Zehn neue Videoarbeiten für Braunschweigs Skyline

Die Medienfassade auf dem Dach des Business Center 1 im BraWoPark nahe des Braunschweiger Hauptbahnhofs zeigt zehn neue Videoarbeiten von Studierenden und Absolvent*innen der HBK Braunschweig

Seit inzwischen elf Jahren kooperieren die Volksbank BRAWO und die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig im Rahmen eines gemeinsamen Wettbewerbs, der sich an Studierende und Ehemalige der Kunsthochschule richtet. Die im Rahmen des Wettbewerbs ausgewählten Videoarbeiten werden seitdem auf der Medienfassade des Business Center 1 des BraWoParks gezeigt. In diesem Jahr wählte die Jury Arbeiten von Paul-Can Atlama, Pia Bock, Young Hyun Jeon, Eunjeong Kim, Luis Kürschner, Takashi Kunimoto, Patrick Neugebauer, Ayliz Sue Tosun, Yuan Yuan und Maja Zipf aus. Ihre Videoarbeiten sind jeweils dienstags und donnerstags zwischen 6 Uhr und 24 Uhr auf der 150 Quadratmeter großen Medienfassade mit insgesamt etwa 350.000 Leuchtdioden zu sehen. Die Gewinner*innen erhalten je ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

An den übrigen Tagen sind weitere Arbeiten aus den zurückliegenden zehn Wettbewerbsjahren zu sehen. 112 Arbeiten wurden seit 2013 ausgewählt.

Die Jury bildeten in diesem Jahr Carsten Ueberschär (Volksbank BRAWO, Leiter der Direktion Braunschweig), Savannah Gemballa (ebenfalls Volksbank BRAWO, Marketing), Stefan Törmer (Stadt Braunschweig, Kulturinstitut) sowie von der HBK Braunschweig Rolf Pilarsky und Prof. Candice Breitz (Institut Freie Kunst).

Die einzelnen Arbeiten in der Übersicht

Paul-Can Atlama: Interspersed Bodies

In der Arbeit setzen sich Körper zueinander in Beziehung und verhandeln ihre Präsenz durch die Rhythmik ihrer Bewegung und die dadurch ausgelösten Verschiebungen. Oberflächen, die eigentlich für die Trennung der Körper stehen, treffen im Bildraum weniger aufeinander als ineinander.

Pia Bock: DISCOnstruction

Ein Geschäftsmann tritt zusammen mit einer Bauarbeitskraft auf die Leuchtfläche. Aus unterschiedlichen Branchen stammend, schließen sie sich für einen einfachen Hausbau zusammen. Zunächst scheiternd, schaffen sie es nach einigen fragwürdigen und äußerst ablenkenden Arbeitsmethoden ihr gemeinsames Ziel zu erreichen.

Young Hyun Jeon: Bird

Die Animation wurde mit Stop-Motion-Techniken auf 16mm-Analogfilm aufgenommen. Die Künstlerin: „Ich interessiere mich sehr für den menschlichen Körper. Mir kam in den Sinn, dass das Herz und die Zähne einer Vogelgestalt ähnlich sind. Das inspirierte mich, eine Animation zu erstellen, die aus menschlichen Organen bestehende Vogel zeigt.“

Eunjeong Kim: Schweben in der Malerei 3

Alltags-Fotos und Screenshots aus dem Internet werden am Computer zusammengesetzt und gemischt. Die fertigen Collagen bemalt die Künstlerin mit echter Farbe. „Im Video setze ich das dreidimensional um – vom Analogen zum Digitalen, von flachen Elementen zu dreidimensionalen Videos, die die Räumlichkeit der Malerei sichtbar machen.“

Luis Kürschner: Supermarket Dreams

Ein langer Blick über die Fleischtheke hin zum Metzger bei der Arbeit. Die Pyramide aus Orangen, ein Griff ins Weinregal und eine noch zu harte Avocado. Digital fragmentiert, neu zusammengesetzt und durch computergenerierte Animationen zum Leben erweckt: Der alltägliche Besuch im Supermarkt wird zum Beginn einer traumhaften Reise.

Takashi Kunimoto: Okergold

Takashi Kunimoto sammelt mit Jugendlichen aus der Region Fundstücke vom Grund der Oker und lässt daraus eine Videoinstallation entstehen.

Patrick Neugebauer: Als ich dich im Sommer traf

Ein Stück agrarkulturelle Landschaft am verkehrsreichen BraWo-Park: Wie Sonnenblumen haben Vogelscheuchen ihre ‚Blütezeit‘ im Sommer. Das Video begleitet sie über die warme Jahreszeit hinweg bis hinein in den Winter. Am Ende bleibt das Feld dem Frost überlassen, bis im folgenden Sommer alle Charaktere ihre Köpfe wieder in die Höhe recken.

Ayliz Sue Tosun: Döner-Liebe kennt keine Grenzen

Die Videoarbeit untersucht die Rolle des Döners in der deutschen Gesellschaft und seine Assimilation. Text-Elemente interpretieren und kommentieren die visuellen Inhalte. Narrative wie ‚Gibt's hier auch was Deutsches?‘, ‚Döner macht schöner‘ und ‚Der Geschmack der Toleranz‘ werden verwendet, um mit den Bildern humorvoll und eindringlich zu interagieren.

Yuan Yuan: p for purple becoming

Die Kartoffelsprosse (‚p‘ genannt) ist hier Protagonistin des Werdens: Purpurrot, gesättigt, feucht, glitschig, böse, abnormal, aggressiv... p wächst aus der Hand und beginnt, ihre Kraft in den menschlichen Körper zu übertragen. Die Bewegung von p ist intermittierend, sporadisch, dynamisch und unregelmäßig. Eine fiktive, dynamisch wirkende Parabel.

Maja Zipf: Vampirlady trifft Spinne

Die Arbeit ist eine humorvolle Stop-Motion-Animation im Zeichentrickstil mit poppigen Elementen und knalligen Farben, die die Angst vor Spinnen thematisiert. Eine mysteriöse Vampirfrau trifft auf eine Spinne, die liebevoll verniedlicht dargestellt wird. Sie und ihre Spinnenfreude haben es sich gemütlich gemacht, bis plötzlich etwas Unerwartetes passiert.

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