Über Vermittlung und „Reframing“

In diesem Sommersemester lud die Ringvorlesung des Instituts für Kunstwissenschaft (IKW) an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bis in die zweite Juliwoche zu Vorträgen in die Aula ein. Lehrende des Instituts sowie Kolleg*innen benachbarter Fachgebiete gewährten Einblicke in ihre Forschungsarbeiten, wissenschaftlichen Fragestellungen und akademischen Werdegänge. Die Vielfalt der Perspektiven zeichnete dabei das Bild einer Kunstwissenschaft, die sich kritisch mit Ein- und Ausschlussmechanismen, unterschiedlichen Zugängen, Brüchen und Leerstellen auseinandersetzt. Kunst wird dabei nicht nur zum Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtung, sondern zugleich zum Ausgangspunkt für neue Deutungen, kritische Reflexionen, Korrekturen und fortlaufende Erzählungen.

Im Zentrum der Vorträge standen kunstwissenschaftliche Perspektiven mit einer interdisziplinären Verschränkung. Damit wurden auch Fragen nach Vermittlung, Kontexten und der Rahmung globaler Kunstnarrative aufgeschlüsselt. Daran thematisch anschließend sind die Beiträge zweier Vortragenden aus der Reihe, Weiqi Wang und Dr. Ayşe Güngör, zu nennen.

Weiqi Wang, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Kunst in Gesellschaft-– Transfer als Praxis und Wissensform“ an der HBK Braunschweig, sprach über „Outreach zwischen künstlerischer, kunstvermittelnder und kuratorischer Praxis“. In ihrem Vortrag beleuchtete sie, wie sich künstlerische Arbeit, Vermittlung und kuratorische Entscheidungen im Alltag von Institutionen und Projekten miteinander verschränken. Dabei rückte sie insbesondere Zugänge in den Mittelpunkt, die Beteiligung ermöglichen und es erlauben, Institutionen gemeinsam kritisch zu betrachten.

Während sich Dr. Ayşe Güngör, Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin am IKW, in dem Vortrag „Reframing Global Art Narratives: Contemporary Art from Turkey in German Context“ mit zeitgenössischer Kunst aus der Türkei auseinandersetzte. Die Frage dabei: Wie können globale Kunstnarrative im deutschsprachigen Kontext gelesen, eingeordnet und neu gerahmt oder ausgehandelt werden. Der Schwerpunkt lag auf den Deutungsrahmen, die Wahrnehmung strukturieren—einschließlich der Perspektiven, die etwa aus Themen wie Migration hervorgehen, und wie sich daraus ein bestimmtes Verständnis von „Reframing“ ergibt.

Die Ringvorlesung 2026 wurde damit erneut zu einem Ort des wissenschaftlichen Austauschs und Denkens: Kunstwissenschaft zeigte sich als Praxis, die Wahrnehmung und Deutung nicht einfach beschreibt, sondern aktiv ermöglicht – durch Um- und Neudeutungen, und in Abhängigkeit von spezifischen Kontexten.

  • Dr. Ayşe Güngör, Ringvorlesung 2026, Institut für Kunstwissenschaft, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Ringvorlesung 2026, Institut für Kunstwissenschaft, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Weiqi Wang, Ringvorlesung 2026, Institut für Kunstwissenschaft, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Ringvorlesung 2026, Institut für Kunstwissenschaft, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig
  • Ringvorlesung 2026, Institut für Kunstwissenschaft, Aula, HBK Braunschweig © HBK Braunschweig

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