100 Tage im Amt – Bernt Erlewein zieht erste Bilanz an der HBK Braunschweig

Seit rund 100 Tagen ist Bernt Erlewein als Hauptberuflicher Vizepräsident (HVP) an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) im Amt. Zeit für eine erste Bilanz – und für einen Blick nach vorn. In den ersten Wochen hat Erlewein das für ihn neue Umfeld einer Kunsthochschule intensiv kennengelernt, klare Schwerpunkte gesetzt und bereits zentrale Projekte angestoßen.

Der Wirkungskreis des neuen hauptberuflichen Vizepräsidenten ist groß. Seine überregionale Vernetzung sowie umfangreiche Erfahrungen aus früheren Tätigkeiten in den Rechts- und Verwaltungswissenschaften namhafter Institutionen haben es ihm ermöglicht, sich schnell einen Überblick über die spezifischen Belange der Kunsthochschule zu verschaffen. „Die HBK ist ein besonderer Ort – geprägt von künstlerischer Freiheit, individuellen Arbeitsweisen und gleichzeitig hohen strukturellen Anforderungen“, so Erlewein. Seine Erwartung zu Amtsbeginn sei es gewesen, zuzuhören, Prozesse zu verstehen und gemeinsam mit den Akteur*innen tragfähige Lösungen zu entwickeln, um die Kunsthochschule zukunftsfähig aufzustellen. 

Klare Ziele im Bereich Bau und Infrastruktur

Bereits in den ersten 100 Tagen hat Bernt Erlewein deutliche Akzente im Bereich Bausicherheit und Infrastruktur gesetzt. Ein zentraler Schwerpunkt ist die Fortsetzung der energetischen Sanierung der Landesbauten. Konkret stehen mehrere Großprojekte auf der Agenda:
Die Sanierung des Bibliotheksgebäudes soll 2026 geplant und 2027 umgesetzt sowie abgeschlossen werden. Ein weiterer Meilenstein ist der seit Jahren geplante Atelier-Neubau. Die Grundstücksvorbereitungen beginnen im Februar dieses Jahres, im Frühjahr wird das Vorhaben erneut im Landtagsausschuss behandelt. Das staatliche Baumanagement könnte – nach derzeitiger Planung – Ende 2026 starten.

Darüber hinaus ist der Ankauf des Gebäudes in der Blumenstraße vorgesehen. Hier befindet sich der HVP bereits in enger Abstimmung mit der Stadt Braunschweig, da noch verschiedene Fragen zu klären sind. Positiv kann er zudem vermelden, dass die ersten Klimaziele des Landes von der Hochschule wie geplant bereits Ende 2025 erreicht wurden: Die neue Photovoltaikanlage auf Gebäude 1 konnte rechtzeitig fertiggestellt werden und leistet nun einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung der HBK Braunschweig.

Digitalisierung, Antidiskriminierung und Hochschulpolitik

Neben den baulichen Maßnahmen arbeitet der Hauptberufliche Vizepräsident an einer Roadmap zur Digitalisierung der HBK. Ziel ist es, digitale Prozesse strategisch zu bündeln, transparent darzustellen und in den Gremien zu verankern. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss die Arbeit in Lehre, Kunst und Verwaltung konkret erleichtern“, betont Erlewein.

Ein weiteres wichtiges Vorhaben ist die grundlegende Neufassung einer Antidiskriminierungsrichtlinie. Hier ist vor allem eine passgenaue, differenzierte Form zu finden, die auf die Bedürfnisse der HBK zugeschnitten auch die Landesvorgaben berücksichtigt. 

Mit Blick auf die geplante Novelle des Niedersächsischen Hochschulgesetzes (NHG) sieht Bernt Erlewein zudem eine große Chance für die einzige staatliche Kunsthochschule des Landes: die Beantragung des Berufungsrechts. „Die Möglichkeit, Berufungen eigenständig auszusprechen, würde die HBK schneller, agiler und wettbewerbsfähiger machen“, so seine Einschätzung. Gleichzeitig würden Prozesse vereinfacht und die Qualität der Lehre nachhaltig gesichert.

Internationalisierung und Kommunikation als Zukunftsfelder

Als Vision für die kommenden Jahre formuliert der HVP einen deutlichen Ausbau der Internationalisierung – insbesondere im Bereich der Verwaltung. Programme wie Erasmus+ böten zahlreiche Möglichkeiten, die Netzwerke zu Partnerhochschulen weiter zu stärken und den internationalen Austausch zu intensivieren.

Ein hoher Stellenwert kommt für ihn zudem der Kommunikation zu. In zahlreichen Gesprächen mit Professor*innen, Verwaltungsmitarbeitenden und Werkstattleitungen habe sich gezeigt, wie viel Potenzial in einem offenen Dialog liege. „Die HBK lebt von ihren Menschen. Meine Aufgabe sehe ich darin, Strukturen zu schaffen, die dieses Potenzial bestmöglich unterstützen“, fasst der Verwaltungschef zusammen.

Nach 100 Tagen im Amt ist klar: Bernt Erlewein setzt auf klare Prioritäten, verlässliche Prozesse und eine langfristige Strategie. Seine Vision ist eine zukunftsfähige, nachhaltige und international vernetzte Kunsthochschule – mit einer Verwaltung, die Freiräume ermöglicht und Qualität sichert.