Francis Wagner: The categories are pathetic, you are much more poetic – Orlando, ma biographie politique (2023) als nicht-binäres Kino?

Gastvortrag von Francis Wagner im Rahmen des Seminars Queer Cinema von Prof. Dr. Ulrike Bergermann.
Ausgehend von Paul B. Preciados Film Orlando, ma biographie politique (2023), der auf Virginia Woolfs Orlando. Eine Biographie aus dem Jahr 1928 basiert, fragt der Vortrag nach der Form und Möglichkeit eines nicht-binären Kinos. Paul B. Preciados Orlando ist ein Genre überschreitender Film, der das literarische Erbe Virginia Woolfs in eine gegenwärtige, explizit transpolitische und nicht binäre Praxis überführt. Statt einer linearen Erzählung entfaltet der Film visuell eine vielstimmige Montage aus Inszenierungen, es finden Reenactments statt und Archivbilder werden eingebunden. Obgleich der Film mit „Meine“ politische Biographie betitelt ist, ist die Idee eines kollektiven Orlando zentral: 25 trans* und nicht binäre Personen, zwischen acht und siebzig Jahren, verkörpern Orlando und verweigern damit die Reduktion auf eine singuläre Biografie. Aus diesen Gründen hat B. Ruby Rich, die Anfang der 1990er Jahre den Begriff des New Queer Cinema prägte, in einem Interview mit Preciado das Genre des Filmes deshalb als nicht-binär beschrieben. Ebendieser These soll im Vortrag weiter nachgegangen werden. Hierfür wird auch eine längere Teilsichtung des Filmes eingebunden.
Der Vortrag ist offen für alle Interessierten.
Termin: 11.05.2026, 15 Uhr
Ort: HBK Braunschweig, Gebäude 01, Raum 320 b, Pippelweg 77, 38118 Braunschweig