdbK (03.2022)

Mini Mucki: Eine künstlerische Intervention im Rahmen der Ausstellung „Harry Hachmeister Von Disko zu Disko” mit Katrina Blach, MdbK (12.2022)

Tasten, fühlen, denken - Inklusive Kunstvermittlung in der Ausstellung „Bilderkosmos“ mit Katrina Blach (02.03.2022)

2021

BLOW: Dialogische Performance-Film mit Weiqi Wang, von Tina Griffith, Netzwerk freier Berliner Projekträume und -Initiativen (RAUM-X, Berlin Art Week 2021)

Voyage à la Sound -Eine ästhetische akustische Wahrnehmungsuntersuchung im Stadtteil mit einer 11. Klasse des Werner-Heisenberg-Gymnasiums den Stadtteil Möckern, Leipzig, innerhalb der Ausstellung „Kippenberger: Metro Net“ im MdbK Leipzig (05. - 08.2021)

Kunst im öffentlichen Raum: Begegnungen II - modelliertes Gespräch, in Bremenhaven (09.2021)

Partizipartives Kunstprojekt „Triebsees gemeinsam gestalten“ mit Kooperation mit Stadt Triebsees, Maton office und lokale Einwohner*innen, Triebsees (04.2021 - 08.2021)

2020

„Raum-Dialoge“ - ein intervenierendes Kunst -und Raumvermittlungsformat

 

2019 - 2020

Mitarbeit in Spielclub Oranienstraße 25 - ein bespielbares Stadtmodell mit Ausstellung, nGbK, Berlin (11.2019 - 01.2020)

2018

Co-Leiterin im Forschungsprojekt Mitmachstadt in Asien: Urbane Intervention und künstlerisch-edukative Versuchsanordnung als Reenactment der von Leut’Werk (1979 - 1981) entwickelten „Mitmachstadt“, übertragen auf lokale Kontexte in Asien und durch angepasste Formate weiterentwickelt, in Yilan (TW) und in Shenyang (CN) (06.2018 - 09.2018)

2016

Co-Leitung (mit Ina Luft) des Bau- und Sozialprojekt „Wenn Wasser wandet“ mit geflüchtete Familien und Kindern und Jugendlichen im Notunterkunft Friedenau Rathaus, Berlin (04.2016 - 09.2016)

2015

Kunst im Öffentlichen Raum „im Wohnzimmer“, in Gottsbüren (06.2015)

Kunst im Öffentlichen Raum „Begegnungen“ (05.2015 - 10.2015)

2014

Urbane Intervention „Drei Chines:innen standen auf der Straße und erzählten sich über Faust“ (20.06.2014)

„Dr. Faust goes to China“ ist eine Performance-Kollektion, die in 6 Städten, in verschiedenen Regionen Chinas aufgeführt wurde. Das Script funktioniert wie ein Sprachspiel. Dialoge von Geothes „Faust I“ wurden ausgesucht und nach der Aussprache in chinesische Zeichen übersetzt. Sie sind nur die Laute. Die chinesisch Sprechenden können mit Schwierigkeiten die willkürlichen Sätze lesen. Auf Chinesisch besteht für sie gar kein Zusammenhang. Es kommt einem sehr merkwürdig vor. Die Vortragenden wurden auf der Straßen angesprochen. Sie haben keine Schauspielerfahrung sowie keine Deutschkenntnisse.

Bühne für „Quetschkommode“ - Festival für Ziehorgel, Kunst und Kleinkunst mit Franziska Schink, in Prato allo Stelvio

Installation „Return“ in der Gruppenausstellung „Essays on Identity Questions“ in WUK-Werkstätten und Kulturhaus, Wien (03.2014)

2013

‚fitzcarraldo´ -- Wiederaufführung des Langen Marsches “: Film Performance (Dauer: 1‘52“)

  • Vortrag „Outreach-Strategien als künstlerische und kuratorische Praxis“ (Museumspädagogik Bayern, am 21.01.2025)
  • Podiumsdiskussion „Kultur für alle? Eine Diskussion über Ideal und Praxis“ mit Senator Carsten Brosda und der Kultur-Palast-Intendantin Dörte Inselmann (Kultur Palast Hamburg, am 12.11.2024)
  • Vortrag „Im Wandel der Zeit: Beispiele aus der Veränderungs- und Überarbeitungsgeschichte der
    Pippi Langstrumpf Bücher “ (Stadtbibliothek Pankow, Berlin, am 24.09.2024)
  • Impulsbeitrag im Workshop „Erziehung, Bildung und (Post-)Kolonialismus in der Hochschullehre“ (Universität Hamburg, am 24.11.2023)
  • Laborvortrag „Vermittlung in Museumskontexten. Kollektives Lernen und transformative Vermittlungsimpulse” zu der 14. Netzwerktagung „Experiment Wissen. Wissenstransfer in der Kulturellen Bildung gemeinsam gestalten“, mit Katrin Blach (Bundesakademie für Kulturelle Bildung, Wolfenbüttel, 16. - 18.03.2023 )
  • Vortrag „Mimachstadt: Künstlerische Arbeit und demokratische städtische Vorstellung“ (Liuhongdian Architektur Museum, Shenyang,China , am 02.08.2018 )
  • Vortrag „Künstlerische und Urbane Intervention“ (Architektur Universität Shenyang, am 25.08.2018 )
  • Künstlerische Praxis im gesellschaftlichen Kontext
  • Außereuropäische kuratorische Praktiken
  • postkoloniale und dekoloniale Perspektiven
  • Die Welt und ihre Repräsentation
  • Macht-, Wissens- und Repräsentationskritik
  • Outreach und Diversifizierung in Kulturinstitutionen
  • Räumliche Wahrnehmung, Aneignung und Umsetzung in Vermittlung und Kuration
  • Visionen musealer Entwicklung (Wem gehört der Raum?)