Symposium zu Gestaltungslehre: ein Rückblick

Im Rahmen des Symposiums “Spaces for Orientation” lud das Institut Visuelle Kommunikation am 12./13. Mai 2026 zum gemeinsamen Austausch über Design und Designlehre in prekären Zeiten an die HBK Braunschweig. Vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher und politischer Umbrüche wurde gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden in einer Serie von Vorträgen sowie im Rahmen eines Workshops über die Rolle der Gestaltungslehre als Orte für Orientierung, kritische Reflexion und gemeinsame Praxis diskutiert. Dabei durfte die HBK Braunschweig unter anderem Professor*innen, Studierende und externe Interessent*innen aus Bremen, Berlin, Karlsruhe, Kassel und Weimar begrüßen. Organisiert wurde das Symposium von Claudia Doms, Gastwissenschaftlerin am Institut für Visuelle Kommunikation, und Anna-Luise Lorenz, Verwaltungsprofessorin für Multimedia / Mediendesign.

Während Marion Kliesch, Professorin für Typografie an der HGB Leipzig, in ihrem Vortrag Fragen von Zugang, Macht und Kanon sowie alternative Ansätze zur institutionellen Lehre diskutierte, reflektierte Krishan Rajapakshe, künstlerisch in Berlin tätig, über eigene Erfahrungen mit gegeninstitutionellen Räumen, in deren Zentrum die Küche als Raum kollektiven Lernens und Ort subversiver Wissensproduktion stand. 

Ren Loren Britton, mit einer transdisziplinären Designpraxis, eröffnete neue Perspektiven auf Disability Justice als politisches Framework und kollektives Handlungsfeld. Die Designerin und Publizistin Nina Paim wiederum verdeutlichte, wie Narration Designpolitik emotional greifbar macht und ihre öffentliche Zugänglichkeit erweitert.

Der Schriftsteller, Künstler und Designer Silvio Lorusso diskutierte außerschulische Initiativen und selbstorganisierte Aktivitäten als Räume, in denen Bildung vorübergehend Autorität und Autonomie in Einklang bringen kann, und betont dabei die Bedeutung von Strukturen für die Erhaltung von Gemeinschaften. Anknüpfend an das Denken des italienischen Philosophen Antonio Gramsci fragte die Designforscherin Noemi Biasetton in ihrer Präsentation danach, wie Lehre als kritische Praxis auf die Herausforderungen einer von Krisen geprägten Gegenwart antworten kann, statt sich in der Vermittlung von Kompetenzen zu erschöpfen.

Neben der Hauptveranstaltung erarbeitete eine Gruppe von Studierenden der HBK Braunschweig und der Bauhaus-Universität Weimar in einem ganztägigen Workshop unter der Leitung von Ren Loren Britton, wie Access Riders und Kollaborationsvereinbarungen unterschiedliche Bedürfnisse und Formen von Autorenschaft strukturieren. 

Ermöglicht wurde der Erfolg des Symposium durch die tatkräftige Unterstützung der Studierenden der Schwerpunkte Grafikdesign und Digitale Medien, die den zahlreichen Besucher*innen von außerhalb mit Rat und Tat beiseite standen, die Übertragung als Livestream möglich machten (Finn Adler und Arne Wiehle) und einen gemeinsamen Abend bei Musik und Essen gestalteten (geleitet von Charlotte Jostes).

  • Symposium "Spaces for Orientation", Institut für Visuelle Kommunikation, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • V.l.n.r. Claudia Doms, Anna-Luise Lorenz, Symposium "Spaces for Orientation", Institut für Visuelle Kommunikation, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Ren Loren Britton, Symposium "Spaces for Orientation", Institut für Visuelle Kommunikation, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Noemi Biasetton, Symposium "Spaces for Orientation", Institut für Visuelle Kommunikation, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Krishan Rajapakshe, Symposium "Spaces for Orientation", Institut für Visuelle Kommunikation, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Symposium "Spaces for Orientation", Institut für Visuelle Kommunikation, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig

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